Der Papst in Deutschland: Das war der zweite Tag

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Mit fast Hunderttausend Gläubigen feiert Papst Benedikt XVI. eine Marienvesper auf dem Eichsfeld in Etzelsbach (Thüringen).

Erfurt - An Tag zwei seines Deutschlandbesuchs hat der Papst von Berlin aus Erfurt und das Eichsfeld besucht. Hier können sie die Ereignisse des Freitags im Ticker nachlesen:

20.29 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker nun für heute. Morgen werden wir wieder über die weiteren Ereignisse des Papstbesuchs in Erfurt und in Freiburg berichten. Wir wünschen Euch allen eine gute Nacht!

20.20 Uhr: Papst Benedikt XVI. übernachtet in Erfurt äußerst bescheiden. Der 84-Jährige schläft im Priesterseminar im Zimmer eines Priesterschülers: Ein einfaches Bett, ein Schreibtisch, ein Schrank mit eingebautem Sanitärbereich, Bücherschrank, kein Fernseher. Nur etwa zehn Quadratmeter groß ist das Zimmer. Der Seminarist, der dort normalerweise wohnt, ist wie alle anderen auch für die Zeit des Papstbesuches ausgezogen. Auch das Frühstück wird das Oberhaupt der katholischen Kirche mit seinem Gefolge in einem schmucklosen Speisesaal einnehmen. Nach Bistumsangaben steht nichts Außergewöhnliches auf dem Buffet.

Zehntausende Pilger bei Vesper mit dem Papst

Zehntausende Pilger bei Vesper mit dem Papst

Das schmucklose Gebäude neben dem Bischofssitz wurde in den 1950er Jahren erbaut. Auch die Kapelle, in der der Papst beten kann, strahlt Schlichtheit aus. Sie ist jedoch modern ausgestaltet. Für den hinter einer hohen Mauer gelegenen Garten mit Blumen und Ruhebänken wird der Papst bei seinem straffen Terminplan wohl keine Zeit haben. Am Samstag feiert er zum Abschluss seiner Thüringen-Visite eine Heilige Messe auf dem Domplatz.

Das Priesterseminar wurde 1952 aus einer Not heraus gegründet. Die DDR-Regierung verhinderte, dass Priester aus Westdeutschland in den Osten durften. Auch nach den politischen Veränderungen 1989 bildet das Seminar Priester für die Diaspora in Mittel- und Ostdeutschland aus. Die derzeit 28 Kandidaten kommen aus den Bistümern Berlin, Dresden-Meißen, Erfurt, Görlitz und Magdeburg, dazu weitere aus der Erzdiözese Paderborn und dem Bistum Fulda.

19.36 Uhr: Der Papst hat das Eichsfeld nun wieder verlassen und begibt sich zum Hubschrauber, der ihn nach Erfurt fliegen wird. Vor dem Abflug posieren einige Polizisten noch für ein Erinnerungsfoto mit Benedikt XVI.  Der Papst wird noch eine Nacht in Erfurt verbringen, um am Samstagmorgen in Richtung Freiburg aufzubrechen.  

19.28 Uhr: Baden-Württembergs Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) hält Papst Benedikt XVI. für aufgeschlossener als manche seiner Kritiker. “Der Papst wurde von einem geschiedenen Bundespräsidenten begrüßt, durfte sich bei einem homosexuellen Bürgermeister ins goldene Buch eintragen und trifft sich in Freiburg mit einer muslimischen Ministerin“, sagte Öney am Freitag der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart.

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Streng genommen hätte der Papst weder Bundespräsident Christian Wulff noch Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit die Hand schütteln dürfen, sagte Öney. “Das beweist, dass die Kirche lernfähig ist und mit der Zeit gehen muss.“ Die harsche Kritik mancher Demonstranten und Bundestagsabgeordneten am Papst sei “viel reaktionärer und völlig überzogen“ gewesen.

Am Wochenende ist der Papst in Freiburg zu Gast. Er trifft sich unter anderem mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Finanzminister Nils Schmid (SPD) und Ministerin Öney.

Zehntausende Pilger bei Vesper mit dem Papst

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Der Papst in Deutschland: Bilder vom Freitag

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Der Papst feiert Heilige Messe im Olympiastadion

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Der Papst in Deutschland: Die ersten Bilder

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19.12 Uhr: Papst Benedikt XVI. bei der Marienvesper in Etzelsbach: “Ich habe seit meiner Jugend so viel vom Eichsfeld gehört, dass ich dachte, ich muss es einmal sehen und mit Euch beten.“

18.59 Uhr: Papst Benedikt XVI. hat davor gewarnt, Selbstverwirklichung als Ziel des Lebens zu sehen. Bei einem Gottesdienst im Wallfahrtsort Etzelsbach (Thüringen) sagte der 84-Jährige am Freitag: “Nicht die Selbstverwirklichung, das Sich-selber-Haben- und -Machen-Wollen, schafft wahre Entfaltung des Menschen, wie es heute als Leitbild des modernen Lebens propagiert wird, das leicht in einen verfeinerten Egoismus umschlägt.“ Stattdessen habe die Gottesmutter Maria mit ihrer “Haltung der Hingabe“ ein Vorbild für gelungenes Leben gegeben.

