Mädchen will helfen und wird bestraft

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Brandenburg - Eine 14-Jährige wollte einen eingeklemmten Jungen retten. Dabei verursachte sie den Brand einer Scheune. Der Junge starb dabei. Das Mädchen muss Schadenersatz zahlen.

Mit Feuer wollte eine 14-Jährige einen zwischen Heuballen eingeklemmten asthmakranken Jungen retten, doch er kam bei dem Brand zu Tode. Jetzt, gut drei Jahre später, hat das Brandenburgische Oberlandesgericht die Haftungsfrage endgültig entschieden: Das Mädchen muss Schadensersatz wegen leichtfertigen Umgangs mit Feuer in einer Scheune leisten. Das hatte auch schon das Landgericht Frankfurt (Oder) im Mai 2009 entschieden. Das OLG wies die Berufung gegen das Urteil ab, wie es am Dienstag mitteilte.

Vier Kinder im Alter zwischen 12 und 14 Jahren hatten im Oktober 2006 unerlaubt in einer halb offenen Feldscheune im Landkreis Oder-Spree gespielt. Ein 13-Jähriger, der an Asthma litt, fiel zwischen zwei Heuballen, ein weiterer fiel auf ihn drauf. Den anderen Kindern gelang es nicht, den Heuballen wegzuschieben. Auch der Versuch, die Schnüre des Ballens mit einer Schere zu durchtrennen, schlug fehl. Die 14-Jährige versuchte es schließlich mit einem Feuerzeug. Die Flammen griffen auf die ganze Scheune über. Die Landwirtin forderte von dem Mädchen Schadenersatz von rund 12.000 Euro.

Die Haftpflichtversicherung der Eltern lehnte jedoch die Regulierung des Schadens ab. Das OLG stellte jedoch eine Pflicht zur Haftung fest und erklärte, eine Lebensgefahr für den Jungen, die eine Verwendung des Feuerzeugs gerechtfertigt haben könnte, habe nicht vorgelegen. Denn er habe sich durch Rufe mit den anderen Kindern verständigen können. Die Kinder hätten Hilfe von Erwachsenen herbeiholen müssen. Die 14-Jährige sei sich der Gefährlichkeit ihres Tuns bewusst gewesen. Jugendliche ab 14 sind nach dem Gesetzen strafmündig. (Aktenzeichen: OLG Brandenburg - 12 U 123/09)

DAPD

Rubriklistenbild: © dpa

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