Mord-Anklage gegen Stiefvater des kleinen Julian

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Hildesheim/Delligsen - Einen Monat nach dem grausamen Tod des fünfjährigen Julian im Weserbergland hat die Staatsanwaltschaft Mordanklage gegen den 26 Jahre alten Stiefvater erhoben.

Unter dem Einfluss von Amphetaminen habe der Arbeitslose den Fünfjährigen stundenlang mit wuchtigen Schlägen misshandelt und dadurch getötet, sagte Sprecher Bernd Seemann am Mittwoch in Hildesheim. Wie aus der Anklage hervorgeht, soll der Mann auch Julians einjährigen Bruder schwer misshandelt haben. Zu dem furchtbaren Geschehen kam es in Delligsen im Kreis Holzminden.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Lebensgefährten von Julians Mutter vor, aus niedrigen Beweggründen gehandelt zu haben und dabei besonders grausam vorgegangen zu sein. Ein derart entstelltes Verbrechensopfer wie den toten Julian habe er nie zuvor gesehen, sagte Seemann. Die Obduktion ergab, dass das Kind an inneren Blutungen starb. Nach der Tat hatte der Angeklagte den Leichnam in Müllsäcke verpackt und in einer nahe gelegenen Garage unter Abfall versteckt. Dort war der tote Junge von der Polizei gefunden worden.

Ein nachvollziehbares Motiv habe der 26-Jährige den Ermittlern nicht nennen können, sagte Seemann. Nach der Festnahme hatte der Arbeitslose zugegeben, den Jungen stundenlang misshandelt zu haben. Zuvor habe das Kind ihn provoziert. Bereits in den Tagen vor dem Mord soll der Stiefvater Julian aus nichtigem Anlass heftig geschlagen und ihm damit Blutergüsse zugefügt haben. Auch den jüngeren Bruder Julians habe der Mann misshandelt. Das von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebene psychiatrische Gutachten über den 26-Jährigen liegt noch nicht vor.

dpa

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