So lief der Abend

AfD im Hofbräukeller: Frauke Petry von München begeistert

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AfD-Chefin Frauke Petry am Freitagabend im Münchner Hofbräukeller.

München - AfD-Chefin Frauke Petry zeigt sich begeistert von der Veranstaltung im Münchner Hofbräukeller. Und fordert: "Die CSU sollte uns dankbar sein." Darüber sprach die AfD-Chefin am Freitag.

Letztlich verlief sie fast schon unerwartet ruhig: Die gerichtlich durchgesetzte AfD-Veranstaltung im Münchner Hofbräukeller. Nur 70 Teilnehmer kamen laut Polizei am Freitag zur Gegendemonstration. Der starke Regen schreckte die AfD-Gegner offenbar ab. Größere Zwischenfälle blieben aus. "Es gab ein, zwei kleine Rangeleien, aber nichts Dramatisches“, sagt ein Polizeisprecher. Unser Kamerateam dokumentierte einen Zusammenstoß zwischen Polizisten und AfD-Gegner (Video siehe unten). Trotz allem: AfD-Chefin Frauke Petry wertet den Abend, der im Vorfeld für viele Diskussionen sorgte, im Nachhinein als großen Erfolg. "Es war eine super Veranstaltung", erklärt sie gegenüber unserer Online-Redaktion. Fast 500 Besucher seien in den Hofbräukeller gekommen um sie sprechen zu hören und ihr Fragen zu stellen. (Die Polizei spricht von 400 Besuchern, die Veranstalter von 486). Eine lange Schlange von Fragestellern nutzte die Gelegenheit, mit Frauke Petry ins Gespräch zu kommen.

Die AfD-Chefin freut sich über die Stimmung bei der Veranstaltung. "Es gab hoch emotionale Momente, besonders beim Singen des Liedes der Bayern und der deutschen Nationalhymne." Bei der Bayernhymne sei sie noch nicht besonders textsicher, räumt Petry ein. Aber: "Ich komme gern wieder und verspreche, das Lied der Bayern bis dahin gelernt zu haben."

Mit Freude nimmt die AfD-Chefin zur Kenntnis, dass ihre Partei in den jüngsten Umfragen Linke und Grüne überholt hat und nur noch knapp fünf Prozentpunkte hinter der Regierungspartei SPD liegt. "Die AfD muss perspektivisch dafür sorgen, dass die Macht der Parteien reduziert wird, damit die Demokratie lebendig bleibt."

Dann noch eine Spitze gegen die bayerische Regierungspartei CSU. Nach Ansicht habe die AfD einen Anteil daran, dass deren Schwesterpartei CDU in der Flüchtlingspolitik mittlerweile vom Willkommenkurs abgerückt sei. "Die CSU sollte uns dankbar sein. Ohne die AfD würde sich die CDU in der sogenannten Flüchtlingskrise nicht bewegt haben. Allein hätte die CSU überhaupt nichts erreicht."

Die Gegnerschaft der CSU zur AfD erklärt sich für Frauke Petry aus simplem Futterneid. "Die CSU stört doch überhaupt nicht, dass wir konservativ und patriotisch sind, sondern dass wir überhaupt da sind."

Darüber sprach Frauke Petry am Freitag im Hofbräuhaus

  • Thema Islam: AfD-Chefin findet es "konsequent und fortschrittlich", sich gegen Minarette und Muezzinrufe zu wehren. In ihrem Parteiprogramm fordert die AfD bekanntlich ein Verbot der Vollverschleierung. Zudem lehnt die Partei Minarette in Deutschland ebenso wie den Muezzin-Ruf. Frauke Petry meint: Die anderen Parteien, werden sich dieser Forderung bald anschließen.
  • Die AfD habe mittlerweile den Status einer Volkspartei: "Das Volk sucht sich eine neue Volkspartei - und die heißt AfD."
  • Souveränität Deutschlands: "Souveränität beginnt im Kopf." Heißt: Politiker bräuchten vor allem eigenes Rückgrat und sollten nicht zuerst die Alliierten für unsouveränes Verhalten verantwortlich machen.
  • Die Klimadiskussion in Deutschland geht laut Frauke Petry auf die grüne Ideologie zurück. Sie findet es befremdlich, dass ausgerechnet die promovierte Physikerin und Bundeskanzlerin Angela Merkel sich dafür vereinnahmen lasse. Überhaupt sei durch die Kanzlerin aus dem Osten der Sozialismus in Deutschland stark geworden.
  • Zum Streit um den Auftritt im Hofbräukeller: "Wir müssen uns gar keine großen Gedanken machen. Ich bin gefragt worden: 'Warum ausgerechnet der Hofbräukeller?' Weil er viel Platz bietet. Und nicht, weil hier irgendjemand schon mal gesprochen hat." Mit "irgendwer" ist natürlich Adolf Hitler gemeint. Der Nazi-Diktator war im Vorfeld der Veranstaltung mit der AfD medial in Verbindung gebracht worden.

AfD-Veranstaltung im Hofbräukeller gerichtlich durchgesetzt

Ricky Steinberg, der Wirt des Hofbräukellers hatte die AfD-Versammlung mit der Parteivorsitzenden Frauke Petry zunächst wegen Sicherheitsbedenken abgesagt, musste aufgrund eines bereits geschlossenen Vertrags aber dennoch an die Partei vermieten. Dies hatte das Landgericht München in einem Eilverfahren am Donnerstag entschieden und der AfD damit Recht gegeben. "Wir sind froh, dass alles friedlich verlaufen ist“, sagt Seniorchef Günter Steinberg am Ende des Abends.

Bilder: So lief der Auftritt von Frauke Petry im Hofbräukeller

So lief der Auftritt von Frauke Petry im Hofbräukeller

fro

 

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