BKA beobachtet verstärkt Mafia-Aktivitäten

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Nach den Mafiamorden von Duisburg im August 2007 mit sechs Toten ist die Mafia stärker in den Fokus des BKA gerückt.

Wiesbaden - Das Bundeskriminalamt (BKA) beobachtet in Deutschland seit einigen Jahren verstärkt die Aktivitäten italienischer Mafia-Gruppierungen. Es laufen zig Verfahren.

In den vergangenen zehn Jahren liefen dazu insgesamt 192 Ermittlungsverfahren, wie eine BKA- Sprecherin am Mittwoch in Wiesbaden auf Anfrage mitteilte. Vor allem nach den Mafiamorden von Duisburg im August 2007 mit sechs Toten seien diese Gruppen stärker in den Fokus gerückt.

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Am Dienstag hatten die italienischen Behörden zu einem groß angelegten Schlag gegen die kalabrische Mafia-Organisation 'Ndrangheta ausgeholt. 300 Haftbefehle sollten vollstreckt werden. Nach Erkenntnissen des BKA leben in Deutschland dauerhaft rund 200 mutmaßliche Mitglieder italienischer Mafiaorganisationen. Davon seien mehr als die Hälfte der 'Ndrangheta zuzurechnen. Die Ermittler gehen aber von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus. In Deutschland wurden seit Mitte der 1990er Jahre 182 mutmaßliche Mitglieder italienischer Mafiaorganisationen festgenommen.

Im vergangenen Jahr führte das BKA in Deutschland 30 Verfahren gegen Gruppen der organisierten Kriminalität, die von Italienern dominiert wurden. Das waren zwölf mehr als noch im Jahr 2008, wie aus dem Anfang Juli vorgestellten Lagebild zur organisierten Kriminalität hervorgeht. Die kriminellen Aktivitäten konzentrierten sich auf den Kokainhandel und -schmuggel, aber auch auf Wirtschaftsbetrug und Steuerhinterziehung.

dpa

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