Eltern ließen Tochter verhungern - Urteil rechtskräftig

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Judith H. (l), Mutter der verhungerten Jacqueline und ihr Mann Guido H. müssen lebenslang hinter Gitter. Der Bundesgerichtshof bestätigte das Urteil des Landgerichts Gießen. (Archivbild)

Karlsruhe - Weil sie ihre 14 Monate alte Tochter qualvoll verhungern ließen, muss ein Elternpaar aus Nordhessen eine lebenslange Haftstrafe absitzen. Ein entsprechendes Urteil wurde für rechtskräftig erklärt.

Der Bundesgerichtshof (BGH) verwarf am Donnerstag die Revisionen der Angeklagten gegen ein Urteil des Landgerichts Gießen vom März, damit ist das Urteil rechtskräftig.

Die damals 23 Jahre alte Hausfrau und der 35 Jahre alte Industriemechaniker waren des Mordes durch Unterlassen für schuldig befunden worden, weil sie ihr Kind Jacqueline sehenden Auges verhungern und verdursten ließen. Die Gießener Richter hatten ein erstes - vom BGH aufgehobenes - Urteil des Landgerichts Marburg verschärft, das lediglich Haftstrafen von acht Jahren sowie drei Jahren und drei Monaten verhängt hatte.

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Damit setzte der BGH in Karlsruhe einen Schlusspunkt hinter ein Verfahren, das erst im zweiten Durchgang zu einer Verurteilung wegen Mordes geführt hatte. Das Landgericht bezichtigte die Mutter der Grausamkeit, dem Vater attestierte es niedrige Beweggründe.

Jacqueline war im März 2007 im Haus ihrer Eltern in der 2000- Seelen-Gemeinde Bromskirchen in Hessen gestorben. Bei ihrem Tod wog sie knapp sechs Kilogramm - zwei Drittel des für Kinder dieses Alters üblichen Gewichts. Als ihre Mutter sie endlich zu einer Ärztin brachte, war Jacqueline bereits tot. (Az: 23. Oktober 2009 - Beschluss vom 23. Oktober 2009)

Trotzdem hatte das Landgericht Marburg die Mutter im ersten Prozess wegen Totschlags und Misshandlung Schutzbefohlener, den Vater wegen vorsätzlicher Körperverletzung und fahrlässiger Tötung verurteilt. Der BGH hob das Urteil im September 2008 auf, weil das Gericht eine mögliche Verurteilung wegen Mordes nicht hinreichend geprüft habe. Das neuerliche Urteil enthalte keine Rechtsfehler, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss des BGH.

dpa

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