Die Pläne für die Ortsumfahrung

"Mammutprojekt" soll 48 Millionen kosten

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Der Baudirektor des Straßenbauamtes in Traunstein, Sebald König.

Trostberg - Die Pläne für eine Ortsumfahrung in Trostberg schreiten weiter voran. Bei der Stadtrats-Sitzung am Mittwochabend wurde das Projekt im Detail vorgestellt. Und so sehen sie aus:

Am Mittwochabend präsentierte der Baudirektor des Straßenbauamtes in Traunstein, Sebald König, die ausgearbeiteten Pläne für die Ortsumfahrung Trostberg. Bereits 1995 wurde das Mammutprojekt erstmals aufgegriffen, dass die Stadt endlich verkehrstechnisch entlasten soll. Und wie hoch dieses Aufkommen in Trostberg ist, zeigen die jüngsten Zahlen eines Verkehrsgutachtens: demnach sind in der Stadtmitte täglich 22.100 Fahrzeuge unterwegs. Zum Vergleich: der bayernweite Durchschnitt liegt bei 9.640 Fahrzeugen am Tag auf einer Bundesstraße.

Die Pläne für eine Ortsumfahrung Trostberg.

Im Detail stellte anschließend das Team um den Baudirektor die Umgehung vor. Besonders intensive Planungen bedurfte es dabei in Mögling. "Hier gibt es Fledermaus-Flugrouten entlang der bewaldeten Hangleite. Dochmittels dreier Grünbrücken kann dieser Korridor auch weiterhin aufrechterhalten werden", so König. Insgesamt soll die Umfahrung auf einer Länge von 6,3 Kilometern zehn Bauwerke beinhalten. Zudem wird es auf der neuen Strecke zwei Überhol-Fahrstreifen geben. Über dem geplanten Kreisverkehr in Kleinschwarz, der einen Durchmesser von 45 Metern haben wird, soll eine sogenanntes Overfly entstehen - also eine Brücke, die sich über den Kreisel schwingt. Durch den Flächenverbrauch für den Bau der B299/neu müssen selbstverständlich Ausgleichsflächen geschaffen werden, in einer Größenordnung von rund acht Hektar. "Sie merken schon, dass wir viel Zeit und Gehirnschmalz in die Planungen gesteckt haben", so König.

Zudem setzte er sich erneut gegen den Vorwurf zur Wehr, dass die Umgehungsstraße einer Verbesserung des Transitverkehrs dienen würde: "Die Traun-Alz-Achse ist eine Lebensachse für die Region. Über 100.000 Menschen wohnen an dieser Strecke und über 50 Prozent der Verkehrsteilnehmer stammen aus den heimischen Landkreisen."

Zum Abschluss stellte sich König dann auch der "Gretchenfrage" nach dem Preis: "Nach den derzeitigen Planungen wird die gesamte Umgehung 48 Millionen kosten. Wenn allerdings noch mehrere Jahre vergehen, bevor gebaut werden kann, erhöht das logischerweise auch den Preis." Zum zeitlichen Rahmen konnte er keine näheren Angaben machen. "Ich kann nur von Zeiten sprechen, bei denen wir Herr des Verfahrens sind. Wenn nun aber eine Klage dazwischenkommt, dann sind wir nicht mehr Herr."

Dabei spielte König auf die Klage des "Umweltschutzverbandes Alztal und Umgebung e. V." (UVA) gegen den Bau des Aubergtunnels in Altenmarkt an. Hans Stalleicher (Bündnis90/Die Grünen) sprang auch gleich auf den Zug auf und fragte den Baudirektor, ob eine Ortsumfahrung für Trostberg auch ohne den Tunnel in Altenmarkt möglich sei. "Jeder einzelne Bauabschnitt muss für sich alleine genommen verkehrswirksam sein." Demnach wäre die Umgehung für Trostberg auch ohne den Aubergtunnel möglich. Hannspeter Fenis (CSU) meinte anschließend: "Ich hoffe, dass es nicht so lange dauert wie beim Aubergtunnel." Dazu König beschwichtigend: "Die Situation in Altenmarkt wird von Jahr zu Jahr drängender. Aber ich bin vorsichtig optimistisch, dass wir nächstes Jahr weiterkommen."

Der Trostberger Stadtrat hat jetzt bis nächsten Monat Zeit, die Pläne zu prüfen. In der nächsten Sitzung muss das Gremium sich dann entscheiden, ob es dem Vorentwurf zustimmen kann. Sollte das der Fall sein, werden diese dann auf den Genehmigungsweg geschickt.

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