Dr. Schmid informierte an der Salzachklinik Fridolfing

Reges Interesse beim Vortrag über Schilddrüsenerkrankungen

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Der Referent Dr. Thomas Schmid

Fridolfing - Dr. Thomas Schmid referierte an der Salzachklinik über die Ursachen, Krankheitsverläufe und Behandlungsmethoden.

Der Belegarzt, der neben seiner Praxis, mit eigenen Betten in der Salzachklinik Fridolfing tätig ist, brachte mehr als 25 Jahre Erfahrung mit in den Vortrag – was deutlich spürbar war. Gleich zu Beginn erklärte er die allgemeinen Funktionen der Schilddrüse. Das schmetterlingsförmige Organ befindet sich unterhalb des Kehlkopfes und produziert, gesteuert durch das Gehirn, die jeweils notwendige Menge an Schilddrüsenhormonen, die eine zentrale Rolle im Stoffwechsel spielen. Die Schilddrüse regelt u. a. den Energie- und Wärmehaushalt des Menschen. „Laut einer Studie hat jeder Dritte Funktionsstörungen der Schilddrüse“, so Dr. Schmid.

Untersuchungsmöglichkeiten

Bei Verdacht auf eine Erkrankung gibt es drei Untersuchungsmöglichkeiten: Erstens Ultraschall: Beim Ultraschall der Schilddrüse, beurteilt der Arzt, ob Knoten vorhanden sind, das Gewebe regelmäßig ist und ob Anzeichen für eine Entzündung vorhanden sind. Zweitens Blutuntersuchung: Mittels Blutuntersuchung wird festgestellt, ob die Schilddrüse richtig arbeitet. Drittens Szintigramm: Auf Anraten des Arztes kann zusätzlich ein Szintigramm als Funktionsuntersuchung durchgeführt werden. Szintigramm ist ein Nuklearmedizinisches Untersuchungsverfahren, bei dem radioaktive Stoffe in den Körper eingebracht werden um krankhafte Veränderungen sichtbar zu machen.

Ursachen / Krankheitsverläufe

Heiße Knoten

Anzeichen für eine Überfunktion mit sogenannten „heißen Knoten“ sind Unruhe, zittern und Reizbarkeit. Dr. Schmid betonte: „Bei Nichtbehandlung kann die Überfunktion das Herz in Mitleidenschaft ziehen und sogar zu Lebensgefahr führen“.

Kalte Knoten

Bei einer Unterfunktion, sogenannten „kalten Knoten“, werden alle Körperfunktionen heruntergefahren. Der Patient fühlt sich geistig und körperlich schlapp und ist nicht mehr leistungsfähig. Ca. 3 bis 5 % der kalten Knoten sind entartet, das heißt es liegt ein Schilddrüsenkrebs vor. Nach Auskunft von Dr. Schmid ist ein Schilddrüsentumor jedoch gut behandelbar mit einer meist guten Prognose. Allerdings nur, wenn die kalten Knoten behandelt bzw. entfernt werden.

Autoimmunentzündung

Eine weitere Erkrankung der Schilddrüse ist die Autoimmunentzündung. Bei ihr richten sich Antikörper im Organismus aus bislang nicht geklärten Gründen gegen die Schilddrüsenzellen. „Diese gehen nach und nach kaputt und der Betroffene rutscht immer tiefer in die Unterfunktion, weil kein Hormon mehr produziert wird“, warnt Dr. Schmid.

Jodmangel

Durch Jodmangel kann sich die Schilddrüse vergrößern. In diesem Fall lässt sich im Blut ein erhöhter TSH-Wert feststellen, der einen Wachstumsreiz auslöst. Es entsteht ein Kropf. Dr. Schmid erklärt, dass auch hier, neben einer konservativen Therapie ein operatives Vorgehen erforderlich sein kann. Ab und an muss die Schilddrüse sogar vollständig entfernt werden. Tritt dies ein, werden die Hormone mit Tabletten ersetzt, was einfacher und verträglicher ist als ein ständig schwankender Hormonspiegel. Laut Dr. Schmid sind die Risiken bei einer Schilddrüsen-OP sehr gering. Sie liegen unter 1 %.

Medikamente oder Operation

Anschließend erklärte er, dass die Patienten davon profitieren können, dass er als niedergelassener Chirurg gleichzeitig Belegarzt und Operateur ist. So könne er die Patienten von der Beratung bis hin zum chirurgischen Eingriff und der erforderlichen Nachsorge betreuen. Doch er beteuert: „Nicht immer ist eine OP erforderlich, auch mit Medikamenten lässt sich viel erreichen“. Im Anschluss an den Vortrag machten die Zuhörer regen Gebrauch von der Möglichkeit, Fragen zu stellen, die von Dr. Schmid ausführlich und verständlich beantwortet wurden.

Salzachklinik

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