Kinderschänder: BKA vernimmt Opfer

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Unter anderem mit diesem Bild hatte die Polizei Christoph G. gesucht.

Gießen/Mayen/Koblenz - Drei Tage nach der Festnahme des mutmaßlichen Kinderschänders Christoph G. haben die Fahnder zwei seiner Opfer vernommen.

Die inzwischen elf Jahre alten Jungen wurden am Sonntag von Beamten des Bundeskriminalamtes (BKA) in ihrem Wohnort im Hunsrück befragt, wie die in Koblenz erscheinende Rhein-Zeitung berichtet (Montagsausgabe). Die beiden Zwillingen sollen auf Videos zu sehen sein, mit denen das BKA im Fernsehen bundesweit nach dem 37-Jährigen gefahndet hatte. In dem 2006 gedrehten Video wurden die Jungen “Pascal“ und “Marcel“ genannt. Die Zwillinge waren nach Angaben des Trierer Oberstaatsanwalts Ingo Hromada bereits 2006 befragt worden. Damals hatte die Staatsanwaltschaft schon einmal gegen Christoph G. ermittelt. Das Verfahren in Daun wurde aber eingestellt, weil die Jungen keine Aussagen machen wollten. Laut BKA soll Christoph G. mehrere Jungen im Alter von fünf bis sieben Jahren schwer missbraucht haben. Videos davon hatte er ins Internet gestellt.

Unterdessen wurden weitere Details über den mutmaßlichen Kinderschänder bekannt: Er galt als beliebt, gesellig und sehr engagiert. Gleich in mehreren Sportvereinen in der Eifel soll er Mädchen und Jungen trainiert haben, berichtet die Bild am Sonntag. Er sei nicht nur Übungsleiter für den Turnnachwuchs im TuS Mayen (Rheinland-Pfalz) gewesen, sondern habe auch Drei- bis Sechsjährige im benachbarten Kaisersesch trainiert. Doch immer wieder habe es Gerüchte über ihn gegeben. Im bayerischen Sonthofen, wo er zuletzt lebte, stellte sich der Mann am Donnerstag. Zuvor waren Fotos und Videos, die ihn als mutmaßlichen Kinderschänder zeigen, bundesweit zu sehen.

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Er sei geduldig mit den Kindern gewesen, verständnisvoll, beliebt, heißt es. Erst nachdem ein Vater während eines Ferienlagers Christoph G. mit einem Baseballschläger aus dem Zelt seines Sohnes vertrieb, verließ der heute 37-Jährige die Stadt Mayen, wie das Blatt berichtet. Anschließend machte er sich als Trainer der “Bambini“-Gruppe in Kaisersesch so gut, dass er als Bürokraft angestellt wurde. Als Musiker im Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr, als Trommler im Fanfarencorps, im Angelverein und im Junggesellenverein habe er Freundschaften geknüpft. Er gründete sogar eine Kindertanzgruppe und stieg im Karneval in die Bütt, schreibt die BamS weiter.

Doch das Getuschel blieb und vertrieb dem Bericht zufolge den mutmaßlichen Kinderschänder schließlich bis nach Sonthofen. Dort habe er sich als Aushilfskellner durchgeschlagen und ebenfalls gerne mit Jugendlichen umgeben. Seit Freitag sitzt Christoph G. wegen des Verdachts der schweren sexuellen Nötigung von Kindern und Verbreitung kinderpornografischer Schriften in Untersuchungshaft. In welche Haftanstalt der Mann gebracht wurde, war am Sonntag unklar.

dpa

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