Für die Christen habe Maria eine überragende Bedeutung, betonte der Papst: “Vom Kreuz herab (...) hat Jesus seine Mutter Maria den Menschen zur Mutter gegeben. Im Moment seiner Aufopferung für die Menschheit macht er Maria gleichsam zur Vermittlerin des Gnadenstroms, der vom Kreuz ausgeht.“

In seiner Predigt nahm das Oberhaupt der katholischen Kirche Bezug auf die “zwei gottlosen Diktaturen, die es darauf anlegten, den Menschen ihren angestammten Glauben zu nehmen“. Am Wallfahrtsort hätten die Menschen aus dem katholisch geprägten Eichsfeld “eine offene Tür und eine Stätte inneren Friedens“ finden können.

Im ökumenischen Dialog ist die Rolle der Gottesmutter ein Streitthema. Nach katholischer Lehre ist Maria ein “Urbild der Kirche“. Vom Beginn ihres Lebens sei sie vor Schuld und Sünde bewahrt geblieben. Die Protestanten lehnen eine solche ausgeprägte Marienfrömmigkeit ab. Sie betonen, dass es nur einen Heilsmittler gebe: Jesus Christus.

18.42 Uhr: Mit dem traditionellen Ritus hat Papst Benedikt XVI. vor rund 90.000 Pilgern in Etzelsbach die Marienvesper eröffnet. “O Gott, komm mir zu Hilfe“, sang das Oberhaupt der katholischen Kirche. Die Vesper gehört zu den regelmäßigen Stundengebeten in katholischen Klöstern. Dabei werden Psalmen aus dem Alten Testament gesungen und Gebete wie das Vaterunser gesprochen. Der Papst wendet sich in der marianischen Vesper vor allem an die Gottesmutter Maria. Er will auch eine kurze Ansprache halten. Anschließend sollen in sechs Sprachen Fürbitten vorgetragen werden. Teile der Vesper wird Benedikt XVI. auf Latein halten.

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18.27 Uhr: Symbolträchtige Szenen in Etzelsbach: Evangelische und katholische Christen haben dem Papst ein Kreuz überreicht, das aus einem ehemaligen Grenzzaun gefertigt wurde. Jugendliche aus dem Bistum Erfurt haben dem Heiligen Vater ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Beendikt, wir seh'n uns wieder überreicht". Hintergrund: Die Jugendlichen hatten den Papst bereits im August beim Weltjugendtag in Madrid gesehen. Zudem haben die Jugendlichen dem Papst ein Buch überreicht, in dem sie ihre Wünsche für die Kirche aufgeschrieben haben!

18.06 Uhr: Papst Benedikt XVI. ist am Freitagabend im Eichsfeld in Thüringen angekommen. Aus Erfurt kommend traf er mit einem Helikopter ein. Der Pontifex landete auf einem Feld an der Wallfahrtskapelle Etzelsbach.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche will vor rund 90 000 Pilgern eine Marienvesper feiern. Das ist ein Abendgottesdienst, bei der katholische Christen vor allem zur Gottesmutter beten. Damit will der Papst auch die Standhaftigkeit der katholischen Christen in der DDR würdigen. An der Vesper nimmt auch Bundespräsident Christian Wulff teil.

Der Papst wurde mit großem Jubel in Etzelsbach empfangen. In strahlendem Sonnenschein fuhr Benedikt XVI. eine etwa 600 Meter lange Runde auf einer eigens geteerten Runde durch die Menschenmenge. Dabei segnete und grüßte er zahlreiche Gottesdienstteilnehmer. “Benedetto“-Sprechchröre erklangen.

Schon seit den Morgenstunden sind Besucher auf elf kilometerlangen Wegen zu der entlegenen Wallfahrtskapelle gepilgert. Zunächst war nur mit gut 60 000 Pilgern gerechnet worden.

