B299neu mit sechsarmigem "Overfly"

"Mammutprojekt" Westumfahrung: Vorentwurf steht!

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Die Herzstücke der Umfahrung (Ansicht von Osten): Der Kreisverkehr bei Mögling (unten links) und der "Overfly" bei Waltersham (oben rechts)

Trostberg - Seit zehn Jahren wird konkret geplant, nun hat der Stadtrat dem Vorentwurf zugestimmt. Das 48-Millionen-Euro-Projekt wird den Trostberger Nordwesten komplett umkrempeln.

Eine weitere Hürde ist genommen: Am Mittwoch passierte auch der Vorentwurf des Staatlichen Bauamtes den Trostberger Stadtrat. Die Route und die Details, wie die B299 künftig um Trostberg herumgeführt werden soll, nehmen immer konkretere Gestalt an. Quer über Äcker und Wiesen nordwestlich der Stadt soll sich auf 6,3 Kilometern Länge und mit zwölf Metern Breite die Ortsumfahrung legen: "Als Besonderheiten sind der Hanganstieg bei Mögling mit großen Einschnittstiefen von bis zu 29 Metern, der sechsarmige Kreisverkehrsplatz mit Overfly auf Höhe Waltersham, sowie die drei Grünbrücken nennenswert", weiß man auch im Staatlichen Bauamt.

Um 79 Prozent weniger Schwerverkehr?

Beispielansicht, wie sich die B299neu durch die Landschaft schlängeln wird.

"Diese Trasse wird eine Entlastung für die Altstadt und eine Weiterentwicklung der Infrastruktur bringen", war sich Stadtrat Franz-Xaver Obermayer sicher. Auch Hannspeter Fenis war der Meinung, dass die bestehenden Straßen um Trostberg, den Verkehr nicht mehr aufnehmen könnten: "Das ginge nur, wenn man alle Straße der Umgebung ausbaut - Richtung Palling, Kienberg, Peterskirchen... Und das würde noch viel mehr Raum kosten, als bei der Westumfahrung."

Bereits jetzt sieht das Staatliche Bauamt die Ortsdurchfahrt an der Kapazitätsgrenze. Mit der Westumfahrung rechnet man bis 2030 mit einer Verkehrsentlastung am Vormarkt von 27,5 Prozent, beim Schwerverkehr um 45,5 Prozent. Im Süden und Norden Trostbergs gehe der Schwerverkehr gar um fast 79 Prozent zurück. "Wie diese Zahlen der Verkehrsuntersuchung genau zustande kamen, konnte uns niemand sagen. Außerdem: 'Bis zu 79 Prozent', das klingt ja wie im Schlussverkauf", meinte dagegen Hans Stalleicher, einer der größten Kritiker des Projekts. Trostberg sei doch in den meisten Fällen Ziel und Quelle des Verkehrs - der Grünen-Stadtrat befürchtete durch die "gigantischen Bauwerke" der Westumfahrung außerdem nur noch mehr Lärm.

Sechsarmiger Riesen-Kreisel bei Waltersham

In etwa so wird der "Overfly" bei Waltersham aussehen.

"Gigantische Bauwerke" werden im Nordwesten der Stadt wohl tatsächlich entstehen - zehn an der Zahl. Darunter ein großer Kreisverkehr zwischen Altenmarkt und Mögling, an dem die Umfahrung im Süden beginnt, und der Knoten Waltersham, ein sogenannter "Overfly": Die neue B299 wird sich dort über einen sechsarmigen, krakengleichen Kreisverkehr schwingen. Hier sehen Sie die Planungen des Staatlichen Bauamts im Detail.

Mit 18:6 Stimmen nickte der Stadtrat den Vorentwurf am Mittwoch ab. Der nächste Schritt wird das Planfeststellungsverfahren sein, bei dem sich auch betroffene Bürger und Verbände zum Projekt äußern werden können. Wie realistisch die Finanzierung der 48-Millionen-Euro-Umfahrung ist, soll sich noch heuer herausstellen: Dann erwartet das Staatliche Bauamt erste Äußerungen über die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans.

xe

Zurück zur Übersicht: Trostberg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser