FDP: Lindner will Beer als Generalsekretärin

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Die hessische Kultusministerin Nicola Beer soll die neue FDP-Generalsekretärin in Berlin werden.

Berlin - Wo verortet sich die FDP nach dem Wahldebakel? Der voraussichtliche neue Vorsitzende Lindner will einen Richtungsstreit verhindern. Als Generalsekretärin wünscht er sich die hessische Kultusministerin Nicola Beer.

Neue Frau in der FDP-Spitze: Nach dem Wahldesaster soll die hessische Kultusministerin Nicola Beer als Generalsekretärin den Liberalen in der Bundespolitik ein frisches Profil geben. Parteivize Christian Lindner, der im Dezember für das Amt des Vorsitzenden kandidiert, werde die 43-jährige Beer am Freitag in Berlin als seine Kandidatin für den wichtigen Posten vorstellen, erfuhren die „Ruhr Nachrichten“ und die Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch aus Parteikreisen.

Der 34-jährige Lindner sagte in der „Rheinischen Post“ (Mittwoch): „Unsere starken Frauen will ich in der Parteiführung sichtbar machen.“ Beer gilt als pragmatisch und ist eine der wenigen profilierten Frauen in der FDP. Von 2009 bis 2012 war sie Europa-Staatssekretärin, seit Mai 2012 ist sie Kultusministerin in Hessen. Nach der schwarz-gelben Wahlniederlage bei der Landtagswahl wird sie ihr Amt in Wiesbaden aller Voraussicht nach verlieren.

Als Generalsekretärin in Berlin stünde Beer vor der Herausforderung, die FDP nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag gemeinsam mit Lindner im Gespräch zu halten. Der amtierende Generalsekretär Patrick Döring war nach dem 22. September mit der gesamten Führung zurückgetreten. Er geht zurück in die Wirtschaft.

Unterdessen wollten am Mittwoch in Stuttgart die Vorsitzenden der FDP-Landtagsfraktionen über den Neuaufbau der Partei und das künftige Führungsteam beraten. Als stellvertretende Parteivorsitzende sind der Kieler Wolfgang Kubicki und die Hamburgerin Katja Suding im Gespräch. Im Dezember findet in Berlin ein Sonderparteitag statt.

Inhaltlich droht ein Streit über die Ausrichtung in der außerparlamentarischen Opposition. FDP-Vize Holger Zastrow lehnte eine diskutierte Öffnung für andere Koalitionspartner neben der Union ab. SPD, Grüne und Linkspartei seien „allesamt Sozialisten“, sagte der sächsische Fraktionschef, der 2014 Landtagswahlen bestehen muss, der „Leipziger Volkszeitung“.

Lindner, der in der Vergangenheit als offen für Ampel-Bündnisse mit SPD und Grünen galt, schloss derartige Festlegungen aus. Er will die FDP als eigenständige Kraft positionieren und 2017 zurück in den Bundestag führen. „Ich will mich nicht vor allem von CDU oder Rot-Grün abgrenzen, sondern uns selbst neu definieren“, sagte Lindner der „Rheinischen Post“.

Die FDP ist erstmals seit 1949 nicht mehr im Bundestag vertreten. Sie erlebte bei der Wahl am 22. September einen beispiellosen Niedergang von 14,6 Prozent vor vier Jahren auf 4,8 Prozent. FDP-Chef Philipp Rösler und Spitzenkandidat Rainer Brüderle traten zurück.

dpa

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