Genug Hühnereier für Schweinegrippe-Impfstoff?

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Die Antigene für den Impfstoff gegen das H1N1-Virus werden aus Hühnereiern gewonnen.

München/Basel - Pharmakonzerne sind skeptisch, die angeforderten Mengen an Schweinegrippe-Impfstoff bis September ausliefern zu können. Die Ausbeute pro Hühnerei könne noch nicht genau bestimmt werden.

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Das sagte die Sprecherin von GlaxoSmithKline (GSK), Daria Munsel, am Donnerstag in München auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. Das Unternehmen stellt im Sächsischen Serumwerk Dresden den Impfstoff gegen das neue H1N1-Virus her. Die dafür benötigten Antigene werden in Hühnereiern herangezogen.

Auf die Produktion habe das aber keinen Einfluss, sagte Munsel. Die erste Auslieferung sei für Ende September oder Anfang Oktober geplant. “Ob dann aber alle angeforderten Mengen so ausgeliefert werden können wie geplant, ist noch nicht gewiss.“

Verkauf vermutlich ab Oktober

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte bereits gemeldet, dass die Saatviren für den Impfstoff sich schlechter vermehren als erwartet. “Wir arbeiten intensiv daran, das Verfahren anzupassen und die derzeitigen Ausbeuten zu verbessern“, sagte Novartis-Sprecher Eric Althoff in Basel der dpa. Der Pharmakonzern rechnet mit dem Verkauf des Impfstoffs erst ab Oktober. “Wir erwarten, dass wir die Daten der klinischen Studien im September einreichen können. Vorbehaltlich der Zulassung bedeutet das einen Beginn der Auslieferung im vierten Quartal“, sagte Althoff.

An allen europäischen Standorten, an denen Novartis Grippeimpfstoffe herstelle, sei die Antigenproduktion in großem Maßstab gestartet worden. “Dabei wird sowohl auf das klassische Herstellungsverfahren auf der Basis von Hühnereiern als auch auf die schnellere zellkulturbasierte Produktion zurückgegriffen, um so die größtmögliche Kapazität zu erreichen“, sagte Althoff.

Die Bundesländer haben insgesamt 50 Millionen Impfdosen bestellt. Bundesweit waren laut Robert Koch-Institut am Mittwoch 5324 Schweinegrippe-Fälle bestätigt. Ihre Zahl war binnen eines Tages um 879 gestiegen.

Hamburg eröffnet Schweinegrippe-Ambulanz 

Unterdessen hat die Universitätsklinik Hamburg eine eigene Infektionsambulanz für Patienten mit Verdacht auf Schweinegrippe eröffnet. So soll die bisherige Notaufnahme für die Versorgung von Schwerstkranken funktionsfähig gehalten werden, wie die Klinik am Donnerstag mitteilte. Die Schweinegrippe-Ambulanz ist in Containern abseits der Hauptgebäude untergebracht und tagsüber wie auch am Wochenende geöffnet. Die Uniklinik erinnert daran, dass der Hausarzt die erste Anlaufstelle bei Verdacht auf Schweinegrippe ist. dpa

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