Mutter erkennt Kinderschänder in ZDF -Sendung

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Der mutmaßliche Kinderschänder Christoph G. stellte Videos ins Internet.

Trier - Wie viele Buben der mutmaßliche Kinderschänder Christoph G. missbraucht hat, ist noch offen. Wie jetzt bei einer Pressekonfernz bekannt wurde: Eine Mutter hat bei einer TV-Fahndung ihren Sohn erkannt.

Der mutmaßliche Kinderschänder Christoph G. ist laut Staatsanwaltschaft schon bei der Ausstrahlung der ZDF -Sendung “Aktenzeichen XY ... ungelöst“ erkannt worden. Auf den vom Bundeskriminalamt zur Verfügung gestellten Sequenzen aus kinderpornografischen Videos habe die Mutter der beiden missbrauchten Jungen “zum Teil ihre ehemalige Wohnung wiedererkannt“, teilte die Staatsanwaltschaft Trier am Donnerstag mit. Daraufhin habe die Mutter den früheren Turnlehrer Christoph G. bei der Polizei identifiziert, erklärten die Ermittler.

Am 6. August hatte sich der Aushilfskellner nach einer beispiellosen Fernseh- und Internet-Fahndung in Sonthofen im Allgäu gestellt. Am selben Tag sei der Vater der beiden Kinder von der Kriminalinspektion Mayen vernommen worden und habe sich dabei auch mehrere der veröffentlichten Videosequenzen angesehen: “Hierbei identifizierte er seine Söhne auf mehreren Dateien“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer. Die “Bild“-Zeitung zitierte die Mutter mit den Worten: “Diese Bilder sind so furchtbar für eine Mutter. Die Videoaufnahmen konnte ich mir nicht mehr ansehen, das hätte ich nicht ertragen“, wurde sie von dem Blatt zitiert.

Die Familie habe G. seit vier Jahren gekannt. “Wir waren neu im Dorf. Eine Bekannte brachte ihn mit. Er war sympathisch. Noch am selben Tag lud er unsere Kinder in den Turnverein ein“, sagte sie demnach weiter. Am Anfang habe er den Kindern kleinere Geschenke mitgebracht, “später schenkte er ihnen sogar Fahrräder“, sagte die Mutter laut “Bild“ weiter.

Derzeit wird geprüft, ob es neben den Zwillingsbrüdern weitere Opfer gibt. Bei der Kriminalinspektion Mayen gingen derzeit “Hinweise von besorgten Eltern“ ein, die angebliche Übergriffe des 37-Jährigen als Sportrainer auf ihre Kinder beinhalteten, sagte der Leiter der Kriminaldirektion, Paul Wehner , am Donnerstag in Trier . Noch gebe es keine Hinweise auf weitere Fälle. Aber: “Wir haben Anhaltspunkte, dass etwas vorliegen könnte“, sagte Wehner.

DVDs und CDs müssen ausgewertet werden

Die Staatsanwaltschaft Trier hat das Ermittlungsverfahren inzwischen von der Staatsanwaltschaft Gießen übernommen; ermittelt wird wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs. Unter anderem müssten nun VHS-Kassetten, DVDs und CDs ausgewertet werden, die bei der Durchsuchung der Wohnung des Täters sichergestellt worden seien.

In seinem Hotelzimmer in Sonthofen seien zudem eine Videokamera, ein Rechner und 15 bis 20 DVDs gefunden worden, die ebenfalls ausgewertet werden müssten. Die Ermittlungen erstreckten sich auch auf aus der Bevölkerung eingegangene Hinweise sowie mögliche weitere Missbrauchsfälle. Christoph G. schweige bisher.

Tatorte seien die Wohnung des Beschuldigten in Mayen und das elterliche Haus im Eifelort Retterath gewesen, sagte der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer. Noch sei unklar, wann die Sex-Vidos gedreht worden seien. “Frühstens 2006, es könnte aber auch in jüngster Vergangenheit geschehen sein.“ Bei den Aufnahmen seien die beiden Jungen zu sehen. Möglicherweise sei noch ein drittes Kind mit im Spiel. “Die Frisuren verwirren noch teilweise“, sagte der Trierer Staatsanwalt Stephane Parent.

Die Trierer Staatsanwaltschaft hatte bereits 2006 in dieser Sache gegen den Mann ermittelt. Das Verfahren war aber eingestellt worden, weil die Aussagen der Kinder von einem Gutachter als nicht glaubwürdig angesehen wurden, sagte Brauer.

AP /dpa

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