Nach dem Orkantief das große Aufräumen

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Frankfurt/Main - Nach dem Abzug des Sturmtiefs “Xynthia“ hat am Montag in ganz Deutschland das große Aufräumen begonnen. Eine Bilanz des Orkans:

Bahn- und Luftverkehr liefen langsam wieder an, litten aber noch immer unter den Auswirkungen der Probleme des Sonntags. Insgesamt kamen in Deutschland mindestens sieben Menschen bei dem Orkan ums Leben, darunter ein kleiner Junge, der im südhessischen Biblis in einen Fluss geweht wurde und ertrank. Die Windverhältnisse begannen, sich am Montag allmählich zu normalisieren. Lediglich für den Brocken im Harz warnte der Deutsche Wetterdienst weiter vor Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten bis zu 120 Stundenkilometern. Im Norden und Osten Deutschlands sowie den höheren Lagen wurden Sturmböen von 65 bis 85 Stundenkilometern erwartet, ansonsten zog das Orkantief unter weiterer Abschwächung nordostwärts ab.

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Der Bahnverkehr kam allmählich wieder in Gang. Auch auf den am Sonntag gesperrten Hauptbahnhöfen in Köln und Frankfurt am Main sowie Frankfurt-Flughafen verkehrten wieder Züge. “Dennoch ist in einzelnen Fällen wegen aufgestauter Züge in den Sturmregionen mit Verzögerungen im Regional- und Fernverkehr zu rechnen“, teilte die Deutsche Bahn mit. Nach Mitteilung des Unternehmen arbeiteten in der Nacht zum Montag Hunderte Mitarbeiter daran, die Folgen des Sturms zu minimieren und den Berufsverkehr zum Wochenbeginn verhältnismäßig stabil anlaufen zu lassen. “Dies ist in Teilen Deutschlands auch gelungen.“ Zumindest seien die Hauptstrecken befahrbar. Behinderungen gab es unter anderem noch auf der S-Bahn-Strecke zwischen Essen und Düsseldorf sowie zwischen Koblenz und Trier.

In Köln waren am Sonntagabend ICE-Züge als Schlafstätten für die gestrandeten Fahrgäste bereitgestellt worden. Bei den am Montag noch andauernden Störungen handelte es sich in den meisten Fällen um Oberleitungsprobleme. Auch nach Wiederherstellung des Fahrdrahts dauert es eine ganze Zeit, bis die davon abgehängten Züge wieder hochgefahren werden.

Flüge noch bis zwei Stunden verspätet

Auch der Flugverkehr normalisierte sich langsam wieder. Auf dem Frankfurter Flughafen, wo am Sonntag etwa 240 Starts und Landungen annulliert werden mussten, gab es am Montag noch etwa 20 Ausfälle. Nach Angaben von Fraport-Sprecher Jürgen Harrer kam es noch zu Verspätungen von einer halben bis zu zwei Stunden, die vor allem durch zu spät ankommende Maschinen verursacht wurden. Mit einer schnellen Abfertigung hoffte der Sprecher aber auf eine Rückkehr zum Normalbetrieb noch im Lauf des Tages.

In der Nacht zum Montag erlag als siebtes Todesopfer des Orkans eine 30-jährige Frau im pfälzischen Landau ihren schweren Verletzungen. Sie war am Sonntag unter ein umstürzendes Eisentor geraten. Im niedersächsischen Bückeburg kam ein 46-jähriger Autofahrer wegen der heftigen Windböen von der Fahrbahn ab, prallte gegen einen Baum und starb. In Pulheim bei Köln wurde eine Joggerin von einem umfallenden Baum erschlagen. In Ascheberg im Münsterland starb eine Frau, als ein Baum auf ihren Wagen stürzte. Auch im Schwarzwald war bereits am Mittag ein Baum auf ein fahrendes Auto gestürzt. Der 74-jährige Fahrer starb an der Unfallstelle, seine Frau wurde schwer verletzt.

Zudem wurde ein 69-jähriger Wanderer im hessischen Taunusstein von einem Baum erschlagen.

Auch der tragische Tod eines zweieinhalbjährigen Jungen im südhessischen Biblis war sturmbedingt: Das Kind wurde am Sonntag von einer Sturmbö in den Fluss Weschnitz geweht und ertrank. Sein Vater hatte den Jungen zu einer Veranstaltung des örtlichen Schäferhundevereins mitgenommen, wo er am Nachmittag plötzlich verschwand. Nach einer großangelegten Suchaktion wurde seine Leiche schließlich aus der Weschnitz geborgen. Wiederbelebungsversuche blieben vergeblich.

Allein die nordrhein-westfälische Polizei berichtete von 5.300 wetterbedingten Einsätzen bis Montagfrüh. Neben den zwei Toten wurden dort etwa 50 Verletzte gemeldet. Insgesamt zählte die Polizei 139 sturmbedingte Verkehrsunfälle. In Düren bei Aachen stürzte ein Kirchturm ein.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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