Busunglück nahe Berlin: Viele Tote

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Ein Bild vom Unglücksort

Frankfurt (Oder) - Bei einem schweren Busunfall sind am Sonntag am Schönefelder Kreuz in Brandenburg mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen.

Es gebe zudem sieben Schwerstverletzte und 27 weitere Verletzte, sagte der Präsident des Polizeipräsidiums Frankfurt (Oder), Arne Feuring, der Nachrichtenagentur dapd.

Polizei und Rettungsdienste aus Brandenburg und Berlin seien mit 300 Kräften im Großeinsatz. Auch Notfallseelsorger waren an der Unfallstelle. Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) fuhr ebenfalls zur Unglücksstelle.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) reagierte bestürzt auf den Unfall. “Unser Gedenken gilt den Toten und unser Mitgefühl den Angehörigen“, sagte Wowereit am Sonntag auf dem SPD-Bundesparteitag in Berlin. Nach dem Busunglück nahmen erste Angehörige Kontakt mit der polnischen Botschaft in Berlin auf.

Bilder vom Unfallort

Schweres Busunglück nahe Berlin: Viele Tote

Eine Sprecherin der Botschaft sagte auf dapd-Anfrage, bislang hätten Krankenhäuser die Identität von rund zehn Opfern an die Botschaft weitergeleitet. Die Familien seien benachrichtigt worden. Bei allen habe es sich um polnische Staatsbürger gehandelt. Bislang gebe es aber noch keine Bestätigung, dass alle der 49 Insassen, darunter zwei Fahrer, Polen waren.

Feuring sagte, nach ersten Erkenntnissen sei der Bus von einem auf die Autobahn auffahrenden Auto abgedrängt worden. Es kam zu einem Zusammensstoß beider Fahrzeuge. Anschließend prallte der Bus offenbar in eine Leitplanke und gegen einen Brückenpfeiler. Der genaue Unfallhergang muss aber noch untersucht werden. Die Insassen des Busses seien auf dem Rückweg von einer Urlaubsreise in Spanien gewesen.

Zu den Insassen gehörten auch Jugendliche, mindestens einer der Jugendlichen starb bei dem Unglück. In dem Pkw wurde die 37-jährige Fahrerin schwerstverletzt, der Beifahrer und Halter des Fahrzeuges blieb unversehrt. Ein weiterer Insasse erlitt leichte Verletzungen. Rettungskräfte bauten am Unfallort Zelte zur Versorgung der Verletzten auf.

Sechs Hubschrauber brachten die Schwerverletzten in die Kliniken. Der Sprecher des Polizeipräsidiums Frankfurt (Oder), Peter Salender, sagte, ein so schweres Unglück mit einem so erheblichen Personenschaden habe es in Brandenburg lange nicht gegeben. Die bei dem Unfall verletzten Menschen werden in Berliner und Brandenburger Krankenhäusern betreut. Einbezogen sind in Berlin nach Angaben der Feuerwehr das Vivantes Klinikum Neukölln, das DRK-Krankenhaus Köpenick und das Krankenhaus Hedwigshöhe in Berlin-Bohnsdorf.

In Brandenburg werden Verletzte in dem nahe des Unfallortes gelegenen Klinikum Dahme-Spreewald GmbH und dem Achenbach Krankenhaus in Königs Wusterhausen behandelt. Dorthin wurde ein schwer verletzter polnischer Fahrgast gebracht, der unter anderem Kopfverletzungen und Brüche bei dem Unfall erlitt, wie Chefarzt Peer-Ekkehart Waurick auf dapd-Anfrage sagte.

Im Laufe des Nachmittags erwartete der Mediziner weitere fünf Leichtverletzte in seinem Haus. Zudem sind zwei Notärzte des Krankenhauses in die Betreuung der Verletzten am Ort des Geschehens einbezogen, wie Waurick weiter sagte. Auch im Helios Klinikum Bad Saarow werden Unfallopfer behandelt. Die Autobahn war in Richtung Frankfurt voll gesperrt, die Sperrung sollte bis etwa 19.00 Uhr gelten. Erst am 15. September hatte es in Südbrandenburg einen schweren Busunfall mit 17 Verletzten gegeben. Dabei war der Bus mit einem Lkw zusammengestoßen.

dapd/fis/wsd

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