Die Führung hat durch ältere Spieler zu erfolgen

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Auf dem Podium in Tacherting: Bernhard Winkler, Richard Neudecker, Christian Schmidbauer und Heinz Schmidt

Tacherting - Tacherting: Zur traditionellen Winterregionsversammlung lud die ARGE Region 6 (Arbeitsgemeinschaft der Fanclubs des TSV 1860 München) am vergangenen Samstagabend nach Tacherting. Beim dort heimischen Löwenfanclub „Schalchner Löwen“ trafen die Fans aus Nah und Fern ein, um eine fruchtbare und wissensreiche Diskussion mit drei Ehrengästen durchzuführen.

Hans Bernd Schmidlehner, Boss der Schalchner Löwen, begrüßte alle anwesenden Personen und übergab Christian Schmidbauer, Regionsvorstand ARGE 6, das Wort. Schmidbauer stellte alle Gäste mit einer kurzen Biographie vor. Bernhard Winkler, einer der Aufstiegsheld der Löwen in den 90er Jahren, ist jetzt Leiter der Löwenfußballschule und somit nahe dran an der Nachwuchsförderung. Winkler, der in den vergangen Jahren eine richtige Hierarchie in den Profimannschaften der Löwen vermisste, stellte fest, dass es für die jungen Spieler bei Sechzig nicht einfach ist. Es sollten nicht die jungen Kicker, wie es 1860 ist, die älteren Spieler zum Erfolg führen und die Erwartung der Fans erfüllen, nein es sollte genau umgekehrt funktionieren. Im Anschluss an Winkler kam „Local Hero“ Richard Neudecker ins Spiel. Der Altöttinger spielte in seiner Jugend in Buchbach, Burghausen und Ampfing. Mit 14 Jahren wechselte er zu den Löwen und ist seit 2015 Profi. Neudecker stimmte Winklers Aussagen zu. Ob er nach der Saison, sein Vertrag läuft im Sommer aus, diese Frage konnte er nicht eindeutig beantworten. Sollte das „Rund-um-Paket“ passen würde er gerne bei 1860 München bleiben. Wichtig ist ihm, dass er spielt und somit sein Ziel 1.Bundesliga erreicht. Auch müsste 1860 selbstverständlich in der 2.Bundesliga verbleiben. Neudecker präsentierte sich als ambitionierter Jungprofi mit klaren Zukunftsvorstellungen.

Bundesligaverbleib? Finanzen? 50+1 – Regel? Stadionfrage? Hassan Ismaik? Dies war der Fragenkatalog den Schatzmeister und Vizepräsident Heinz Schmidt zu bewältigen hatte. Der aus Pang stammende Schmidt hatte sich seinerzeit per E-Mail beim damaligen Präse Hep Monatzeder beworben. In einer Münchner Zeitung stand anderem folgende Aussage „Ich dachte mir, die wissen im Verein vielleicht gar nicht, dass es Leute gibt, die sich gerne einbringen wollen.“ Jetzt ist er seit 2013 im Amt. Dass die Situation bei 1860 äußerst schwierig ist, war eigentlich jedem Anwesenden bekannt, aber dass es gleich so schlecht aus sieht, mit dem hatte man nicht gerechnet. Sollten die Löwen in dieser Saison nicht absteigen, so ist die Folgende gesichert, von Insolvenz kann man nicht sprechen, so Schmidt. Ein Abstieg hätte fatale Folgen. Die laufenden Kosten würden explodieren und wären wesentlich höher, als jetzt. Die Stadionmiete ist nicht das Problem, so Schmidt weiter. Dass Catering in der Arena, die verkauften Logen, es muss einfach alles bezahlt werden, was in der Arena verkauft wird. Die einzigen Einnahmen die 1860 hat, sind die Einnahmen aus dem Verkauf der Eintrittskarten. Bei einem Abstieg wäre eine Insolvenz nicht zu verhindern, welche Auswirkungen diese hätte, schwer zu sagen. Auch in welchem Stadion dann gespielt werde, bleibt offen. Die Stadt München würde es gerne sehen, wenn die Löwen in das Olympiastadion wechseln würden. Die Kosten für einen Umbau, so der ebenfalls anwesende Richard Ostermaier (Verwaltungsratsmitglied bei 1860), wären so hoch, dass auch ein Neubau finanziert werden könnte. Es gibt mehrere Variationen für einen Neubau, so Ostermaier weiter und es wird vielleicht noch in diesem Jahr eine Entscheidung geben.