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17.48 Uhr: Papst Benedikt XVI. ist am Freitagnachmittag im Eichsfeld gelandet. Soeben ist er mit dem Papamobil vom Hubschrauber ins Eichsfeld gefahren.Dort wollte der Papst am Marienwallfahrtsort Etzelsbach mit Zehntausenden Gläubigen eine Marianische Vesper feiern. Nach Angaben der Veranstalter hatten sich schon am Nachmittag rund 90.000 Pilger auf dem Feld an der Kapelle versammelt. Am Abend wollte er nach Erfurt zurückkehren.

17.47 Uhr: Bei einem Traktorunglück auf dem Weg zum Gottesdienst mit Papst Benedikt XVI. im nordthüringischen Etzelsbach sind am Freitag fünf Pilger verletzt worden. Zwei von ihnen, ein vier Monate altes Baby und eine Frau, hätten schwere Verletzungen erlitten, sagte ein Polizeisprecher. Die Pilgergruppe war auf dem Hänger eines Traktors auf dem Weg zum Gottesdienst. Die beiden Schwerverletzten wurden per Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. In Etzelsbach im katholischen Eichsfeld werden zum Gottesdienst mit dem Papst am Freitagabend etwa 60 000 Pilger erwartet.

Der Traktor mit Hänger stellte sich nach Polizeiangaben auf einer abschüssigen, feuchten Wiese quer. Das komplette Gespann, das insgesamt zehn Pilger im Alter zwischen vier Monaten und 55 Jahren transportieren sollte, stürzte um. Am Steuer des Gefährts saß ein 53 Jahre alter Mann. Gegen

17.09 Uhr: Papst Benedikt XVI. ist am soeben mit einem Hubschrauber von Erfurt zur Wallfahrtskapelle Etzelsbach im Eichsfeld abgeflogen. Dort wollte der Papst am Abend mit Zehntausenden Gläubigen eine Marianische Vesper feiern. Nach Angaben der Veranstalter hatten sich schon am Nachmittag rund 90.000 Pilger auf dem Feld an der Kapelle versammelt. Am Abend wollte er nach Erfurt zurückkehren.

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16.59 Uhr: Papst Benedikt XVI. hat soeben in einem Hubschrauber der Bundespolizei auf dem Flughafen in Erfurt Platz genommen. Der Helikopter soll den Heiligen Vater ins thüringische Etzelsbach fliegen, wo eine Marianische Vesper um 17.45 Uhr beginnen soll. Der Hubschrauber sollte laut dem offiziellen Programm zum Papstbesuch schon um 16.45 Uhr starten.

Immer mehr Pilger strömen nach Etzelsbach. Papst Benedikt XVI. will die Marien-Vesper kurz vor 18 Uhr eröffnen.

16.53 Uhr: Immer mehr Pilger strömen nach Etzelsbach: Das Bistum Erfurt erwartet dort zum Abend mehr als 60.000 Gottesdienstbesucher. Papst Benedikt XVI. will die Marien-Vesper kurz vor 18 Uhr eröffnen. Die Pilgerwege vor allem von Bahnhöfen und dem gesperrten Autobahnabschnitt waren schon gegen Mittag voll, die Schlangen an den Kontrollpunkten bereits beträchtlich. Unser Bild ziegt, wie es derzeit auf dem Feld aussieht, wo die Marianische Vesper mit dem Heiligen Vater um 17.45 Uhr beginnen soll. 

16.46 Uhr: Zwei Polizisten bei Protesten gegen den Papst verletzt: Die Berliner Polizei zeigt sich nach Medienberichten zufrieden mit dem Verlauf ihres Einsatzes während des Besuchs von Papst Benedikt XVI. am Donnerstag. Bis zu 6.500 Polizisten, darunter Unterstützungskräfte aus neun Bundesländern und der Bundespolizei, hätten einen sicheren Ablauf gewährleistet, sagte ein Polizeisprecher am Freitag der Märkischen Oderzeitung. Bei zwei Demonstrationen gegen den Papstbesuch hätten die Beamten vereinzelt einschreiten müssen. Zwei Polizisten wurden leicht verletzt.

16.43 Uhr: Erleichterung für müde Pilgerfüße: Nach der langen Wanderung konnten sich die Gottesdienstbesucher auf den letzten Metern vor dem Pilgerfeld in Etzelsbach mit Blasenpflastern versorgen. Mitarbeiter des katholischen Radiosenders Domradio verteilten “Hilfspakete“ an humpelnde und müde Pilger.

16.25 Uhr: Mit fünf Hubschraubern der Bundespolizei fliegt der Papst gleich von Erfurt aus zur Marianischen Vesper in die Wallfahrtskapelle Etzelsbach. Die Helikopter sind bereits startklar.

