Über 70 Unfälle in Sachsen

Schnee stürzt Mitteldeutschland ins Chaos

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Thüringen verzeichnete einen Schnee-Rekord

Leipzig - Der erste Schnee in diesem Jahr hat es am Wochenende auf Deutschlands Straßen ordentlich krachen lassen. Sachsen und Thüringen meldeten chaotische Zustände, auch ein Todesopfer forderte die weiße Pracht.

Auch der Bahnverkehr war dort sowie in Teilen Bayerns eingeschränkt. Wegen des Schnees mussten zwei Drittligafußballspiele abgesagt werden. Der Deutsche Wetterdienst sprach von „rekordverdächtigen Tiefstwerten und Schneedecke in Gegenden, die so etwas im Oktober noch nie zu Gesicht bekommen haben“.

Der Wetterdienst verzeichnete in Sachsen und Thüringen Schneehöhen von bis zu 20 Zentimeter, so viel wie noch nie in einem Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen. Der meiste Schnee fiel im Erzgebirge, im Fichtelgebirge und in der Region um Gera. Auch im Flachland schneite es vielerorts erstmals in dieser Saison leicht.

124 Unfälle in Chemnitz

Die Polizei in Chemnitz zählte 124 Unfälle mit 17 Verletzten und rund 80 Feuerwehreinsätze aufgrund von umgestürzten Bäumen. Einige Bundesstraßen mussten zeitweise gesperrt werden. Im Bereich Gera mussten etwa 500 Bäume von Straßen geräumt werden. Die Polizei in Zwickau verzeichnete 70 wetterbedingte Unfälle. Die Lage auf den Straßen beruhigte sich allerdings in der Nacht zu Sonntag.

Laut Bahnsprecher mussten vier Strecken wegen umgestürzter Bäume und herabhängender Äste am Samstag gesperrt werden. Der ICE-Fernverkehr zwischen Leipzig und München wurde umgeleitet. Betroffen waren auch Regionalstrecken um Erfurt, Weimar und Jena sowie in Ostthüringen, Südwest- und Ostsachsen. Zum Teil fuhren die Züge am Sonntag wieder.

Auto schleudert in Reisebus - Ein Toter

Im baden-württembergischen Villingen starb ein 18-Jähriger, als er mit seinem Cabrio ins Schleudern geriet und mit einem entgegenkommenden Reisebus kollidierte. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des jungen Mannes feststellen. Der Busfahrer wurde leicht verletzt. Verkehrsunfälle gab es laut Polizei vor allem mit Fahrzeugen, die noch mit Sommerreifen unterwegs waren.

Wintereinbruch in Deutschland

Wintereinbruch in Deutschland

In Oberbayern waren am Sonntag ebenfalls etliche Zuglinien zeitweise gesperrt, weil Bäume den Schneelasten nicht mehr Stand gehalten hatten und auf Gleise und Oberleitungen gestürzt waren. In München waren mehrere S-Bahnlinien blockiert. Auf vielen Straßen im Freistaat rutschten Autos ineinander oder landeten im Graben. Im Norden mussten laut Polizei in Kiel vorübergehend Abschnitte der Autobahnen 1, 20, 21 und 23 nach Unfällen gesperrt werden.

Wegen des Wintereinbruchs wurden am Samstag auch die Drittligaspiele zwischen den Stuttgarter Kickers und der SpVgg Unterhaching sowie Rot-Weiß Erfurt gegen Babelsberg 03 kurzfristig abgesagt.

Wintereinbruch auch in Polen und Tschechien

Schnee und Eisglätte haben auch in Tschechien und Polen am Wochenende zu erheblichen Behinderungen geführt. In der Region um Warschau blieben Züge teilweise stundenlang im Schnee stecken, wie der Nachrichtensender TVN24 am Sonntag berichtete.

Rund 70 000 Haushalte waren in Masowien zeitweise ohne Strom, weil umstürzende Bäume die Leitungen gekappt hatten. Viele Autofahrer waren noch mit Sommerreifen unterwegs und kamen von der Fahrbahn ab. Im Isergebirge musste die Bergwacht eine Gruppe junger Wanderer retten, die sich im dichten Schneetreiben verirrt hatten. In den Höhenlagen des tschechischen Böhmerwalds fielen über Nacht bis zu 30 Zentimeter Neuschnee. Im tschechischen Teil des Erzgebirges legten Schneeverwehungen den Zugbetrieb lahm.

So sind die weiteren Aussichten

Für Sonntag kündigte der Wetterdienst erneut Schneefälle im Süden und Südosten an. Im südlichen Bayern wurden im Tagesverlauf nochmals bis zu zehn Zentimeter, im Schwarzwald, auf der Alb und in Teilen des Bayerischen Waldes um fünf Zentimeter Neuschnee erwartet. Auch in den nächsten Tagen bleibt es kalt in Deutschland, erst zur Wochenmitte hin wird es von Nordwesten her wieder milder.

Deutschlands Verkehrsflughäfen sind derweil auf den Winter vorbereitet. Hunderte von Spezialfahrzeugen stünden bereit, um Start- und Landebahnen schnee- und eisfrei zu halten, hieß es vom Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft.

dapd/dpa

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