Dringender Bedarf an Wohnungen in Freilassing

FWG Heimaltiste will bezahlbaren Wohnraum und Wohnen für Einheimische auf den Weg bringen

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sonstiger Ort - Wohnraum in Freilassing müsste auf drei Säulen stehen: Dem sozial geförderten Wohnbau, dem vergünstigten Einheimischen wohnen, sowie dem freien Wohnungsmarkt, betonte Ortsvorsitzender Florian Löw.

Auf der vor kurzem abgehaltenen öffentlichen Vorstandsitzung der FWG/Heimatliste war das bestimmende Thema ganz klar - die wohnwirtschaftliche Entwicklung in Freilassing. Der Ortsvorsitzende Florian Löw führte an, dass die FWG/Heimatliste mit der mangelhaften Umsetzung der Ziele zum Thema „Wohnen“ aus dem ISEK, sowie dem nicht vorhandenen wohnwirtschaftlichen Gesamtkonzept in der Stadt in keinster Weise zufrieden ist. Leider dominiert in Freilassing der freie Markt und so bestimmen hauptsächlich Bauträger in Freilassing, wohin der Weg auch preislich geht. Spekulationsobjekte entstehen, welche zu horrenden Preisen an Kapitalanleger veräußert werden. Diese Entwicklung schlägt sich natürlich auch auf die Mietpreise dieser Objekte negativ nieder, führte Löw aus. Grundstückspreise um die 400 – 450 € sind in Freilassing mittlerweile schon eher der Durchschnitt. So kämen Grundstücke im Bereich der Innenstadt bereits auf Preise knapp bis 500 €. Dies können Familien und kleinere Einkommen gar nicht mehr Schultern. Der Ortsvorsitzende führt aus, dass es an der Stadt und auch dem Stadtrat liege, den Rahmen für ein ausgewogenes Verhältnis auf dem Wohnungsmarkt zu schaffen. Die Wohnungsbaugenossenschaft ist sehr bemüht, auf ihren bestehenden Grundstücken nach zu verdichten und kann somit preislich günstigen Wohnraum in begrenztem Umfang in Freilassing realisieren, so der Ortsvorsitzende. Aufgrund der hohen Grundstückspreise jedoch weicht auch die Wohnbau Genossenschaft auf weitaus günstigere Flächen in den Nachbargemeinden aus, um der Nachfrage gerecht zu werden.

Bettina Oestreich merkte an, dass die FWG/Heimatliste ganz klare Vorstellungen hat, wie sie in Freilassing auf den Wohnungsmarkt einwirken könnte. Über Jahrzehnte hinweg hat es die Stadt Freilassing schlichtweg versäumt, selbst Grund zu erwerben. Obwohl in vielen Fällen ein Vorkaufsrecht bestand, so Oestreich. Damals waren die Gründe günstig und große Flächen standen immer wieder einmal zum Verkauf. Diesen Makel können wir bei der heutigen Preisentwicklung gar nicht mehr wett machen und so sind wir als Stadt Freilassing darauf angewiesen, gemeinsam mit verschiedenen am System Beteiligten in enge Kooperationen zu gehen.

Wie im ISEK bereits bemängelt, wurde ist es weiterhin ein Bestreben der FWG/Heimatliste sein, eine kommunale Wohnbaugesellschaft mit ins Boot zu holen. Wohnbauwerk Berchtesgaden wäre als kommunales Unternehmen eine Bereicherung und eine sinnvolle Ergänzung gerade für das Segment der preislich erschwinglichen Mietwohnungen. Zudem soll auch die Kooperation mit der Wohnbaugenossenschaft noch weiter gestärkt werden.

Um an bezahlbaren Grund oder auch Wohnungsmodelle für Einheimische zu gelangen, ist es sicherlich notwendig, das Thema sozialgerechte Bodennutzung anzugehen. Der Grundsatz für SOBON muss sein, einen Rahmen zu schaffen, mit dem Grundbesitzer ebenso wie die Stadt leben kann - ein Kompromiss für beide Seiten also. Für die Heimatliste steht fest, dass wir in der Stadt zuvor feststellen müssen, welchen Bedarf wir in den nächsten Jahren an Sozialwohnungen sowie Mietwohnungen für mittlere Einkommen und in welchen Größen haben werden. So praktizierten es auch andere Städte in unserer Größe, erläuterte Löw den Anwesenden.

Wir wollen einen Höchstsatz und eine Regelung über städtebauliche Verträge. Im Zuge der Nachverdichtungen wollen wir eine Anwendung des SOBON auch auf Bauträgerprojekten, vorrangig dort, wo Bebauungspläne geändert werden müssen und wenige Wohneinheiten durch viele ersetzt werden. Ein finanzieller Ausgleich für die der Stadt entstehenden höheren Kosten für Infrastruktur wie Kindergarten oder Krippenplätze betrifft Bauträger wie Grundstückseigentümer mit großen Projekten gleichermaßen. Auch in der Staufenstraße stehe ein enormes Potential an Wohnflächen zur Verfügung. Pläne dazu liegen bereits seit 1,5 Jahren vor. Hier müsste nur zu Ende verhandelt werden. Ferner müsse die Vollendung der Bebauung des städtischen Restgrundstückes an der Schlenkenstraße endlich angegangen werden. Bisher wurde nur auf der Stelle getreten, bedauerte Löw. Dort sollte ebenfalls unbedingt eine Mietwohnungsnutzung durch die Genossenschaft oder auch das Wohnbauwerk eingeplant werden. Die Erschließung der B20 in der Verlängerung der Reichenhaller Straße bleibe ein wichtiges, kurzfristig zu erreichendes Ziel, führte Fritz Braun aus. Nicht nur um den Salzburger Platz verkehrstechnisch zu entlasten, sondern um auch die Verkehrsbelastung einer künftigen Entwicklung am Bahnhof und der Staufenstraße innerstädtisch erträglich zu machen, erläuterte der Ortsvorsitzende. „Auch an der Bundespolizeiinspektion müssen wir dran sein und aktive Standortwerbung für Freilassing betreiben.“ Die möglichen Standorte müssen von der Stadt aktiv an die Bundespolizei herangetragen werden. „Wir wollen die Bundespolizeiinspektion in Freilassing haben. Das müssen wir den Verantwortlichen auch ganz klar zeigen.“, zeigte Fritz Braun auf. Wir müssen hier jetzt voran kommen - Schritt für Schritt, forderte Ludwig Unterreiner. Die Menschen brauchen Lösungen in Freilassing. Wir wollen nicht, dass unsere jungen Leute wegziehen, weil Sie sich in Freilassing das Leben nicht mehr leisten können. Dafür tragen wir als Stadt die Verantwortung.

FWG Heimatliste Freilassing

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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