Stichwort: Siegfried Buback

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Siegfried Buback

Frankfurt/Main - Generalbundesanwalt Siegfried Buback war das erste Opfer der Roten-Armee-Fraktion im Terrorjahr 1977. Der damals 57-jährige Jurist wurden am 7. April in Karlsruhe erschossen, auch seine zwei Begleiter kamen ums Leben.

Für die RAF war Buback einer der wichtigsten Vertreter der Bundesrepublik und damit ein Hauptfeind. Buback war sich der Gefahr bewusst, lehnte aber strenge Sicherheitsvorkehrungen ab. “Angst kann ich mir nicht erlauben“, hatte er gesagt. Buback hatte vor seiner Ernennung zum Generalbundesanwalt bereits eine steile Karriere hinter sich, in der er in vielen wichtigen Fällen ermittelte. Der am 3. Januar 1920 in Wilsdruff in Sachsen geborene Beamtensohn studierte zunächst in Leipzig Jura und bestand bereits 1941 die erste juristische Staatsprüfung.

Anschließend leistete er Wehrdienst. 1947 kehrte er aus der Kriegsgefangenschaft zurück und bestand 1950 die zweite juristische Staatsprüfung. Er trat seine juristische Laufbahn 1950 als Assessor in Niedersachsen an, wo er 1952 zum Gerichtsassessor und 1953 zum Staatsanwalt ernannt wurde. 1959 wurde er zum Ersten Staatsanwalt befördert und an die Bundesanwaltschaft abgeordnet. Dort wurde er 1963 zum Oberstaatsanwalt und 1971 zum Bundesanwalt ernannt. Von 1959 bis 1967 war er in der Abteilung Landesverrat der Bundesanwaltschaft und anschließend bis 1968 in allgemeinen Revisionssachen tätig. Danach war er erneut in der Abteilung Landesverrat eingesetzt und bearbeitete auch Verwaltungssachen der Behörde.

Der praxisorientierte Jurist wurde früh in schwierigen Fällen eingesetzt. So leitete er die Ermittlungen im Herbst 1962 in der “Spiegel“-Affäre. Auch der Diebstahl einer Rakete in Fürstenfeldbruck, der Überfall auf ein Munitionsdepot und Spionagefälle beschäftigten ihn als Ermittler. Er war auch für die Fahndungen nach RAF-Terroristen wie Andreas Baader oder Ulrike Meinhof verantwortlich. Am 1. Mai 1974 wurde Buback zum Nachfolger von Generalbundesanwalt Ludwig Martin berufen. Eine seiner ersten Aufgaben waren die Ermittlungen im Spionagefall Guillaume, der zum Rücktritt von Kanzler Willy Brandt geführt hatte. Buback gehörte keiner politischen Partei an, stand aber der CDU näher als der SPD. Mit seiner erfolgreichen Arbeit sicherte er sich eine breite Anerkennung. Er mahnte immer wieder ein strafferes Verfahrensrecht an und warnte eindringlich vor der Gefahr des Terrorismus.

Am 7. April 1977 wurde Buback zusammen mit seinem Fahrer Wolfgang Göbel und dem Justizbeamten Georg Wurster Opfer eines Anschlages in der Innenstadt von Karlsruhe. Die Terroristen entkamen auf einem Motorrad. Zu der Tat bekannte sich das RAF-Kommando “Ulrike Meinhof“. Wer die Schüsse abgab, ist bis heute ungeklärt.

ap

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