Nach Treffen mit Minister Spaenle

Sexualerziehung: Birgit Kelle wehrt sich gegen rot-grüne Kritiker

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Die Journalistin und Autorin Birgit Kelle (links) antwortet auf die Empörung von Politikern wie der SPD-Landtagsabgeordneten Isabell Zacharias über das Treffen von "Demo für alle" mit Minister Spaenle.

München - Streit um die Sexualerziehung: Nach der Empörung von SPD und Grünen über das Treffen von Minister Spaenle mit "Demo für alle" wehrt sich Birgit Kelle nun gegen die rot-grünen Kritiker.

Zum Schulstart in Bayern muss Kultusminister Ludwig Spaenle massive Kritik von Politikern aus den Reihen von SPD und Grünen einstecken. Und zwar nicht wegen Unterrichtsausfalls. Nein: Weiterhin schlägt das Treffen des konservativen Aktionsbündnisses „Demo für Alle“ und der Elternaktion Bayern mit Kultusminister Ludwig Spaenle hohe Wellen.

Bei dem Treffen am Montag in München ging es um das Thema Sexualerziehung an Schulen. Ergebnis: Der CSU-Kultusminister will umstrittene Richtlinien zur Sexualerziehung an bayerischen Schulen vorerst nicht in Kraft setzen. Spaenle möchte die Kritik daran erst eingehend prüfen. Das teilten Vertreter des Aktionsbündnisses "Demo für alle" nach dem Gespräch am Montag in München mit. Sie händigten dem Kultusminister ein Papier mit Forderungen aus, was an dem Richtlinienentwurf geändert werden sollte. Unter anderem wendet sich das Aktionsbündnis gegen die Absicht, "die Themenkomplexe 'sexuelle Orientierung' und 'sexuelle Identität' angemessen" in den Unterricht zu "verankern". Das sei nicht Aufgabe der Schule, so das Aktionsbündnis, dass Schüler ihre "geschlechtliche/sexuelle Identität" sowie "sexuelle Orientierung" finden und annehmen.

Nach dem Treffen empörten sich gegenüber unserer Redaktion Beppo Brem, der Vorsitzende der Grünen im Münchner Rathaus sowie Stadträtin Lydia Dietrich von der Fraktion Die Grünen – rosa liste. 

In einer aktuellen Pressemitteilung der bayerischen Landtags-SPD legt Isabell Zacharias, die Hochschul- und kulturpolitische Sprecherin der Fraktion (und laut Pressemitteilung auch "SPD-Queerpolitikerin") nach. Sie fordert eine Distanzierung Spaenles und warnt den Kultusminister davor, "die kruden Vorstellungen der homophoben Extremisten" in die Richtlinien für den Sexualerziehung in Bayern einfließen zu lassen: "Da passen wir ganz streng auf. Damit kommt er nicht durch."

Nach den rot-grünen Breitseiten meldet sich nun erstmals eine Teilnehmerin des Gesprächs mit Minister Spaenle zu Wort: Die Journalistin und Bestseller-Autorin Birgit Kelle ("Gender-Gaga") dürfte Talkshow-Fans schon von ihren Auftritten in der ARD-Sendung "Hart aber fair" ein Begriff sein. Sie ist CDU-Mitglied und sprach schon häufiger auf Veranstaltungen der Unionsparteien zum Thema Gender Mainstreaming (über die auch im CSU-Parteiblatt "Bayernkurier" berichtet wurde).

Birgit Kelle: Das antwortet sie den rot-grünen Kritikern

Kelle setzt auf den groben Klotz der Kritiker einen ebenso groben Keil. "'Queerpolitikerin' muss eine ganz neue Branche innerhalb der Politik sein. Die SPD-Landtagsabgeordnete Isabell Zacharias ist so eine. Bei den Grünen wiederum versammelt sich die geballte Kompetenz in der Frage, wer gerne mit wem, wie oft und in welcher Konstellation Geschlechtsverkehr hätte, kurz 'LGBT*I' offenbar auf sogenannten 'Rosa Listen'. Gemein haben die 'queeren' Experten in Sachen Sexualaufklärung vor allem: Ein seltsames Demokratieverständnis."