16.22 Uhr: Das trockene Wetter mit strahlendem Sonnenschein hat die Organisatoren auf dem Papst-Pilgerfeld im thüringischen Etzelsbach vor Herausforderungen gestellt. Die hinter der Altarbühne eingerichteten zwölf Landeplätze für Helikopter mussten am Freitagnachmittag mit Wasser besprengt werden. So wollten die Veranstalter verhindern, dass die landenden Hubschrauber auf den trockenen Feldern Staub aufwirbeln. Nichts sollte die Papst-Ankunft gefährden oder die Sicht auf dem Pilgerfeld eintrüben.

16.18 Uhr: Für fünf Pilger endete der Weg zur Vesper im Eichsfeld vorzeitig mit einem Unglück. Sie waren mit einem Traktor und Hänger auf dem Weg zum Veranstaltungsgelände, als sie in Günterode (Thüringen) mit ihrem Traktor samt Hänger bei dem Versuch einen Hang hinabzufahren verunglückten.

16.01 Uhr: Zum ersten Mal echte Pilgerstimmung: Die Marien-Vesper des Papstes im thüringischen Etzelsbach lockt zehntausende Hartgesottene. Ströme von Pilgern zieht es derzeit zur Vesper.

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15.59 Uhr: Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat eine gemischte Bilanz des Treffens mit Papst Benedikt XVI. gezogen. Er sei nicht zufrieden, weil weiter wichtige Fragen der Klärung bedürften, sagte er am Freitag nach dem Spitzengespräch der beiden großen Kirchen in Erfurt. Schneider betonte aber auch, er sei zugleich zufrieden, weil es ein “sehr ernstes, tiefes und geschwisterliches“ Treffen gewesen sei.

Schneider forderte mehr Anstrengungen für Paare mit unterschiedlicher Konfession. “Die reale Lebenssituation der Menschen muss diese Frage antreiben und bestimmen.“ Der katholische Kardinal Kurt Koch sagte dagegen, dass die geforderte Abendmahlgemeinschaft nach katholischem Verständnis ohne Kirchengemeinschaft schwer vorstellbar sei.

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Schneider betonte die Hoffnung, dass die beiden Kirchen auf dem Weg zum Reformationsjubiläum im Jahr 2017 zu mehr vertrauensvoller Gemeinsamkeit und aktivem Zusammenwirken finden. Der Papst hatte zuvor bei den Spitzentreffen beider Kirchen in Erfurt Hoffnungen auf eine schnellere Annäherung von katholischer und protestantischer Kirche einen Dämpfer versetzt.

Schneider begrüßte ausdrücklich die Würdigung des Reformators Martin Luther durch Papst Benedikt XVI. “Ich freue mich sehr, dass Papst Benedikt XVI. das grundsätzliche Anliegen der Theologie Martin Luthers so prominent herausgestellt (...) hat“, sagte er.

Das Treffen fand in jenem Augustinerkloster in Erfurt statt, in dem der Reformator Luther (1483-1546) vor rund 500 Jahren als Mönch gewirkt hatte. Die Bereitschaft des Vatikans zu einem Treffen an diesem Ort wird als versöhnliche Geste gesehen.

15.57 Uhr: Gleich fliegt der Papst von Erfurt nach Etzelsbach. Auf dem Flughafen in Erfurt ist schon eine Hubschrauber-Staffel der Bundespolizei zu sehen.

15.03 Uhr: Laut dem Kurznachrichtendienst Twitter sind auf dem Eichsfeld in Thüringen, wo heute Abend die marianische Vesper mit Papst Benedikt stattfinden wird, schon erste "Benedetto"-Rufe zu hören.

15.01 Uhr: Eigentlich sollte Bundespräsident Christian Wulff zusammen mit seiner Frau Bettina den Papst nach Erfurt begleiten. Krankheitsbedingt musste die First Lady aber am Freitag absagen. Ein grippaler Infekt habe ihre Reise nach Thüringen verhindert, hieß es. Am Donnerstag hatte Bettina Wulff zum Auftakt des Besuchs von Benedikt XVI. den hohen Gast am Flughafen begrüßt und dann offiziell im Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten, willkommen geheißen. Frau Wulff ist evangelisch, ihr Mann katholisch. Beim Papstbesuch in Erfurt stand das Thema Ökumene im Mittelpunkt.

14.55 Uhr: Marianische Vesper: Darum geht es heute Abend im thüringischen Etzelsbach: Die Vesper (von lat. vespera = Abend) ist der abendliche Teil des Stundengebetes der katholischen Kirche und wird in der Regel gegen 18.00 Uhr gebetet. Wichtige Elemente sind die alttestamentarischen Psalmen sowie Gesänge und Lesungen aus dem Neuen Testament.

