LANDFLUCHT VERMEIDEN DURCH BRUNNENBAU IN DER MASSAISTEPPE – DER AKTIONSKREIS OSTAFRIKA e.V. aus Traunstein hilft seit mehr als 25 Jahren in Tansania

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Pumpen von früh bis spät

Altenmarkt a.d. Alz - In der dürren, von Wassernot geplagten Gegend Kambi Ya Chokaa in der Massai-Steppe Tansanias leben viele Familien mit Kindern. Die Männer sind auf der Suche nach neuem Futter und Wasser für das wenige Vieh. Da diese sich jedoch immer aussichtsloser gestaltet, reduziert sich der Bestand von Jahr zu Jahr. Die Frauen und Kinder müssen sich um die Beschaffung der täglichen Nahrung kümmern. Und um Wasser. Durch das fehlende Wasser schwindet die Lebensgrundlage für diese wachsende Population. Ohne Hilfe müssen diese Menschen ihre Heimat verlassen, um zu Überleben. Die Flucht beginnt.

Es gibt für die rund 5.000 Menschen, die verstreut in einem Radius von ca.5 km in Kambi Ya Chokaa leben, nur einen Brunnen, aus dem man mit einer Handpumpe von früh bis spät Kübel für Kübel, Kanister für Kanister füllt. Zum Teil von weit her kommen die Frauen und Kinder, um täglich wenigsten 10 Liter für ihre meist große Familie zu ergattern. Dann, wieder den Kübel auf den Kopf oder in Gemeinschaft mit 4 Kanister auf einem Esel oft mehr als 5 km zurück bis zu Ihren Hütten. Auch die Kinder helfen mit, pumpen, tragen, keine Zeit für Schule, Ausbildung. Jeden Tag das gleiche, jeden Tag zu wenig Wasser für alle. 1500Liter am Tag sei das Maximum was die Pumpe schafft, meint der Dorfchef der Massai-Gemeinschaft. Immer mehr Massai überlegen sich diese Steppenlandschaft zu verlassen um zu überleben. Nur genügend Wasser vor Ort kann diese sich anbahnende Landflucht eindämmen. Man kennt den Traunsteiner AKO- Aktionskreis Ostafrika wegen seiner diversen erfolgreichen Wasserprojekte im Kilimanjaro Gebiet und so kam die Bitte um Hilfe in Chokaa zur AKO Vorstandschaft.

Im März 2015 begann AKO Vorstand Hans Siemer schließlich die Verhandlungen vor Ort. In der Folge wurden dann die Planung, die Angebotseinholung eines geologischen Gutachtens, sowie die Kostenschätzung eines Tiefbrunnenbaues mit Solar betriebener Förderpumpe vom AKO in Angriff genommen. Schließlich galt es die Finanzierung dieses wichtigen Projekts sicher zu stellen. 35.000 Euro standen auf der Bedarfsliste. Durch Unterstützung der Erbacher Stiftung aus Kleinheubach konnten schließlich die ersten Schritte umgesetzt werden. Nach Erhalt aller Genehmigungen und der positiven Beurteilung über die Grundwasserseen in diesem Gebiet, vergab AKO den Bohrauftrag an eine tansanische Fachfirma. In enger Zusammenarbeit mit dem AKO wurde so schließlich im Februar 2016 in 60m Tiefe ein großes Grundwasservolumen erreicht. Der Dauerpumptest ergab eine Förderleistung von 9000Liter pro Stunde ohne Abfall des Grundwasserpegels. Die Freude der Bewohner über den Bohrerfolg war unbeschreiblich. Die Menschen sehen nun wieder eine Perspektive, um an ihrem angestammten Platz zu bleiben. Statt Pumpen finden Kinder dann auch die Zeit die entfernte Schule zu besuchen. Auch der Bau eines Kindergartens als Vorschule ist in der AKO Planung später vorgesehen.

Nun gilt es für den AKO die restliche Finanzierung von 25.000 Euro für die Brunnenanlage, die Vorratstanks, die Solaranlage sowie die Pumpeinrichtung zuwege zu bringen. Der Aktionskreis Ostafrika hofft daher weiterhin auf Spendenunterstützung um Menschen in Tansania durch seine Projekte im Bereich Grundversorgung, Ausbildung und Gesundheit Lebensperspektiven in Ihrem Land zu geben.

AKO schafft den Menschen in Tansania Lebensgrundlagen und damit Perspektiven. Menschen mit Perspektiven fliehen nicht aus Ihrer Heimat.

Mehr Infos unter www.aktionskreis-ostafrika.de

Hans Siemer, Aktionskreis Ostafrika e.V., Traunstein

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