Krankenstand doch nicht auf Rekordtief

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Der Krankenstand im ersten Halbjahr 2009 ist nach Daten der Betriebskrankenkassen weiter gestiegen.

Berlin - Der Krankenstand im ersten Halbjahr 2009 ist nach Daten der Betriebskrankenkassen weiter gestiegen und hat keineswegs ein Rekordtief erreicht.

Dies geht aus aktuellen Erhebungen der Betriebskrankenkassen (BKK) hervor, die am Donnerstag in Berlin veröffentlicht wurden. Damit widersprachen die BKK-Experten Meldungen aus der letzten Woche, die auf Daten des Bundesgesundheitsministeriums fußten.

Die Betriebskrankenkassen erfassen Monatsdurchschnitte. Danach lag der Anteil der Krankmeldungen unter allen Beschäftigten in den ersten fünf Monate 2009 bei 4,23 Prozent - gegenüber 4,09 Prozent im Vorjahreszeitraum. Zwischen Januar und Mai 2007 lag der Krankenstand noch niedriger, und zwar bei 3,97 Prozent. Die Kassen wiesen darauf hin, dass die vom Ministerium zugrundegelegten Zahlen eine stichtagsbezogene Erhebung seien, die jeweils zum Ersten eines Monats die gemeldeten Krankenstände erfasst. Da diese häufig auf einen Wochenend- beziehungsweise Feiertag fielen - in 2009 allein fünf der sechs Monatsersten -, komme es zu einer Unterschätzung des realen Krankenstands.

Laut den Betriebskrankenkassen ist die weitere erhebliche Zunahme der psychischen Erkrankungen besonders auffällig. Ihr Anteil an den krankheitsbedingten Ausfallzeiten bei den Beschäftigten der BKK lag in 2008 im Durchschnitt schon bei 10,3 Prozent (Männer: 7,5 Prozent; Frauen: 13,6 Prozent). 2007 waren es noch 9,3 Prozent der Krankheitstage insgesamt, beziehungsweise 6,8 Prozent der Tage bei Männern und 12,4 Prozent der Tage bei Frauen.

Insgesamt sank der Krankenstand in den letzten Jahrzehnten nach Ministeriumsangaben jedoch kontinuierlich: In den 1970er Jahren betrug er mehr als fünf Prozent, in den 1980er Jahren zwischen 5,7 und 4,4 Prozent.

AP

Zurück zur Übersicht: Deutschland

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser