Attacke gegen Loveparade: Eva Herman legt nach

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Duisburg - Eva Hermans Attacke gegen die Loveparade ("Sodom und Gomorrha") vom Sonntag haben vielfach für Empörung gesorgt. Jetzt legt sie in einem neuen Artikel nach.

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Am Montagnachmittag äußerte sich Eva Herman auf der Homepage des "Kopp"-Verlags zu ihrem umstrittenen Beitrag. Wie man es von der Skandal-Journalistin gewohnt ist, heißt es sinngemäß zunächst: Habe ich nicht so gemeint. Anschließend wettert sie aus der Opferrolle gegen alle vermeintlichen Sittenverderber.

Konkret schreibt Eva Herman:

"Einige junge Leute waren ärgerlich, weil sie die Menschen, die bei dem Unglück in Duisburg ums Leben kamen, durch einige meiner Worte diskriminiert sahen. Mir ist es wichtig, klarzustellen, dass dies nicht geschehen ist, sondern dass ich im Gegenteil in dem Artikel mein tiefstes Beileid ausgesprochen habe. Sollten sich dennoch vor allem Familienangehörige, Freunde und Solidargemeinschaften in ihrem Pietätsgefühl verletzt sehen, so tut mir dies aufrichtig leid."

Trauer um die Toten der Loveparade

Bilder: Trauer um die Toten der Loveparade

Und dann geht Eva Herman in die Offensive gegen die vermeintlichen Gesellschaftsvernichter: Zunächst kritisiert sie die Institution Loveparade:

„Es ist bekannt, dass hier von Beginn an (seit über 20 Jahren) außerordentlich viele Drogen und Alkohol konsumiert wurden, was mir übrigens von Kritikern und Insidern gestern immer wieder bestätigt wurde, und was den meisten von ihnen ebenso wenig gefällt. Nicht wenige junge Menschen wurden hier zu Drogen- und Alkoholmissbrauch verleitet.“

Dann die gewohnten Tiraden gegen "die Achtundsechziger":

"Natürlich übe ich in dem Artikel, wie immer übrigens, Kritik an den Urhebern des allgemeinen Sittenverfalls, wozu meines Erachtens hauptsächlich die sogenannten Achtundsechziger gehören. Sie haben Werte wie moralischen Anstand nahezu abgeschafft."

Massenpanik bei der Loveparade

Bilder: Massenpanik auf der Loveparade

Anschließend beschwört die bislang vier Mal verheiratete Journalistin die von ihr vermissten konservativen Werte:

"Ich habe nämlich einen Traum: Den Traum eines Landes mit glücklichen Menschen, ohne Drogen, ohne übermäßigen Alkohol, ohne eine sexualisierte Gesellschaft, sondern eines Landes, in dem Menschen leben, denen Verlässlichkeit und gegenseitiger Respekt wichtig sind. Wünschenswert wäre ein Land, in dem die Menschen sich füreinander verantwortlich fühlen, ein Land, in welchem Politiker nicht mehr die Unwahrheit sagen dürfen, ein Land mit Medien, die wahr berichten. Ein Land mit geistiger Freiheit und Hilfe sowie Liebe für den Nächsten."

Und dann spricht Eva Herman, die zunächst von einem Gottesgericht schwärmte ("Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!") über ihren Glauben:

"Mir persönlich hilft dabei die Überzeugung von der Anwesenheit unseres Schöpfers, in dessen Gesetzen und Geboten wir nun einmal leben. Dazu gehört auch, dass man sich mit dem Thema der Saat und Ernte befasst. Dass ich damit in dem Zusammenhang des Artikels nicht etwa die verstorbenen jungen Menschen persönlich meine, versteht sich von selbst. Vielmehr geht es darum, generell über den Wert oder Unwert solcher Veranstaltungen zu sprechen. Natürlich spreche ich hin und wieder über den Glauben, das gehört zur Religionsfreiheit in unserem Land ebenso wie die Meinungsfreiheit."

Ob Eva Hermans Ausfälle gegen die Loveparade-Besucher wirklich zu 100 Prozent mit der von Jesus Christus gepredigten Nächstenliebe und dessen Forderung "Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!" vereinbar sind? Das bleibt offen. Ihre Berufung auf "Saat und Ernte" klingt jedenfalls sehr nach verdientem Gotteszorn...

fro

Rubriklistenbild: © dpa

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