Amok-Alarm in Bonn: Polizei gibt Fahndungsfoto heraus

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Nach diesem Mädchen fahndet die Polizei

Sankt Augustin - Nach dem Amokalarm an einem Gymnasium in Sankt Augustin bei Bonn hat die Polizei ein Fahndungsfoto von der geflüchteten Schülerin veröffentlicht. Bei ihr handelt es sich um die 16 Jahre alte Tanja O.

“Die Fahndung nach ihr läuft“, sagte eine Polizeisprecherin. Wie weit die 16-Jährige gehen wollte, war unklar. “Wir selbst sprechen zurzeit nicht von einem Amoklauf“, sagte die Polizeisprecherin. “Das wäre verfrüht.“ Zunächst müsse einmal ermittelt werden.

Wie der "Kölner Express" berichtet, handelt es sich bei der mutmaßlichen Täterin um die Ukrainerin Tanja O. Zeugenaussagen zufolge war sie gegen 9 Uhr maskiert und mit mehreren Messern bewaffnet in das Albert-Einstein-Gymnasium eingedrungen.

Mit einem Messer verletzte sie eine Mitschülerin an der Hand. Das Opfer hatte sich nach Polizeiangaben selbst in das Sekretariat der Schule geschleppt und wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Warum es zu dem Streit gekommen sei, sei noch unklar, sagte der Sprecher. "Der Amoklauf ist eher eine Beziehungsauseinandersetzung", schreibt Marc Knülle, SPD-Bürgermeisterkandidat von Sankt Augustin auf dem Online-Nachrichtenportal "twitter". Wie Knülle weiter mitteilt, hat er sich bereits vor Ort am Albert Einstein-Gymnasium informiert.

Amok-Alarm in Sankt Augustin

Die Polizei soll laut "Express" bereits das Handy von Tanja O. geortet haben. Aufgrund des Bewegunsmusters gingen die Beamten mittlerweile davon aus, dass sie zu Fuß flüchtet. Zunächst hieß es noch, dass sie in einem Ford Mondeo getürmt sei. Tanja O. soll sich immer noch im Bereich Sankt Augustin aufhalten.

Bei der Fahndung wird auch ein Polizei-Hubschrauber eingesetzt. Die Schule löste nach der Messerattacke Amokalarm aus und informierte die Polizei. “Wir waren sehr schnell mit im Boot“, sagte ein Polizeisprecher. Mit einem Großangebot durchkämmte die Polizei nach Auslösen des Amokalarms den Schulkomplex bei Bonn, zu dem auch eine Haupt- und Realschule gehören.

Im Schulgebäude entdeckte die Polizei einen Rucksack mit mehreren Flaschen benzinhaltiger Flüssigkeit und einer Gaspistole. Noch sei unklar, ob die Tasche der Angreiferin gehöre und diese tatsächlich einen Amoklauf geplant habe. Berichte, wonach die Einsatzkräfte auch einen Brief mit der Ankündigung eines Amoklaufs gefunden haben sollen, bestätigte der Sprecher nicht.

Das verletzte Mädchen wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei zog ein großes Aufgebot vor der Schule zusammen. Darunter waren Spezialkräfte und Sondereinsatz-Kommandos (SEK), die für Amokläufe ausgebildet sind. Die Beamten brachten die rund 800 Schüler in einer Turnhalle in Sicherheit. Am Mittag konnten ihre Eltern sie dort abholen.

Während der Durchsuchung telefonierten draußen viele Jugendliche über Handys mit ihren Familien. “Die Schüler werden seelsorgerisch betreut“, sagte eine Polizeisprecherin. Die Polizei sperrte das Gelände ab und richtete in der Nähe eine Anlaufstelle für besorgte Eltern ein.

Der Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, Frithjof Kuhn, kündigte für den Abend einen Elternversammlung an, bei dem das Geschehen aufgearbeitet werden sollte. Er zeigte sich über den glimpflichen Ausgang erleichtert: Schule und Einsatzkräfte hätten sehr besonnen reagiert und es habe keine Risiken gegeben, betonte Kuhn. 

dpa/AP/fro

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Quelle: rosenheim24.de

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