Bayern soll auch in Zukunft ein attraktives Reiseziel sein

Interessanter Gedankenaustausch beim Tourismusdialog der Bayern- SPD

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Die „Tourismusperspektiven am Nordrand der Alpen“ standen im Mittelpunkt des Tourismusdialoges. Mit dabei waren (v. links) der Geschäftsführer der Willy-Scharnow-Stiftung, Walter Krombach, der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser, die Landtagsabgeordnete Martina Fehlner, Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler und der Landtagsabgeordnete Günther Knoblauch.

Ruhpolding - Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in der Region und nicht mehr wegzudenken. Darum hat sich die SPD -Fraktion des Bayerischen Landtages entschlossen im „Held’s Vital Hotel“ in Ruhpolding einen Tourismusdialog zu veranstalten, um über ein Zukunftskonzept zur Ausschöpfung des großen Fremdenverkehrspotentials zu sprechen. Die Gesprächsrunde stand daher unter dem Motto: „Tourismusperspektiven am Nordrand der Alpen“.

Neben einer ganzen Reihe von Bürgermeistern, Gastronomen und Tourismusfachleuten aus der Region konnte der Landtagsabgeordnete Günther Knoblauch auch die tourismuspolitische Sprecherin der SPD- Landtagsfraktion, Martina Fehlner, und den Geschäftsführer der Willy-Scharnow-Stiftung, Walter Krombach begrüßen, die als Gesprächspartner ebenfalls zur Verfügung standen. „Gerne möchten wir uns mit den Tourismusexperten austauschen und über mögliche Ansätze diskutieren“, sagte eingangs Knoblauch. Auch Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler hieß die Teilnehmer herzlich willkommen und freute sich über den „Querschnitt von Vertretern aus der Region“. In seinen Ausführungen ging er auf den Wandel des Tourismus im Alpenraum, sowie die Nähe und somit Konkurrenz zu Österreich ein. Besonders kritisierte er die fehlenden Lösungsansätze der Bayerischen Staatregierung zum Thema Tourismus in den ländlichen Regionen. In den Alpengemeinden sei der Tourismus der wichtigste Hauptwirtschaftszweig. „Die guten Ergebnisse der letzten Jahre beziehen sich aber auf den boomenden Städtetourismus“, so Pichler. Bayern sei nach wie vor das Tourismusland Nummer Eins und habe seine Spitzenposition unter den beliebtesten deutschen Reisezielen behauptet, sagte die Landtagsabgeordnete Martina Fehlner. Dieser Erfolg komme natürlich nicht von alleine, „dafür haben die Hotels, die Gastronomen, die touristischen Verbände und die touristischen Leistungsträger aus den verschiedensten Bereichen hart gearbeitet“, betonte sie. Damit der Erfolg Bayerns als Tourismusdestination für die Zukunft gesichert werden könne, müsse man sich rechtzeitig auf Veränderungen und Herausforderungen einstellen. In erster Linie gehe es vor allem um den Klimawandel mit den Auswirkungen auf den Wintertourismus, den demografischen Wandel durch die immer älter werdende Gesellschaft und die Globalisierung mit der dadurch entstehenden Konkurrenz. „Das berührt den Tourismus in Bayern unmittelbar, darauf müssen wir reagieren“, sagte die ehemalige Reisejournalistin.

Wenn man sich die Tourismuszahlen näher anschaut, würde sich daraus ein differenziertes Bild ergeben. Der Städtetourismus boome, genauso wie auch der „Eventtourismus, wie Oktoberfest oder Allianzarena“. Dagegen seien strukturschwache ländliche Regionen touristisch trotz vielfachen Potenzials oft nur schwach entwickelt. Gerade aber für den ländlichen Raum sei der Tourismus mit „seinen nicht exportierbaren Arbeitsplätzen“ extrem wichtig. Ein weiteres wichtiges Thema sei die Mobilität. Gerade Bus, Bahn, Rad und „Car Share Autos“ müssten perfekt aufeinander abgestimmt sein, dann würden sie auch genutzt werden. Fehlner warf die Frage auf, was noch zu verbessern sei, wo Defizite vorhanden sind und wo Programmförderungen angebracht seien. Den Lösungsansatz findet sie in der konkreten, analytischen Auswertung des Klimawandels und der daraus resultierenden Maßnahmenvorschläge. Auch eine intakte Natur und authentische, facettenreiche Kulturtraditionen müssten erhalten werden. Abschließend stellte sie fest: „Bayern soll auch in Zukunft ein attraktives Reiseziel für alle Ziel- und Einkommensgruppen sein“. „Der Tourismus in den ländlichen Räumen hat drei zentrale Treiber“, sagte der Geschäftsführer der Willy-Scharnow-Stiftung, Walter Krombach. Einmal seien es die Veränderungen im Wertegefühl der Kunden, dann die demografischen Veränderungen in der Gesellschaft und letztlich die Änderungen auf der Anbieterseite, wie man zum Beispiel mit den touristischen Dienstleistungen auf dem Land auf sich aufmerksam machen kann. Man habe verschiedene Zielgruppen herauskristallisiert, die sich aber von Region zu Region unterscheiden würden. Die Vorarbeit sei nun geleistet, nun müsse das Ergebnis in die Region getragen werden. Harsche Kritik äußerte er in Zusammenhang an der geplatzten Fusion der Tourismusverbände in Rosenheim und Traunstein. Vorbild sei für ihn beispielsweise das Allgäu, wo vier Landkreise, zwei Bundesländer und zwei Staaten zusammengefunden haben. Den interessanten Nachmittag beendete eine intensive Diskussion über die Sorgen, Nöte und Probleme im Tourismus. Der Bürgermeister der Marktgemeinde Berchtesgaden äußerte zum Beispiel, dass die öffentlichen Bäder „am Bedarf vorbei gebaut wurden“. Auch der Mindestlohn stand auf seiner Kritikliste, der nach seiner Ansicht ein „anscheinend nicht mehr händelbares Instrument“ sei. Im Tourismus sollten außerdem nicht die Übernachtungszahlen im Vordergrund stehen, sondern die Marke. Er sah aber die durch die Krisen hervorgerufenen Übernachtungszahlsteigerungen als eine Chance, um die Qualität voran zu bringen. Reit im Winkls Bürgermeister Josef Heigenhauser betonte, dass die Alpendörfer ohne Mittelstand „Zonenrandgebiete“ seien. Die Kommunen müssten daher besser gefördert werden. Seine Forderung in Richtung der Staatsregierung ging dahin, einen „eigenen Staatssekretär nur für den Tourismus“ zu benennen, der nicht „wie bisher als Beiwerk in einem anderen Resort beschäftigt“ sei. Unterwössens zweiter Bürgermeister Bartl Irlinger betonte als Vertreter der privaten Gastgeber im Chiemgau, dass die Förderung mit Zuschüssen für die Modernisierung für die Kleinvermietern neue Anreize schaffen würden.

Schließlich versprachen die beiden Abgeordneten, sich für die Anliegen der touristischen Betriebe einzusetzen und diese Art der Gespräche auch in Zukunft zu organisieren. Bleibt zu hoffen, dass die „Tourismusperspektiven am Nordrand der Alpen“ letztlich auch zu den gewünschten Ergebnissen führen.

Pressemitteilung SPD Ruhpolding/HAB

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