Bei einer Marianischen Vesper, wie sie im Marien-Wallfahrtsort Etzelsbach in Thüringen gefeiert wird, steht die Verehrung der Gottesmutter Maria im Mittelpunkt. Dies kommt in Gebeten und Gesängen zum Ausdruck. Im Wallfahrtsort Etzelsbach werden das “Magnificat“ (“Meine Seele preist die Größe des Herrn“) und das “Salve Regina“ (“Sei gegrüßt, o Königin“) gesungen.

14.18 Uhr: Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) hat den ökumenischen Wortgottesdienst im Erfurter Augustinerkloster als Fest des Glaubens und der gemeinsamen Freude bezeichnet. Er sei ein wichtiges Zeichen, dass Christen aus dem Glauben heraus in der Welt ein Zeichen setzen, in der Freude, für andere tätig zu sein, sagte sie am Freitag im ZDF.

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Zugleich verwies Lieberknecht darauf, dass die Ökumene weiter vorankomme, “wenn wir uns wechselseitig verstehen“. Ihrer Ansicht sind bereits große Fortschritte erzielt worden.

“Wir brauchen Geduld und Verständnis füreinander“, sagte sie. Lieberknecht zeigte sich überzeugt, bis zum Reformationsjubiläum 2017 noch manche Gemeinsamkeiten erleben zu können.

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14.13 Uhr: Rund dreieinhalb Stunden vor dem Gottesdienst mit dem Papst sind nach Polizeischätzungen bereits mehr als 36.000 Pilger auf dem Feld im thüringischen Etzelsbach eingetroffen. Der Sicherheitsdienst gebe die Pilgermassen sogar mit 42.000 Menschen an, teilten die Veranstalter mit. “Und ihre Zahl ist derzeit dramatisch steigend“, hieß es.

Die Pilgerwege vor allem von Bahnhöfen und dem gesperrten Autobahnabschnitt waren gegen Mittag voll, die Schlangen an den Kontrollpunkten bereits beträchtlich. Das Bistum Erfurt erwartet mehr als 60.000 Gottesdienstbesucher. Papst Benedikt XVI. will die Marien-Vesper kurz vor 18 Uhr eröffnen.

13.49 Uhr: Beim ökumenischen Gottesdienst mit Papst Benedikt XVI. hat die Synodenpräses der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Katrin Göring-Eckardt, die Gemeinsamkeit beider Kirchen betont. “Obgleich uns manches trennt, das Wichtigste verbindet uns: die Sehnsucht nach Gott“, sagte Göring-Eckardt am Freitag in Erfurt.

Göring-Eckardt würdigte den Einsatz der Christen für die friedliche Revolution in der DDR. “Ja, wir konnten getrost wissen, dass Gott größer ist, größer als die kleinbürgerliche SED sowieso, größer als die martialische Stasi aber eben auch.“

13.30 Uhr: Der ökumenische Gottesdienst im endet mit einem gemeinsamen Segen von Papst Benedikt XVI. und dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider. Zuvor hatten die evangelische Landesbischöfin Ilse Junkermann und der Katholische Kardinal Walter Kasper sowie andere Protestanten und Katholiken die Fürbitte gehalten.

13.29 Uhr: Thüringens CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht am Freitag nach einem Vier-Augen-Gespräch mit Papst Benedikt XVI. in Erfurt: “Er war menschlich, er war verbindlich.“

13.24 Uhr: Wie das ZDF berichtet, ist während des Deutschlandbesuchs von Papst Benedikt XVI. ein Treffen des Heiligen Vaters mit Opfern von Missbrauch in katholischen Einrichtungen geplant. Unter Berufung auf die Kurie meldet der Fernsehsender, der Papst wolle sich mit Opfern treffen. Allerdings solle dieses Treffen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

13.22 Uhr: Beim ökumenischen Gottesdienst in Erfurt betont der Papst: "Der Glaube der Christen beruht nicht auf Abwägung der Vor- und Nachteile. Er lässt sich nicht aushandeln." 

12.57 Uhr: Der 25-stündige Besuch von Papst Benedikt XVI. in Thüringen kostet das Bistum Erfurt elf Millionen Euro. Mehr als die Hälfte der Kosten fielen beim Bau des Etzelsbacher Pilgerfeldes an. Zudem müssen die Veranstalter für die Sperrung der Autobahn, Shuttleservice, Hubschrauberlandeplätze und Helferverpflegung aufkommen. 2,5 Millionen Euro gibt das Bistum für die Eucharistiefeier in Erfurt aus. Die Bühnen in beiden Orten schlugen mit 850.000 Euro zu Buche, die beiden Pressezentren mit 390.000 Euro.