Kelle findet es bedenklich, dass sich ausgerechnet gewählte Volksvertreter über einen Austausch des Ministers mit dem konservativen Aktionsbündnis aufregen: "Bei Teilen der Grünen und der SPD scheint sich trotz exzellenter Schulbildung in Bayern leider nicht rumgesprochen zu haben, dass der Freistaat eine lebendige Demokratie ist und keine Diktatur von Minderheiten. Dass Politik in Debatten gemacht wird, wo widerstreitende Interessen um Mehrheiten ringen, statt sich niederzubrüllen. Dass der Minister also Kritiker empfängt, ist nicht ein Zeichen von 'Lug und Trug' in der Sache, wie man es bei der SPD formuliert, sondern zunächst ein Zeichen von Größe und gesundem Demokratieverständnis."

Birgit Kelle stößt sich vor allem an den Begrifflichkeiten der Kritiker: "Dass die Grünen politische Gegner als homophob und 'queer-phob', also als krank, bezeichnen, die SPD uns gar als 'Extremisten' tituliert, zeigt nicht nur deutlich, dass unsere Kritik offensichtlich ins Mark getroffen hat. Es zeigt leider auch, dass diejenigen, die am lautesten nach Toleranz und Akzeptanz schreien, selbst nicht zum respektvollen Umgang mit Menschen anderer Meinungen in der Lage sind.

Darüber sprachen die Vertreter von "Demo für alle" mit Minister Spaenle

Welche Anliegen haben die Vertreter von "Demo für alle" eigentlich beim Kultusminister vorgebracht? Birgit Kelle resümiert: "Wir fragen als Bündnis: Wird dann auch verhindert, dass die Abtreibungslobby in Form von Pro Familia als 'Experten' an die Schulen darf? Der Minister versichert, dass man weder Gender-Ideologie noch Frühsexualisierung in den Schulen zulassen will. Wir fragen, wie das garantiert werden kann, wenn schon jetzt an bayrischen Universitäten Schulungen für Lehrer und Studenten stattfinden, die von den schlimmsten Ideologen der neoemanzipatorischen Sexualpädagogik wie etwa Prof. Sielert, Prof. Tuider oder Dr. Timmermanns durchgeführt werden, die in anderen Bundesländern bereits mit unsäglichen Büchern und Unterrichtseinheiten wie 'Ein Puff für Alle' unangenehm aufgefallen sind? Wir fragen, wie sicher gestellt wird, dass die katholische Perspektive auf das Thema Sexualität noch im Unterricht vermittelt werden kann, ohne dass die Lehrer sich angeblich der 'Homophobie' oder der 'Queerphobie' schuldig machen? Wir fragen, ob sichergestellt ist, dass der Lehrer anwesend bleibt und man nicht wie in Niedersachsen oder NRW die Schüler unbeaufsichtigt den einschlägigen Lobbygruppen überlässt, um nur einige Bespiele zu nennen."

Ausdrücklich verwehrt Birgit Kelle sich gegen den Eindruck, dass "Demo für alle" verhindern will, dass an bayerischen Schulen künftig über Sex gesprochen wird. "Über Sex zu reden ist nicht das Thema, entscheidend ist das „Wie“, in welchem Alter, Umfang und mit welchem Material. Die CSU hat die einmalige Chance in Bayern zu zeigen, wie man modern, weltoffen aber mit dem Fokus auf Ehe und Familie mit dem Thema umgeht, ohne wie in den roten und grünen Bundesländern den Ideologen der Frühsexualisierung, und sei es auch nur unbeabsichtigt, die Schultore zu öffnen."

Der Streit um die Sexualerziehung in Bayern geht weiter...

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