Als soziale Randgruppe gebrandmarkt

Studie: Viele Deutsche diskriminieren Dicke

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Zwei übergewichtige Frauen (Archivbild).

Göttingen - Übergewichtige haben es schwer in Deutschland: Jeder vierte Bundesbürger brandmarkt sie als soziale Randgruppe.

Das haben Forscher der Universitätsmedizin Göttingen in einer repräsentativen Studie mit rund 1000 Teilnehmern herausgefunden, die an diesem Samstag bei der 28. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) in Stuttgart vorgestellt werden soll.

23 Prozent der Befragten stigmatisieren Dicke aufgrund ihres Gewichts, berichtete am Freitag der Leiter des Instituts für Ernährungspsychologie, Privatdozent Thomas Ellrott. Dabei helfe die Stigmatisierung den Übergewichtigen nicht und motiviere sie auch nicht zum Abnehmen. Im Gegenteil: Die Probleme werden verschlimmert.

Stigmatisierung könne bei Übergewichtigen zu Depressionen und geringem Selbstwertgefühl führen, sagte der Forscher. Außerdem werde die Wahrscheinlichkeit des Abnehmens verringert.

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Die Wissenschaftler haben außerdem herausgefunden, dass die Stigmatisierung von Dicken mit dem Alter der Befragten zunimmt. Zudem stigmatisieren Frauen stärker als Männer, Ostdeutsche häufiger als Westdeutsche und Normalgewichtige öfter als Übergewichtige. Mit zunehmender Bildung nimmt die Stigmatisierung deutlich ab.

Übergewichtige müssen aufgrund ihres Gewichts auch mit Nachteilen im Beruf rechnen. 14 Prozent der Bundesbürger würden, wenn sie Personalentscheidungen zu treffen hätten, keine Dicken einstellen.

Übergewicht allein als Folge von Willensschwäche und Faulheit anzusehen, sei wissenschaftlich widerlegt, erklärte Ellrott. Teile der Gesellschaft dürften Übergewichtige nicht länger als Menschen zweiter Klasse betrachten, sondern sollten ihnen ohne Vorurteile fair begegnen.

dpa

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