12.56 Uhr: Das Spitzengespräch von Papst Benedikt XVI. mit Vertretern der evangelischen Kirche ist am Freitagmittag in Erfurt zu Ende gegangen. Im Anschluss versammelten sich rund 300 geladene Gäste zu einem ökumenischen Wortgottesdienst. Der Papst wird die Predigt halten. An dem Gottesdienst nehmen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Christian Wulff teil.

Als Spitzenvertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist deren Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider Teilnehmer der Feier. Mitwirkende sind auch die Bundestagsvizepräsidentin und Vorsitzende der EKD-Synode, Katrin Göring-Eckardt, sowie die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann.

12.54 Uhr: Bei einer Begegnung mit Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat Papst Benedikt XVI. Martin Luthers “Ringen um Gott“ hervorgehoben. “Was ihn umtrieb, war die Frage nach Gott, die die tiefe Leidenschaft und Triebfeder seines Lebens und seines ganzen Weges gewesen ist“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Freitag in Erfurt laut Redemanuskript. Hinter all seinem theologischen Suchen habe die Frage gestanden, wie er einen “gnädigen Gott“ bekomme.

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“Dass diese Frage die bewegende Kraft seines ganzen Weges war, trifft mich immer neu“, betonte der Papst. Diese brennende Frage Martin Luthers müsse “wieder neu und gewiss in neuer Form auch unsere Frage werden“.

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Das Notwendigste für die Ökumene sei zunächst, “dass wir nicht unter dem Säkularisierungsdruck die großen Gemeinsamkeiten fast unvermerkt verlieren, die uns überhaupt zu Christen machen“. Es sei der Fehler des konfessionellen Zeitalters gewesen, dass weithin nur das Trennende gesehen worden sei.

Zugeständnissen an den Zeitgeist erteilte Benedikt XVI. eine Absage. Natürlich müsse der Glaube heute neu gedacht und gelebt werden. “Aber nicht Verdünnung des Glaubens hilft, sondern nur ihn ganz zu leben in unserem Heute. Dies ist eine zentrale ökumenische Aufgabe.“

12.33 Uhr: Stichwort Ökumene - darum geht es heute beim Papstbesuch in Erfurt: Der Begriff Ökumene stammt aus dem Griechischen (oikouméne = das Bewohnte, die bewohnte Erde) und wird in erster Linie für das Ringen um die Einheit der Christen verwendet. Die moderne ökumenische Bewegung entstand an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründeten 147 vorwiegend protestantische Kirchen den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK). Heute gehören ihm 349 Mitgliedskirchen an, darunter orthodoxe, anglikanische und protestantische. Die katholische Kirche ist nicht Mitglied des ÖRK, arbeitet aber seit vier Jahrzehnten mit ihm zusammen.

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Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat eine Ökumenekommission eingerichtet, an deren Spitze derzeit der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller steht. Zweimal im Jahr kommen Vertreter der Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) zum sogenannten Kontaktgesprächskreis zusammen, um sich auszutauschen und gemeinsame Projekte zu verabreden.

12.23 Uhr: Wie die Thüringer Allgemeine berichtet, sind derzeit Busse aus Leinefelde und Eisenach unterwegs, um in Gemeinden Pilger einzusammeln und nach Etzelsbach zu bringen.

12.22 Uhr: Der ökumenische Wortgottesdienst in Erfurt hat begonnen.

12.18 Uhr: Papst Benedikt XVI. hat den weltweiten Vormarsch von Pfingstkirchen und unabhängigen charismatischen Gruppen beklagt. Beim ökumenischen Gespräch mit Spitzenvertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sagte der 84-Jährige am Freitag in Erfurt nach Angaben des Vatikan: “Vor einer neuen Form von Christentum, die mit einer ungeheuren und in ihren Formen manchmal beängstigenden missionarischen Dynamik sich ausbreitet, stehen die klassischen Konfessionskirchen oft ratlos da.“

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Katholiken und Protestanten seien gemeinsam herausgefordert durch diese neuen kirchlichen Gruppierungen, betonte der Papst: “Es ist ein Christentum mit geringer institutioneller Dichte, mit wenig rationalem und mit noch weniger dogmatischem Gepäck, auch mit geringer Stabilität.“ Die Auseinandersetzung mit diesem “weltweiten Phänomen“ stelle die etablierten Kirchen vor die Frage, was das bleibend Gültige im Glauben sei.

Die Pfingstkirchen, die evangelikalen und charismatischen Gemeinschaften sowie die sogenannten Unabhängigen Kirchen sind in den vergangenen Jahren besonders in der südlichen Hemisphäre stark gewachsen. Kennzeichnend für sie sind Wunderprediger, emotional aufgeheizte Massengottesdienste und der Glaube, dass Reichtum den Segen Gottes anzeigt.

12.04 Uhr: Im Augustinerkloster in Erfurt hat am Freitagmittag das Spitzengespräch von Papst Benedikt XVI. mit führenden Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) begonnen. Die evangelische Delegation wird von EKD-Chef Nikolaus Schneider angeführt. Er steht an der Spitze der gut 24 Millionen Protestanten in Deutschland. Katholiken gibt es in Deutschland etwa ebenso viele.

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Der Papst hatte durchgesetzt, dass der Begegnung mit den Protestanten mehr Zeit eingeräumt wird als zunächst vorgesehen. Für das eigentliche Gespräch wurde nun eine halbe Stunde angesetzt. Von dem Treffen wird ein Impuls für das Miteinander der beiden Kirchen erwartet - ein “besonderes Zeichen“ für die Ökumene.

Das Treffen findet in jenem Augustinerkloster statt, in dem der Reformator Luther (1483-1546) vor rund 500 Jahren als Mönch gewirkt hatte. Die Bereitschaft des Vatikans zu einem Treffen an diesem Ort wird als wichtige Geste gewertet.

Mit Blick auf das bevorstehende Reformationsjubiläum im Jahr 2017 hoffen viele auch auf eine positive Würdigung Martin Luthers durch den Papst. Als unwahrscheinlich gilt allerdings, dass er den päpstlichen Bann gegen Luther förmlich zurücknimmt.

11.01 Uhr: Papst Benedikt XVI. ist am Freitagvormittag in Erfurt gelandet. Er wurde auf dem Flughafen von Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht sowie den Regierungschefs von Sachsen und Sachsen-Anhalt, Stanislaw Tillich und Reiner Haseloff (alle CDU), erwartet. Das katholische Kirchenoberhaupt hatte zuvor mit einem Treffen mit Muslimen seinen 24-stündigen Berlin-Besuch beendet.

Nach einem Besuch im Erfurter Mariendom stand im Augustinerkloster die mit Spannung erwartete Begegnung mit Vertretern des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie ein ökumenischer Gottesdienst auf dem Programm. Am Nachmittag wollte der Papst mit dem Hubschrauber zur Wallfahrtskapelle Etzelsbach zu einer Marianischen Vesper fliegen.

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10.55 Uhr: Der Besuch des Papstes in Deutschland lockte am Donnerstag überwiegend Katholiken vor die Fernseher. Den Auftritt von Benedikt XVI. vorm Bundestag und im Berliner Olympiastadion, den zwischen 16 Uhr und 20.45 Uhr in der ARD durchschnittlich 2,49 Millionen Menschen (Marktanteil: 13,5 Prozent) verfolgten, sahen 1,19 Millionen Katholiken (21,8 Prozent) und 900 000 Protestanten (12,5 Prozent), wie die Marktforschungsfirma Media Control in Baden-Baden ermittelte. 390 000 Menschen ohne Konfession oder anderen Glaubens saßen bei den Veranstaltungen vor den Bildschirmen. Bei der Vormittagsübertragung im ZDF waren zwischen 10.03 Uhr und 13 Uhr durchschnittlich 950 000 Zuschauer (15,2 Prozent) dabei, darunter 430 000 Katholiken (24,1 Prozent), 310 000 Protestanten (13,1 Prozent) und 200 000 ohne beziehungsweise mit anderer Konfession.

10.50 Uhr: Der Koordinierungsrat der Muslime in Deutschland (KMR) wertet das Treffen mit Papst Benedikt XVI. als Impuls für den muslimisch-christlichen Dialog. KRM-Sprecher Aiman Mazyek dankte am Freitag nach der Begegnung dem Papst in Berlin dafür, dass Benedikt XVI. in aller Deutlichkeit diesem Dialog einen solchen Stellenwert einräume. Das sei ein “wichtiges und wohltuendes Zeichen“ gewesen.

Die anwesenden KRM-Mitglieder hätten dem Papst versichert, dass sein beherztes Eintreten für die Freiheit des Glaubens und Religiosität bei Muslimen Unterstützung finde. Alle Gesprächspartner hätten betont, dass Christen und Muslime künftig noch deutlicher das überwiegend Gemeinsame ihrer Religionen herausstellen sollten, ohne dabei die Unterschiede zu verdrängen.

10.39 Uhr: Erzbischof Rainer Maria Woelki dankt Papst Benedikt XVI. für ein “bewegendes Fest des Glaubens“ im Olympiastadion. Das katholische Kirchenoberhaupt habe die Gläubigen in seiner Rede am Donnerstagabend eingeladen, “den Blick nicht auf das Negative zu fixieren, sondern auf Jesus Christus“, sagte Woelki am Freitag.

