Die Fahrt beginnt mit einer Nacht an Bord in der Hafenstadt Porto am Atlantik. Vor prächtiger historischer Kulisse liegen neben den Schiffen der verschiedenen Veranstalter Kähne aus Holz. Sie werben für die Weingüter der Region. Einst brachten sie die Fässer mit dem berühmten Portwein zu den Kellereien von Porto. Von einigen Weingütern dauerte das tagelang.
Régua ist der erste Stopp der Flussschiffe. Nicht weit von hier liegt der 1745 erbaute Mateus Palast. Er gilt als schönstes Landhaus Portugals und gehört seit Generationen einer adligen Familie. In Deutschland verbindet man den Namen mit einem Rosé, der in den 70ern auf keinem Fest fehlte. Doch das Weingut, das auf dem Etikett abgebildet ist, stellt seit hunderten von Jahren weit edlere Weine her - die Trauben für den Rosé werden inzwischen woanders angebaut.
Auf dem Weg nach Pinhão werden die Weinberge zahlreicher. Im Sommer zeichnen Rebreihen grüne Linien in die Hänge, im Herbst rote. In Pinhão ist ein berühmtes Weingut zu Hause: Sandemann. 2006 ist die Quinta, wie in Portugal ein Weingut heißt, auf den Hügeln über dem Douro neu errichtet worden. Besucher werden von einem charmanten Mitarbeiter empfangen, gekleidet wie der schwarzgewandete Don auf dem Etikett der Flaschen. Nein, macht nichts, dass er leider nicht deutsch spricht. Er sieht dafür toll aus. Und es gibt Portwein zu probieren.
Der Busfahrer hat die Serpentinen behutsam durchfahren und alle sind wieder heil an Bord. „Liebe Gäste, war das nicht schön?“, fragt Reisebegleiterin Cideila. Nicken. Nun ist Mittagessen dran. Das Schiff verlässt in der Zwischenzeit das mittlere Dourotal. Hoch ragt der Schieferfels empor. Kurz nach der Schleuse Valeira macht der Fluss eine starke Biegung und schnürt auf 30 Meter zusammen.
In Porto ist Zeit, die Altstadt zu erkunden, die zu den Weltkulturerbestätten gehört. Hier kann man noch mal Port kosten oder günstig Schuhe kaufen. Beim Kofferpacken wird es dann eng. Und wie viele Flaschen Wein und Port darf man eigentlich mitnehmen? Ein letzter Blick fällt auf dem Weg zum Flieger auf die Gischt der hohen Atlantikwellen. Was für ein Kontrast zu den ruhigen, grünen Wassern des Douro.
Von Hilke Segbers, dpa
REISE-INFOS ZU MIT DEM SCHIFF AUF DEM DOURO
REISEZIEL: Porto liegt im Nordwesten Portugals an der Mündung des Douro-Flusses in den Atlantik. Es ist eine wichtige Hafen- und die größte Industriestadt des Landes. Von hier starten viele Kreuzfahrtschiffe ins Hinterland, zu dem die Region Douro gehört. Sie ist vor allem für ihre Trauben bekannt, aus denen der berühmte Portwein hergestellt wird.
ANREISE: Die Anreise mit dem Auto braucht Zeit - bis Porto sind es vom Süden Deutschlands aus rund 2000 Kilometer. Der Flughafen Porto wird von Deutschland aus zum Beispiel von der Lufthansa angeflogen, aber auch von Ryanair. Eine Verbindung von Air Berlin gibt es mit Zwischenstopp in Mallorca, eine von der portugiesischen Fluggesellschaft TAP über Lissabon.
REISEZEIT: Als gute Reisezeit für das Dourotal gilt das späte Frühjahr und der Herbst. Am schönsten sind Flusskreuzfahrten im Frühsommer. Aber selbst im Hochsommer sind die Temperaturen dort deutlich angenehmer als im Süden Portugals.
MEHR INFOS: Die Sprache im Land ist Portugiesisch. In den Hotels in Porto und in den wichtigen touristischen Orten des Dourotals wird auch Englisch und Deutsch oft verstanden. Währung: In Portugal wird mit dem Euro bezahlt.


© dpaPorto im Abendlicht
© dpaDas berühmte Logo gehört der Winzerei Sandeman.
© dpaFässer für die guten Tropfen - Graham's in Porto gehört zu den führenden Herstellern von Portwein.












