Überlebende des Terroranschlags 

Der erschütternde Bericht hinter diesem Facebook-Foto

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Paris - Das blutverschmierte Shirt gehört Isobel Bowdery. Sie trug es am Freitagabend im "Bataclan" beim Konzert der "Eagles of Death Metal". 

Zu diesem Bild schilderte die 22-Jährige auf Facebook, welchen Horror sie dort erlebte, aber auch, warum sie an das Gute im Menschen glaubt. Ihr Bericht schließt sie ab mit einem eindrucksvollen Appell an uns alle. 

Innerhalb von zwei Tagen wurde der Beitrag über 750.000-mal geteilt. Unter anderem auch von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Über 2,6 Millionen Menschen haben den Bericht bereits geliked. 

you never think it will happen to you. It was just a friday night at a rock show. the atmosphere was so happy and...

Posted by Isobel Bowdery on Samstag, 14. November 2015

Das ist der Bericht von Isobel Bowdery in Auszügen: 

"Es war nur eine Freitagnacht auf einem Rockkonzert. Die Atmosphäre war so glücklich, alle tanzten und lächelten. Als dann die Männer durch den Haupteingang kamen und anfingen zu schießen, dachten wir völlig naiv, das würde zur Show gehören.

Es war nicht nur ein Terror-Anschlag, es war ein Massaker. Dutzende Menschen wurden vor meinen Augen erschossen. Blutlachen ergossen sich über den Fußboden. Die Schreie erwachsener Männer, die die Leichen ihrer Freundinnen in den Armen hielten, zerrissen die kleine Halle. 

(...)

Diese Welt ist grausam. Und Vorfälle wie dieser führen uns vor Augen, wie schlecht der Mensch sein kann. Die Bilder der Männer, die uns wie Geier umkreisten, werden mich mein Lebtag verfolgen. Wie sie sorgfältig auf die Menschen in der Arena zielten, in deren Mitte ich lag, und ohne Rücksicht auf menschliches Leben schossen. Es fühlte sich irreal an. Ich wartete darauf, dass jemand kommt und mir sagt, dass alles nur ein Albtraum ist.

Aber weil ich überlebt habe, kann ich auch von den Helden berichten. Von dem Mann, der mir gut zuredete und sein eigenes Leben riskierte, als er meinen Kopf hielt, während ich noch wimmernd am Boden lag. Dem Paar, deren letzte Worte der Liebe mich weiterhin an das Gute in der Welt glauben ließen. Der Polizei, der es gelang, hunderte Menschen zu retten. Den Fremden, die mich von der Straße auflasen und mich in der Dreiviertelstunde trösteten, in der ich überzeugt davon war, dass der Junge, den ich liebe, tot ist. Von dem verletzten Mann, den ich für Amaury gehalten hatte, und der mich festhielt, als ich erkannte, dass er es nicht ist, und der mir versicherte, alles würde gut werden, obwohl er selbst ganz alleine und völlig verängstigt war. Von der Frau, die die Überlebenden in ihr Haus ließ. Von dem Freund, der mir eine Bleibe gab und der neue Klamotten für mich einkaufen ging, damit ich nicht weiter dieses blutverschmierte Shirt tragen muss. Von euch allen, die ihr mich mit euren lieben Nachrichten unterstützt habt - wegen euch glaube ich, dass die Welt besser sein kann und dass so etwas nicht noch einmal passieren muss.

(...)

Die vergangene Nacht hat das Leben vieler Menschen für immer verändert, und es liegt nur an uns, bessere Menschen zu sein und das Leben zu führen, von dem die unschuldigen Opfer dieser Tragödie träumten und dass sie jetzt leider nicht mehr leben werden."

Lesen Sie den ganzen Facebook-Bericht von Isobel Bowdery hier bei unseren Kollegen von der tz

mg

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © facebook.com/Isobel Bowdery

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