Zudem dankte der Berkiner Erzbischof all jenen, die den 3,5 Millionen Euro teuren Papst-Gottesdienst mitorganisiert haben sowie dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), der mit seiner Fernsehübertragung dafür gesorgt habe, dass “weltweit Millionen Menschen mit uns feiern konnten“. Woelki begleitet den Papst zu den weiteren Stationen seines Deutschlandbesuchs nach Erfurt und Freiburg.

10.23 Uhr: Papst Benedikt XVI. ist am Freitagvormittag aus Berlin abgereist. Er flog zunächst nach Erfurt. Am Nachmittag reist er von dort per Hubschrauber nach Etzelsbach im Norden Thüringens, um eine Vesper in einem Marienwallfahrtsort zu feiern. In Berlin hatte Benedikt eine Rede im Bundestag gehalten und mit Vertretern der jüdischen Gemeinde sowie des Islam gesprochen. Abschließend besucht der Papst am Wochenende Freiburg.

10.22 Uhr: Papst Benedikt XVI. wird am Freitag mit Erfurt und Etzelsbach zwei weitere Stationen seiner viertägigen Reise besuchen. Nach einer Privatmesse kommt der Papst am Morgen mit Vertretern des Islam in der Apostolischen Nuntiatur zusammen. Um 10 Uhr fliegt das katholische Oberhaupt vom Flughafen Berlin-Tegel nach Erfurt weiter. Ein Höhepunkt des Tages wird die für 11.45 Uhr vorgesehene Begegnung mit Vertretern des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) im Kapitelsaal des Augustinerklosters zu Erfurt sein. Im Anschluss feiert der Papst einen ökumenischen Wortgottesdienst in der Kirche des Konvents.

Nach der Ankunft in Etzelsbach im thüringischen Eichsfeld feiert der Papst in der Wallfahrtskapelle der katholisch geprägten Region eine marianische Vesper. Am Abend kehrt Benedikt XVI. nach Erfurt zurück

10.07 Uhr: Papst Benedikt XVI. am Freitag in Berlin bei einem Treffen mit Vertretern der muslimischen Gemeinde in Deutschland: “Die Anwesenheit zahlreicher muslimischer Familien ist seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zunehmend ein Merkmal dieses Landes geworden.“

09.51 Uhr: Papst Benedikt XVI. hat Muslime als ein Merkmal Deutschlands bezeichnet. Bei einem Treffen mit Vertretern der muslimischen Gemeinde sagte der Papst am Freitagmorgen in Berlin: “Die Anwesenheit zahlreicher muslimischer Familien ist seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zunehmend ein Merkmal dieses Landes geworden.“

Zu Beginn seines zweiten Besuchstags traf Benedikt Mitglieder von Verbänden, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und Islam-Lehrer in der Botschaft des Vatikans in Berlin. Das Gespräch fand nach Aussage eines Sprechers der Deutschen Bischofskonferenz in herzlicher Atmosphäre statt.

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Auch in einer pluralistischen Gesellschaft sei die Religionszugehörigkeit von Bedeutung, sagte der Papst: “Die katholische Kirche setzt sich entschieden dafür ein, dass der öffentlichen Dimension der Religionszughörigkeit eine angemessene Anerkennung zuteilwird.“ Dabei rief er zur Achtung des Grundgesetzes auf als “Grundlage des menschlichen Zusammenlebens“. Der gegenseitige Respekt sei nur mit der Beachtung einiger unveräußerlicher Rechte möglich, sagte der Papst.

Zu dem Treffen in der Vatikanischen Botschaft waren unter anderem der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, sowie Mitglieder der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) eingeladen. Es müsse beständig daran gearbeitet werden, sich gegenseitig besser kennenzulernen und zu verstehen, sagte Benedikt XVI.

Nach einer Rede vor fünf Jahren in Regensburg hatten Muslime dem Papst vorgeworfen, den Islam in die Nähe der Gewalt gestellt zu haben. In der islamischen Welt hatte es gegen die umstrittenen Zitate heftige Protest gegeben. In Deutschland leben 3,8 bis 4,3 Millionen Muslime, 45 Prozent sind deutsche Staatsbürger. Etwa zwei Drittel haben in der Türkei ihre Wurzeln.

Vor einem Jahr hatte Bundespräsident Christian Wulff gesagt, der Islam gehöre inzwischen auch zu Deutschland, und dafür nicht nur Zustimmung, sondern auch Kritik geerntet.

fro/dpa/dapd

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