Petra Ohlendorf informierte an der Salzachklinik Fridolfing

Reges Interesse beim Vortrag über Depressionen

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Vortrag von Petra Ohlendorf

Fridolfing - Petra Ohlendorf referierte an der Salzachklinik darüber was Betroffene bei akuter Angst und/oder Depression für sich selbst tun können.

Wie im letzten Jahr als Frau Ohlendorf einen Vortrag zum Thema Depression hielt, war der Mehrzweckraum der Salzachklinik wieder bis auf den letzten Platz gefüllt. Mehr als 70 Interessenten waren gekommen, um den spannenden Vortrag zu verfolgen. Im diesjährigen Vortrag ging es darum, den Zuhörern zu vermitteln, dass sie einer etwaigen Depression oder Angststörung nicht zwangsläufig ausgeliefert sein müssen.

Thema im ersten Teil des Vortrags war Angst in allen Formen: - Panikattacken - Angst – „immer und überall“ - Akute Angst in und vor bestimmten Situationen, z. B. Höhenangst - Angst vor spezifischen Objekten, z. B. Tierphobien usw… „Eigentlich ist Angst ja etwas Positives, was uns schon seit der Urzeit vor Gefahren aller Art beschützt“, meinte Frau Ohlendorf. Jedoch kann Angst im krankheitswertigen Übermaß zur starken Belastung werden. Perta Ohlendorf rät unter anderem dazu, dass Betroffene ein sogenanntes „Angsttagebuch“ führen sollten. - Wann kommt die Angst? - Wie fühlt sie sich an? - Welche körperlichen Reaktionen treten auf? (z. B. Zittern, Schwitzen…) Oft empfinden Patienten „Angst vor der Angst“. Diese „Erwartungsangst“ führt dazu, dass z. B. bestimmte Situationen vermieden werden, das den sozialen Rückzug zur Folge hat, welches wiederum die Angstspirale in Bewegung setzt.

Tritt ein plötzliches Angstgefühl auf, so können schon einfache Atemübungen helfen. Ein Beispiel dafür wäre tief in den Bauch einzuatmen, die Luft anzuhalten und langsam wieder auszuatmen. Bereits diese einfache Maßnahme verlangsamt den zu schnellen Puls und reguliert die Emotionen. „Außerdem können bei verschiedenen Angstgefühlen Meditation, Joga, Autogenes Training und verschiedene andere Entspannungsübungen sinnvoll sein“, so Frau Ohlendorf. Sie rät dazu, sich mit seiner Angst „aktiv“ auseinander zu setzen oder es zumindest zu versuchen und sagt: „Bleiben Sie in der Situation – statt sie zu vermeiden. Erinnern Sie sich an ähnliche Situationen, die Sie irgendwann schon bewältigt haben und lenken Sie sich beispielsweise durch Gedankenspiele ab, wie Vornamen mit dem Buchstaben „A“ zu suchen oder Kopfrechnen.“ Das können Betroffene auch dann unauffällig tun, wenn die Angstattacke unter Menschen auftritt

Im zweiten Teil des Vortrags ging es um das Krankheitsbild Depression, das als psychisches Syndrom wie die Angst fast immer in Verbindung mit körperlichen Symptomen auftritt. Beispiele wären Rücken- oder Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Störungen der Magen-Darm-Tätigkeit und Appetitverlust. In Depressiven Phasen sollten Betroffene auf einen regelmäßigen und strukturierten Tagesablauf achten. „Hilfreich sei Mahlzeiten und Spaziergänge zeitlich festzulegen und dies konsequent einzuhalten. Legen Sie eine Liste von angenehmen Dingen, die in gesunden Zeiten Freude gemacht haben an“, sagt Frau Ohlendorf. An schlechten Tagen sollte man versuchen eine dieser Aktivitäten wahrzunehmen. Angst und Depressionen werden naturgemäß als sehr leidvoll empfunden. Frau Ohlendorf riet zum Versuch einer „radikalen Akzeptanz“. Sie meinte: „Wichtig ist das Annehmen von Schmerz als einen Teil des Lebens, den man grundsätzlich nicht vermeiden kann – egal ob körperlich oder seelisch. „Leiden“ entsteht vielmehr dadurch, dass das, was den seelischen Schmerz verursacht, nicht akzeptiert wird. Man haftet an dem was man sich wünscht und weigert sich - zum Teil auch unbewusst - die aktuelle Situation anzunehmen.“

Abschließend ging die Referentin auf „erste Hilfemaßnahmen“ bei Schlafstörungen ein, von denen die meisten Depressionen begleitet werden. Da bei Schlafstörungen der innere, zirkadiane Rhythmus gestört ist, sollte von außen ein neuer Rhythmus vorgegeben werden. Dazu empfiehlt sie unter anderem „Schlafhygienemaßnahmen“ wie das Einhalten von festen Schlafenszeiten und das Praktizieren von Schlafritualen. Im Anschluss an ihren Vortrag nahm sich Frau Ohlendorf die Zeit, um Fragen zu beantworten und Einzelgespräche mit einigen Zuhörern zu führen. Zu guter letzt bedankte sich Petra Ohlendorf herzlich bei den vielen Zuhörern für Ihre Aufmerksamkeit.

Salzachklinik Fridolfing

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