Zwei Menschen kaltblütig erschossen

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Leipzig/Kraiburg - Zwei Menschen soll Guido N. in Sachsen kaltblütig ermordet haben. Dr 41-Jährige steht ab Freitag vor Gericht. Guido N. war 2010 in Kraiburg geschnappt worden.

Aus dem Archiv:

"Ein Herr kam um ca. 19 Uhr zu uns ins Restaurant und hat gefragt, ob er telefonieren darf", berichtet Marc Vermetten, Inhaber des Kraiburger Restaurants "Hardt-Haus". Der Mann habe leicht verstört gewirkt, trotzdem ließ der Kraiburger ihn telefonieren. "Wir haben uns da schon gedacht, was mit ihm los ist. Nach seinem Telefonat ging er auf die Terasse, lief dort auf und ab und blieb dann stehen", so Vermetten weiter.

Die Festnahme des mutmaßlichen Mörders von Groitzsch

Festnahme mutmaßlicher Mörder von Groitzsch

Die Festnahme von Guido N. im September 2010 in Kraiburg

Ein Kollege habe den mutmaßlichen Doppelmörder schließlich gefragt, ob er ihm helfen könne. "Das Einzige, was mir noch helfen kann, ist ein guter Anwalt", so die Antwort des 40-Jährigen.So schildert der Augenzeuge Marc Vermetten die Ergeignisse im September 2010, als Guido N. in Kraiburg am Inn von der Polizei festgenommen wurde.

Ab dem 25. Februar 2011 steht der 41-Jährige, der zuletzt in Cham mit ersten Wohnsitz gemeldet war, aber auch ein Zuhause in Kraiburg hatte, in Leipzig vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord in zwei Fällen und Körperverletzung und Raubes mit Todesfolge in einem Fall vor. Begangen wurden die Taten in der Gemeinde Groitzsch (bei Leipzig). Die Anklage fordert voraussichtlich eine lebenslange Haftstrafe für Guido N.

Zweitwohnsitz des mutmaßlichen Täters und Hardt-Haus Kraibu rg

Zweitwohnsitz des mutmaßlichen Täters und Hardt-Haus Kraiburg

In einer Pressemitteilung schildert die Staatsanwaltschaft die Taten, wie sie sich aus ihrer Sicht darstellen:

Dem zuletzt in Cham (Oberpfalz) wohnhaften Angeschuldigten liegt zur Last, am Abend des 20.04.2009 in der Nähe der Brösener Straße in Groitzsch auf einer Wiese von dem damals 27-jährien Tino L. die Herausgabe von dessen Fahrrad verlangt zu haben, um in den Besitz des Fahrrades zu kommen. Als Tino L. die Herausgabe verweigerte schoss der Angeschuldigte mit seinem Revolver Kaliber .357 Magnum mehrfach auf den Geschädigten und verletz- te diesen lebensbedrohlich. Danach verließ der Angeschuldigte mit dem Fahrrad des Geschädigten zunächst den Tatort bevor er dies in einiger Entfernung wieder fallen ließ und flüchtete. Der Geschädigte verstarb trotz der sofort eingeleiteten intensivmedizinischen Maßnahmen am 23.04.2009 an den Folgen der erlittenen Schussverletzungen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeschuldigte den Tod des Geschädigten bei Abgabe der Schüsse billigend in Kauf genommen hat, jedoch von dem Versuch eines Tötungsdelikts strafbefreiend zurückgetreten ist. Der Angeschuldigte hat sich deshalb der Körperverletzung und des Raubes mit Todesfolge schuldig gemacht hat.

Dem Angeschuldigten liegt weiterhin zur Last, am Abend des 28.08.2010 in einer Lagerhalle auf seinem Grundstück in der Langendorfer Straße in Groitzsch mit seinem Revolver Kaliber .357 Magnum mehrfach auf die dort durch ihn festgestellten und zu diesem Zeitpunkt hiervon überraschten und ahnungslosen Patrick B. (19) und Denis H. (23) ohne Vorankündigung und mit Tötungsvorsatz mehrere Schüsse abgegeben und diese lebensgefährlich verletzt zu haben. Denis H. konnte trotz der erlittenen schweren Verletzungen zunächst aus der Lagerhalle und von dort mit seinem Pkw flüchten. Er wurde an einem nahegelegenen Bahnübergang neben seinem Pkw liegend gefunden. Er verstarb in derselben Nacht im Krankenhaus an den Folgen der erlittenen Schussverletzungen.

Der Angeschuldigte fügte nach den Schüssen dem schwer verletzten Patrick B. in der Lagerhalle mit einem Gegenstand schwerste Kopfverletzungen zu, um diesen damit endgültig zu töten. Patrick B. verstarb noch in der Lagerhalle an den insgesamt erlittenen Verletzungen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeschuldigte der Auffassung war, dass die beiden von ihm festgestellten Personen ihm Buntmetall entwenden wollten und er bei Abgabe der Schüsse den Tod beider Personen zumindest billigend in Kauf nahm. Hinsichtlich der Handlungen des Angeschuldigten sieht die Staatsanwaltschaft die Mordmerkmale der Heimtücke und des niederen Beweggrundes sowie in Bezug auf den Geschädigten Patrick B. auch der Verdeckungsabsicht als gegeben an.

Der Angeschuldigte hatte sich am 02.09.2010 in Kraiburg am Inn (Oberbayern) den Ermittlungsbehörden gestellt und war aufgrund eines seit dem 01.09.2010 gegen ihn bestehenden Haftbefehls des Ermittlungsrichters bei dem Amtsgericht Leipzig festgenommen worden. Er befindet sich seit dem 03.09.2010 ununterbrochen in Untersuchungshaft. Der bisher nicht vorbestrafte Angeschuldigte hat sich im Ermittlungsverfahren nicht zu den gegen ihn erhobenen Tatvorwürfen geäußert.

 

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © fib/dpa

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