Blitzeis: Hunderte Unfälle

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Berlin - Blitzeis und überfrierende Nässe haben in weiten Teilen Deutschlands zu starken Behinderungen im morgendlichen Berufsverkehr gesorgt. Nach Polizeiangaben ereigneten sich seit Dienstagabend Hunderte Verkehrsunfälle.

In Sachsen kam ein Mensch ums Leben, dutzende wurden bundesweit verletzt. Oft blieb es jedoch bei Blechschäden. Von der Unwetterfront besonders betroffen waren Nordrhein-Westfalen, der Norden und einige Regionen Ostdeutschlands. Spiegelglatte Straßen führten in Nordrhein-Westfalen bis zum Morgen zu 487 witterungsbedingte Karambolagen. Wie ein Sprecher der polizeilichen Landesleitstelle sagte, wurden dabei 70 Menschen verletzt, 12 von ihnen schwer. Die gesamte Schadenssumme schätzt die Polizei auf rund 2,2 Millionen Euro. Unfallschwerpunkte waren der Regierungsbezirk Münster und die Region Bielefeld. Viele Unfälle ereigneten sich auf den Autobahnen 2, 31 und 43.

Über 160 Unfälle in Hamburg

Der gefrorene Boden mit einer gefährlichen Eisschicht sorgte auch in den norddeutschen Bundesländern zu hunderten Verkehrsunfällen. Ursache waren Nebel und Sprühregen. Allein in Hamburg krachte es mehr als 160 Mal, wie ein Polizeisprecher am Morgen bilanzierte. In den allermeisten Fällen sei es aber bei Blechschäden geblieben, bei vier Unfällen seien Menschen leicht verletzt worden. “Das ist noch mal gut gegangen“, sagte der Sprecher. Der Hamburger Winterdienst war seit dem Abend mit 120 Streufahrzeugen im Einsatz. Der dünne Eisfilm sei oft unscheinbar und schwer zu erkennen gewesen und habe deshalb ein sehr hohes Risiko dargestellt, sagte ein Sprecher.

Damit stieg die Zahl der verletzten Fußgänger sprungartig an. So musste auch der Rettungsdienst der Feuerwehr extra weitere Krankenfahrzeuge einsetzen. Auf der Bundesstraße 3 bei Nörten-Hardenberg in Niedersachsen kam ein 27-jähriger Autofahrer mit seinem Pkw wegen des einsetzenden Schneefalls von der Fahrbahn ab und krachte gegen einen Baum. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der gesamte Motorblock des Autos herausgerissen und auf die Fahrbahn geschleudert. Der alkoholisierte Fahrer wurde leicht verletzt. Wenige Minuten später kollidierte ein 21-jähriger Autofahrer mit dem auf der Straße liegenden Motorblock, wie in Sprecher der Polizei mitteilte.

Er verlor die Kontrolle über seinen Wagen und rutschte ebenfalls in die Böschung. Der 21-Jährige blieb jedoch unverletzt. An beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden. Überfrorenen Straßen erschwerten im Westen Mecklenburg-Vorpommerns ebenfalls den Berufsverkehr. Es habe eine gefährliche Mischung aus Glätte und Nässe gegeben, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Schwerin. In Schwerin wurde ein Fahrradfahrerin, die auf glatter Straße stürzte, schwer verletzt.

Toter in Sachsen

Bei einem Auffahrunfall auf der Autobahn 4 in Sachsen kam ein Mensch ums Leben. Die Fahrbahn zwischen Berbersdorf und Hainichen in Richtung Dresden war am Vormittag noch voll gesperrt. Auf der A 38 zwischen Leipzig-Südost und Parthenaue fuhren acht Autos ineinander. Zwei Personen wurden dabei verletzt. Auf der A 4 verlor ein mit Schotter beladener Lkw seine Ladung und stellte sich quer.

Auch dort wurde die Autobahn gesperrt. Aufgrund von Neuschnee gab es auch in Südhessen zahlreiche Behinderungen. Allein auf den Autobahnen 5 und 67 ereigneten sich rund 30 Unfälle, wie ein Sprecher der Autobahnpolizei mitteilte. Es blieb aber bei Blechschäden. Auf der A 5 kurz vor der Ausfahrt Eberstadt war in nördlicher Fahrtrichtung ein Holztransporter umgekippt. Die Ladung kippte auf die Fahrbahn, der Fahrer blieb unverletzt. 

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dapd

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