Polizist attackiert

Mann will Bodycam-Video aus dem Netz entfernt haben

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Spokane/Washington - Bodycams bei der Polizei finden auch in Deutschland immer mehr Verbreitung. Ein junger Mann aus den USA will nun die Dokumentation seiner Ausfälle im betrunkenen Zustand aus dem Netz verschwinden lassen.

Er macht nicht gerade eine gute Figur. Sichtlich massiv betrunken suchte ein junger Mann in Spokane im US-Bundesstaat Washington die Konfrontation mit einem Polizisten.Es ist dabei nicht ganz klar, ob ihm bewusst war, dass dieser das Ganze mit seiner Bodycam mitfilmte. Der Betrunkene telefoniert dabei die ganze Zeit mit einer dritten Person über sein Handy. 

Mehrere Minuten lang provoziert er den Polizisten, indem er sich ihm nähert und auf ihn einredet: "Wage es nicht, mich anzufassen!", ruft er und erklärt "Ich filme das alles!" Die einzige Reaktion des Polizisten ist die fast gebetsmühlenartig wiederholte Aufforderung: "Bitte treten Sie zurück", die mit erheblicher Ruhe vorgetragen wird. Erst als der Betrunkene handgreiflich wird, greift der Beamte durch. Nach einer kurzen Verfolgung stellt und verhaftet er ihn.

Das resultierende Video postete das Spokane Police Department in der Folge auf Facebook. Der Text und die verwendeten Hashtags wie #‎PatienceIsAVirtue‬ also #GeduldisteineTugend behandeln das Ganze eher amüsiert.

Auch auf Youtube hat das Video einige Verbreitung gefunden. 

Wie die Spokesman-Review berichtet, plant der junge Mann nun gegen die Polizei wegen der Verbreitung des Videos zu klagen. Die Nichtregierungsorganisation ACLU, eine Amerikanische Bürgerrechtsunion, wies laut der Zeitung dabei darauf hin, dass dieser Fall eine nicht unerhebliche rechtliche Bedeutung hat. Die Polizei habe das Video sichtlich in einer bestimmten Weise geschnitten. Die Verbreitung im Internet könne bei einer Gerichtsverhandlung die Jury beeinflussen. Ob der junge Mann sein Ziel erreichen wird ist jedoch fraglich. Der US-Blogger Rob Beschizza wies etwa darauf hin, dass es durch die nun einsetzende Berichterstattung stattdessen nun noch mehr Aufmerksamkeit und Verbreitung erlangen könnte.

Seit 19. Februar erprobte auch die Münchner Bundespolizei am Hauptbahnhof der bayerischen Landeshauptstadt mobile Körperkameras. Erste Auswertungsergebnisse nach fast einem halben Jahr zeigen, dass die mit der Technik betreuten Beamten das neue Einsatzmittel "BodyCam" überwiegend positiv bewerten.

Quelle: rosenheim24.de

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