Hassan Ismaik, Investor aus Jordanien. Diese Person ist für den Verein nicht nur ein Gewinn, teils auch eine enorme Belastung. Ismaik ist schwer auszurechnen und man muss seine Eigenheiten dulden, was nicht immer einfach ist. Aber ohne Ismaik geht halt nichts, keine Entscheidung, kein Transfer. Diese Abhängigkeit kritisierte das Gros der anwesenden Fans. Auch Regionsvorstand Christian Schmidbauer sah hier eine eklatante Gefahr. Der Verein ist erpressbar und mit einem sehr emotionalen und unberechenbaren Ismaik wird man sich jedes Jahr aufs Neue unterordnen und Kompetenzen des Vereins in der KGaA zähneknirschend abgeben müssen, um den Investor zu besänftigen und die Gelder zu erlangen. Vize Schmidt ergänzte, dass ihm bisher keiner schlüssig erklären konnte, was nun die sinnvollen Argumente eines „Knalls“ wären. Auch stellte der Vereinsschatzmeister fest, dass einzig und allein Hasan Ismaik über den Verkauf seiner Anteile zu entscheiden habe, da sie ja in seinem Besitz befindlich sind. Dass hier der Verein sich auf die Suche nach Investoren macht, halte er für schlicht nicht notwendig, da ein möglicher Investor klare Angaben und Aussagen benötige und natürlich auch einen Preis. Dies alles ist nur über den jordanischen Investor möglich.

In der weiterführenden Diskussion mit den Ehrengästen wurde noch ein umfangreicher Fragenkatalog bearbeitet. Bernhard Winkler nahm auf Anfrage auch noch Stellung zur Einbindung von ehemaligen „Helden“ des TSV 1860. Hier könne man nicht einfach so Ex-Spieler ohne richtige Aufgabe integrieren. Es gibt einfach Posten, die nicht besetzt werden können, weil sie schlicht im Verein oder sogar im deutschen Profifußball nicht existieren. Natürlich muss die Einbindung von ehemaligen Spielern ein Arbeitsansatz sein, jedoch nur wenn dies sinnvoll ist und auch im Aufgabenbereich eine Wertigkeit hat. Heinz Schmidt ergänzte, dass es keine Aufgabe des Präsidiums sei, sich in sportliche Belange einzumischen, daher wäre hier in diesem Gremium ein ehemaliger Spieler nicht ideal besetzt. Wie im weiteren Verlauf auch bekannt wurde, gab es schon genügend Angebote an ehemalige Spieler, im Verein mitzuarbeiten. Dies scheiterte aber an unterschiedlichen Gründen. Weiter wurde Richard Neudecker über die Stimmung in der Mannschaft befragt. Neudecker gab zu, dass die Stimmung bis zur Winterpause, vor allem nach den Niederlagen, nicht wirklich prickelnd war. Das Spiel gegen den FC St.Pauli Hamburg gab kurzfristig Hoffnung und einen Stimmungsschub, doch im Anschluss daran und den darauffolgenden Negativerlebnissen stellte sich hier eine kleine Negativität ein. Im Winter habe sich dies jedoch gedreht und Neudecker scheint zu spüren, dass so etwas wie Aufbruchsstimmung vorherrsche. Alle seine Kollegen seien hochmotiviert und wollen den Karren wieder aus dem Dreck ziehen. Als Vorbilder für sich selbst sah Neudecker vor allem altgediente Profis wie Kai Bülow oder auch Kapitän Christopher Schindler.

Nachdem die gut über zweistündige Fragestunde beendet war, bedankten sich Regionsvorstand Christian Schmidbauer und Hans Bernd Schmidlehner (1. Vorstand Schalchner Löwen) bei allen Gästen und Schmidlehner überreichte den drei Ehrengästen aus Nah und Fern noch ein kleines Präsent als Erinnerung an die gelungene Veranstaltung in Tacherting. Alle Gäste und Fans verblieben noch einige Zeit im Veranstaltungslokal und diskutierten an den Tischen intensiv weiter.

ARGE Region 6 des TSV München von 1860 e.V.

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