Nach den Anschlägen in Paris

Ex-Frau von Terrorist: Er war ein Faulenzer und Kiffer

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Nach dem Selbstmordattentat von Ibrahim Abdeslam am Cafe Comptoir Voltaire in Paris sichern Polizisten in Schutzanzügen Spuren.

Brüssel - Ibrahim Abdeslam ist einer der Attentäter von Paris. Vor einem Café sprengte er sich in die Luft. In einem Interview gibt seine Ex-Frau Einblicke in das Leben des Terroristen.

Als Niama am Montag herausgefunden hat, dass ihr Ex-Mann einer der Selbstmordattentäter bei den Terroranschlägen von Paris war, war sie geschockt. Ibrahim Abdeslam sprengte sich vor dem Café Comptoir Voltaire in die Luft und verletzte dabei drei Personen. Getötet hat er nur sich selbst. Sicheren Quellen zufolge explodierte die Bombe versehentlich zu früh, nachdem er am Sprengsatz herumgefummelt hat, während er in den religiösen Krieg gegen den Westen zog. In einem Interview mit MailOnline spricht die 36-Jährige über ihre gemeinsame Vergangenheit und den Lebenswandel des Terroristen. Aus Angst vor einem Racheakt der Verbündeten ihres Ex-Mannes will Niama ihren Nachnamen nicht preisgeben.

Nach Trennung 2008: Kein Kontakt zu Abdeslam oder seiner Familie

Im Jahr 2004 lernte sie Ibrahim Abdeslam in einer Bar in Brüssel kennen. Zwei Jahre später heiratete das Paar. Doch bei der Hochzeit waren weder die Eltern des Bräutigams, noch sein Bruder Salah, angeblich für die Logistik der Anschläge verantwortlich und derzeit auf der Flucht, anwesend. "Die Familie stand sich nicht sonderlich nah", klärte sie auf. "Jeder führte sein eigenes Leben." Bereits 2008 trennten sich die beiden. Offiziell geschieden wurden sie erst fünf Jahre später. Ihre Trennung beschreibt Niama einvernehmlich und freundschaftlich. Den Trennungsgrund wollte sie nicht bekannt geben. Seit dem Ende der Beziehung habe sie weder mit Abdeslam noch mit seiner Familie Kontakt gehabt. Erst drei Tage nach seiner schrecklichen Tat hat sie von seiner Beteiligung erfahren.

"Seine Lieblingsbeschäftigungen waren kiffen und schlafen"

Ihre gemeinsame Zeit verbrachten sie im Stadtteil Moleenbeek in Brüssel. "Trotz seines Diploms als Elektriker fand er keine Anstellung", führte sie ihren Alltag aus. "Während unserer zwei Ehejahren arbeitete er lediglich an einem einzigen Tag. Das hat ihn faul gemacht." Somit lebten beide von 1000 Euro Arbeitslosengeld. Weswegen sie nie ihre Familienplanung forcierten. "Wir hatten keine Kinder, weil wir sie uns nicht leisten konnten." Große Sorgen um die Zukunft schien sich der 31-Jährige nicht gemacht zu haben. "Seine Lieblingsbeschäftigungen waren kiffen und schlafen. Er hat auch oft tagsüber geschlafen. Seine Anzahl an Joints war besorgniserregend." Obwohl der Trennungsgrund auf der Hand liegt, beschreibt sie Abdeslam an "ruhigen" Zeitgenossen und "guten Charakter". Gegenüber ihr oder anderen soll er nie gewaltbereit gewesen sein.  

Vom Faullenzer zum Terroristen

Von seiner Beteiligung an den Terroranschlägen zeigte sich Niama überrascht. "Ich habe keine Erklärung", sagte sie. "Ich bin schockiert." Der plötzliche religiöse Eifer ist komplett neu für die 36-Jährige. Der Ex-Frau zufolge ging er nie in die Moschee und hat auch nie gebetet. Einzig an Ramadan habe er sich gehalten - aber auch nur, weil ihn seine Familie dazu gezwungen habe. Gemäß seiner Familie habe Abdeslam in der jüngeren Vergangenheit viel Zeit in Syrien verbracht, berichtet MailOnline. Seine Familie, wie auch die Behörden gehen davon aus, dass er radikalisiert wurde, vermeldet das Online-Portal. Deswegen war sein Name einer unter den 800 mutmaßlichen Extremisten auf der Liste der belgische Geheimdienstes (OCAD).

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