Ortsheimatpfleger Josef Fischer übergibt nach 15 Jahren sein Ehrenamt an Angelika Nistler

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vo.li.: 1. BGM Schroll, Pater Gabriel, Angelika Nistler, Ehepaar Fischer, Dr. Soika

Vachendorf - Beim Treffen der Vachendorfer Heimatfreunde im Gasthaus zur Post konnte der scheidende Ortsheimatpfleger Josef Fischer eine Reihe von Mitbürgern und Gästen begrüßen, u.a. Pater Gabriel, Bürgermeister Rainer Schroll mit acht Gemeinderäten, Altbürgermeister Nik Diener und Kreisheimatpfleger Dr. Soika; außerdem Kirchenpfleger Franz Haberlander und den Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats Rudi Obermaier.

Der Ortsheimatpfleger informierte gleich zu Anfang die Anwesenden, dass es ihm nach langer Suche gelungen sei, Angelika Nistler als seine Nachfolgerin für dieses Ehrenamt gefunden zu haben. Diese werde in Zukunft die Aufgabe übernehmen, die er selbst 15 Jahre lang erfüllt habe, sobald sie vom Gemeinderat dafür bestellt werde, wie bereits von kirchlicher Seite geschehen. Dabei seien zwei Bereiche zu pflegen und ständig zu ergänzen: das kirchliche Archiv im Pfarrheim und das politische Depot der Gemeinde, das jahrzehntelang die ehemaligen Ortheimatpfleger Franz Liebl und Hans Schneider sorgfältig aufgebaut haben. Archiv und Depot werden für die Gemeinde nach Fertigstellung des Zischeckhauses dort untergebracht. Fischer bedauerte, dass die Matrikelbücher, die alle Pfarrer seit dem 16.Jhd. führen mussten, in München liegen. In diesen seien alle Taufen, Eheschließungen und Sterbefälle der Pfarrgemeinde verzeichnet. Die Pfarrei besitze heute nur mehr Mikrofilme der Matrikelbücher.

Zum Schluss erwähnte Josef Fischer noch einige Spuren der Römer, Kelten und Bajuwaren in unserer Gegend, u.a. Primus, nach dem die Adelholzener Primusquelle benannt sei, das Militär-diplom von Geiselprechting sowie die Ausgrabungen am Türlberg , wo eine Römervilla unter der Erde mit einer elektromagnetischen Prospektion und durch Grabungen nachgewiesen worden seien. Sein Dank am Schluss galt der Gemeinde für die finanzielle Unterstützung und dem Kreisheimatpfleger Dr. Soika, der ihn in allen Jahren seiner Tätigkeit beraten und unterstützt habe.

Dr. Soika unterstrich die Ausführungen von Josef Fischer mit einem Appell auch an die zukünftige Ortsheimatpflegerin, das Archiv und das Depot zu pflegen, denn diese seien das Gedächtnis und das Schatzkästlein der Gemeinde. Auch in Zukunft werde die Heimatpflege sich um Brauchtum und Denkmalpflege kümmern sowie Altes und Neues zu bewahren versuchen. Er erwähnte nochmals das Militärdiplom von Geiselprechting als die älteste Urkunde in Bayern vom 15.6.64 n.Chr., in dem ein keltischer Soldat seine Entlassungsurkunde aus dem Militärdienst erhalten habe.

Auch Pater Gabriel bedankte sich für die von Josef Fischer mit Begeisterung geleistete Arbeit und freute sich über die Bereitschaft von Angelika Nistler, dieses Amt zu übernehmen. Bürgermeister Rainer Schroll würdigte den scheidenden Ortsheimatpfleger für dessen großes Interesse, ja für dessen Herzblut für die Gemeinde Vachendorf seit vielen Jahrzehnten. Leider konnte dessen Hoffnung, eine Römervilla in Vachendorf ganz ausgraben zu dürfen, nicht in Erfüllung gehen. Josef Fischer habe viel im Verborgenen, nämlich im Spitzboden des Pfarrheims gearbeitet. Der Bürgermeister hoffe, dass der scheidende Ortsheimatpfleger bald Angelika Nistler in ihre neue Aufgabe einführen und hoffentlich auch noch lange beratend tätig sein werde. Er sprach Josef Fischer seinen Dank für die harmonische Zusammenarberit aus und übergab ihm als ein Zeichen dieses Dankes das Buch von Rogasch „Bayern in 24 Kapiteln“. Hier werden 24 Stationen aus der Kulturgeschichte geboten. Dank ging auch an Frau Fischer. Sie bekam einen Blumenstrauß für die Unterstützung ihres Mannes .

Dann stellte Angelika Nistler dar, dass sie immer schon großes Interesse an der Geschichte gezeigt habe, was sich auch an ihrer Beschäftigung mit dem Jakobsweg dokumentiere. Sie lebe seit über 50 Jahren in Vachendorf und habe schon früh Kontakt zum ehemaligen Ortsheimatpfleger Liebl geknüpft. 1990 habe sie für die 1200-Jahrfeier in Vachendorf zur Ausstellung über den Vachendorfer Maler Johann Baptist Neumüller (1799 - 1840) einen Text über diesen Künstler verfasst. Nun habe sie einen „Kopfsprung“ in die neue Aufgabe gemacht und werde ihr Bestes dafür tun. Am Ende des Treffens schlug Kirchenpfleger Franz Haberlander vor, in Geiselprechting eine Kopie des Militärdiploms in einem Schaukasten zu zeigen. Es werde nämlich immer wieder nach Bayerns ältester Urkunde gefragt.

Arnold Poschmann

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