Menschenhändlerring gesprengt: 18 Festnahmen

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Im Rotlichtmilieu arbeiten viele Zwangsprostituierte.

Stuttgart - Mit einer großangelegten Aktion haben Ermittler einen Menschenhändlerring zerschlagen, der aus Rumänien stammende junge Frauen zur Prostitution in “Flatrate-Bordellen“ gezwungen hat.

Am Sonntag durchsuchten 780 Einsatzkräfte der Polizei und des Zolls 44 Objekte in fünf Bundesländern (Baden-Württemberg, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz) sowie in Rumänien und Spanien. 13 Haftbefehle wurden vollstreckt und weitere sechs dringend verdächtige Personen vorläufig festgenommen, wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart berichtete.

Bei den Tätern, überwiegend Rumänen, handelt es sich demnach auch um die Betreiber von Bordellen. Sie lockten seit 2004 Frauen unter dem Vorwand einer Beschäftigung in der Gastronomie nach Deutschland. Unter Androhung von Repressalien für ihre Familien in ihrer Heimat nötigten die Täter sie jedoch, als Prostituierte in Bordellen in Heidelberg, Berlin-Schönefeld, Recklinghausen, Kaiserslautern und Barsinghausen zu arbeiten.

Unter den Festgenommenen befindet sich auch der Kopf der Gruppierung, der sich nach Spanien abgesetzt hatte und von seinem Versteck aus die Geschäfte führte. Er wurde durch Fahnder der Ermittlungsgruppe “Hummer“ gemeinsam mit den spanischen Behörden am Samstag in Madrid ausfindig gemacht und festgenommen.

Seit Sommer vergangenen Jahres führt die Staatsanwaltschaft Stuttgart die Ermittlungen zusammen mit dem Dezernat Sonderfälle/Organisierte Kriminalität der Landespolizeidirektion beim Regierungspräsidium und der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts. Erkenntnisse dafür lieferte der aktuelle Stuttgarter Prozess gegen die Betreiber der ehemaligen “Pussy-Clubs“ in Fellbach, Heidelberg, Wuppertal und Berlin-Schönefeld. Die Prostituierten mussten dem Bericht zufolge als Scheinselbstständige arbeiten. Die bei der Anwerbung der Frauen in Rumänien gemachten Zusagen über die Höhe der Entlohnungen würden nicht eingehalten, die anfallenden Steuern und Sozialabgaben nicht entrichtet, berichteten die Ermittler.

apn

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