Oft nachlässig und teuer: Handy-Reparaturdienste getestet

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Ein Sturz auf den Asphalt - schon ist das Display kaputt. Wer ein Smartphone zur Reparatur bringt, muss oft lange warten und viel bezahlen. Zu dem Ergebnis kommt Stiftung Warentest. Foto: Franziska Gabbert

Displaybrüche oder Wasserschäden gehören zu den häufigsten Handyschäden, fallen aber selbstverschuldet weder unter die Gewährleistung noch unter eine Garantie. Für Verbraucher heißt das oft: Reparatur - und viel Geld für schlechte Leistung zahlen.

Berlin (dpa/tmn) - Handy-Reparaturdienste sind oft nachlässig, beheben nicht alle Schäden, stellen happige Rechnungen und lassen den Kunden mitunter wochenlang warten. Das geht aus einem Vergleich der Stiftung Warentest hervor.

Stiftung Warentest hat 27 gebrauchte Smartphones mit einem Displayschaden und einer kaputten Kopfhörerbuchse bei sechs herstellereigenen und drei unabhängigen Online-Diensten in Reparatur gegeben ("test"-Ausgabe 4/15). Jeder Anbieter erhielt drei Geräte.

Nur zwei Hersteller reparierten sämtliche Schäden, und kein freier Dienstleister arbeitete nach Einschätzung der Stiftung Warentest "gut", obwohl ihre Preise teils höher lagen als bei den Herstellern. Insgesamt blieben die Kopfhörerbuchsen häufig einfach defekt, obwohl die Tester auf den Schaden hingewiesen hatten.

Ein unabhängiger Dienstleister setzte sogar bei zwei Handys die Kopfhörerbuchse nicht instand, rechnete aber bei einem Gerät sogar die nach wie vor kaputte Buchse ab. Ein anderer Dienst tauschte kurzerhand einen funktionierenden Akku aus. Trotz der oft hohen Preise verbauten die freien Anbieter längst nicht immer Originalteile. Manch hoher Reparaturpreis ist den Experten zufolge auch mit dem Rückgriff auf Module zu erklären. Die sind teurer als Einzelteile, lassen sich aber einfacher wechseln.

Wirtschaftlich waren etliche Reparaturen im Test nicht, wenn man die Reparaturkosten mit dem Neukauf des gleichen Modells zum Zeitpunkt des Schadens ins Verhältnis setzt. Sinnvoll kann den Experten zufolge oft auch einfach eine Neuanschaffung sein: Im Test verlangte etwa ein Anbieter kurioserweise für eine Reparatur fast 170 Euro mehr als das gleiche Handymodell zum Zeitpunkt des Schadens neu gekostet hätte.

Apple ("Gut" mit der Note 2,0) behob im Vergleich alle Schäden am besten, denn der Hersteller repariert nicht, sondern tauscht direkt gegen ein gleichwertiges, generalüberholtes Gerät aus. Auch Huawei ("Befriedigend" mit der Note 2,6) behob alle Fehler einwandfrei, ließ sich dabei aber durchschnittlich 16 Werktage Zeit. Bei einem anderen Hersteller mussten die Tester im Schnitt aber sogar 25 Werktage warten. Am schnellsten war Apple mit durchschnittlich 3 Werktagen.

Wer seinen Hersteller reparieren lassen möchte, sollte zuerst die Hotline anrufen und dabei die 15-stellige Identifikationsnummer (IMEI) des Handys parat haben, raten die Tester. Die erscheint im Display, wenn man *#06# eintippt.

Negativ fiel im Test auch auf, dass persönliche Daten von den Anbietern bei der Reparatur oft ohne Vorwarnung einfach gelöscht werden: Deshalb gilt es also vor der Abgabe zur Reparatur, persönliche Daten wie Adresse, Bilder, Videos oder SMS zu sichern.

Vom Displaytausch in Eigenregie nach Internetanleitungen raten die Experten technischen Laien ohne einen Fachmann an der Hand ab. Lohnen könne aber ein Besuch in Selbsthilfewerkstätten (Repair Cafés), wo mitunter kompetente Handybastler kostenlos Hilfe anbieten.

Das Testfazit: Lieber vorsichtig sein und eine gute Schutzhülle nutzen, als das Nachsehen mit Reparaturdiensten zu haben. Und: Im Zweifel auch einen Neukauf in Erwägung ziehen.

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