Elektronischer Behördengang

Nutzung von E-Government steigend, aber immer noch verhalten

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Gerade einmal acht Prozent der Befragten des E-Government-Monitor 2016 nutzen die De-Mail zum rechtssicheren Kontakt mit Behörden. Foto: Ole Spata

Elektronischer Kontakt mit Behörden ist in Deutschland noch längst nicht der Normalfall. Nicht einmal jeder Zweite nutzt E-Government-Leistungen. Ganz düster sieht es für die Zusatzfunktionen des E-Persos und die De-Mail aus.

Berlin (dpa/tmn) - Ob es am vorhandenen Angebot liegt oder am mangelnden Interesse? Im Vergleich mit den Nachbarländern Österreich und Schweiz sind die Deutschen beim elektronischen Behördengang ziemlich zurückhaltend.

Nicht einmal jeder Zweite (45 Prozent) hat in den vergangenen zwölf Monaten elektronische Dienste von Ämtern und Behörden (E-Government) in Anspruch genommen. Zwar sind das immerhin sechs Prozentpunkte mehr als 2015 (39 Prozent), aber im Vergleich zu Österreich (74 Prozent E-Government-Nutzung im Jahr 2016) oder der Schweiz (69 Prozent) noch ziemlich wenig.

Der seit mittlerweile sechs Jahren verfügbare neue Personalausweis mit elektronischer ID trägt weiterhin nicht zur Verbreitung elektronischer Behördendienste bei. Eigentlich sollen sich Bürger mit ihm online ausweisen können. Zwar besitzen mittlerweile rund 47 Prozent der Befragten den elektronischen Ausweis. Die Online-Ausweisfunktion haben aber nur rund 28 Prozent der Besitzer eines neuen Personalausweises aktiviert (13 Prozent aller Befragten). Noch weniger (vier Prozent) haben das für die Online-Ausweisfunktion nötige Kartenlesegerät.

Als eine Ursache für die schlechte Verbreitung von Online-Ausweisfunktion und Lesegeräten sehen die Macher der Studie auch eine schlechte Informationspolitik. Ein Großteil (61 Prozent) der befragten Ausweisinhaber nannten mangelnden Nutzen der elektronischen Zusatzfunktionen, 59 Prozent mangelnde Kenntnisse über entsprechende Angebote oder auch die als störend empfundene Anschaffung des nötigen Lesegeräts (52 Prozent). Vier von zehn Befragten (42 Prozent) beklagten schlechte Hilfestellung von Behörden, einem Viertel (26 Prozent) rieten Freunden von den Zusatzfunktionen des Ausweises ab. Ganz brisant: Bei 16 Prozent der E-Perso-Verweigerer rieten Behördenmitarbeiter von der Nutzung ab.

Ziemlich schlecht sieht es auch für die mit viel Aufwand eingeführte De-Mail für den rechtssicheren Kontakt mit Behörden per E-Mail. Gerade einmal acht Prozent der Befragten hat ein De-Mail-Konto, neun Prozent planen, eines zu eröffnen. Rund die Hälfte (45 Prozent) hat kein De-Mail-Konto und will auch keins anlegen, 35 Prozent wissen nicht, was De-Mail ist.

Der E-Government-Monitor im Netz (pdf)

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