General Kneip wird nach Deutschland ausgeflogen

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Berlin - Der verwundete General Markus Kneip wird von Afghanistan nach Deutschland verlegt. Mit ihm werden eine schwer verletzte Soldatin und ein mittelschwer verletzter Soldat in die Heimat ausgeflogen.

Der bei dem Anschlag auf ein Sicherheitstreffen in Nordafghanistan verwundete General Markus Kneip wird nach Deutschland ausgeflogen. Das teilte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Christian Dienst, am Montag in Berlin mit. Der Kommandeur der Internationalen Schutztruppe ISAF werde sich in der Bundesrepublik einer Spezialbehandlung vor allem seiner Verbrennungen unterziehen.

Kneip solle drei Wochen in Deutschland behandelt werden, sagte Dienst. Danach werde er nach derzeitiger Planung nach Afghanistan zurückkehren. Zusammen mit Kneip würden eine schwerverletzte Soldatin und zwei weitere verwundete Soldaten ausgeflogen.

Die verletzten deutschen Soldaten sollen an diesem Dienstag zur weiteren medizinischen Versorgung nach Deutschland gebracht werden. Kneip wird wahrscheinlich nach drei Wochen in den Einsatz zurückkehren. Bis dann wird der Kommandeur des Bundeswehrkontingents und der gesamten Isaf im Norden Afghanistans von Brigadegeneral Dirk Backen aus dem nordrhein-westfälischen Augustdorf vertreten.

Die Bundeswehr wird am Freitag in Hannover mit einer zentralen Trauerfeier von den insgesamt drei Soldaten Abschied nehmen, die in der vergangenen Woche in Afghanistan getötet wurden. Bereits am Mittwoch fiel in Kundus ein 33-jähriger Hauptmann bei einem Sprengstoffanschlag auf eine Bundeswehrpatrouille. Bei den beiden in Talokan getöteten Soldaten handelt es sich um einen 31-jährigen Hauptfeldwebel aus Niedersachsen und einen 43-jährigen Major aus Rheinland-Pfalz. Neben de Maizière (CDU) wird auch Kneip bei der Trauerfeier erwartet.

Die Toten wurden anschließend zum usbekischen Luftwaffenstützpunkt Termez geflogen, von wo aus sie weiter in die Heimat gebracht werden sollten. Kneip nahm nach Angaben des Sprechers an der Zeremonie teil, wird aber weiter im Feldlazarett behandelt. Die Bundeswehr wird am Freitag in Hannover mit einer zentralen Trauerfeier von den Gefallenen Abschied nehmen. Neben Verteidigungsminister Thomas de Maizière wird voraussichtlich auch Generalmajor Kneip daran teilnehmen. 

Reservisten für Fortsetzung der Zusammenarbeit

Der Verband der Reservisten der Bundeswehr sprach sich ebenfalls für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit einheimischen Sicherheitskräften aus. “Wir verfolgen mit unseren Bündnispartnern das Ziel, wieder Sicherheit in Afghanistan herzustellen. Das ist nur möglich, wenn wir am Prinzip der Zusammenarbeit festhalten und den eingeschlagenen Weg weiterverfolgen“, sagte Verbandspräsident Gerd Höfer am Montag in Bonn.

Höfer sprach den Familien der gefallenen deutschen Soldaten sein tiefstes Mitgefühl aus. “Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen“, sagte er. “Den Verwundeten wünschen wir eine rasche Genesung.“

Linke-Chefin Lötzsch fordert Ende des Kriegseinsatzes

Linke-Chefin Gesine Lötzsch sprach den Familien der deutschen und afghanischen Opfer ebenfalls ihr Mitgefühl aus. Sie bezeichnete die Opfer jedoch als “sinnlos“. “Der Kriegseinsatz in Afghanistan muss unverzüglich beendet werden“, sagte Lötzsch am Montag in Berlin. “Viele Menschen leben schlechter als vor dem Krieg und Demokratie kann man nun einmal nicht herbeibomben.“

Der Vorsitzende des Bundeswehrverbands, Ulrich Kirsch, sagte am Montag, die deutschen Soldaten in Afghanistan seien “permanent größter Bedrohung ausgesetzt“. Die Truppe “erträgt diese schwierigen und extrem fordernden Bedingungen in heldenhafter Art und Weise“.

Kirsch äußerte sich bestürzt über den Anschlag am Samstag. “Wir trauern um unsere beiden gefallenen Kameraden. Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten ihren Angehörigen und Freunden“, sagte er. “Mit unseren Gedanken und Gebeten sind wir bei den Verwundeten.“

Australischer Istaf-Soldat getötet

Am Montag hat ein Attentäter in einer afghanischen Armeeuniform im Süden des Landes erneut einen Soldaten der Internationalen Schutztruppe Isaf erschossen. Nach Angaben der afghanischen Armee handelte es sich bei dem Opfer um einen Australier. Die Nato-geführte Isaf teilte mit, der Vorfall werde untersucht.

Der Kommandeur der afghanischen Armee in Südafghanistan, General Abdul Hamid Wardak, sagte, bei dem Angreifer in der Provinz Urusgan habe sich um einen Soldaten gehandelt, der anschließend geflohen sei. Taliban-Sprecher Kari Jussif Ahmadi sagte, der Attentäter gehöre den Aufständischen an.

dapd/dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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