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Ferrero klagt an: Pegida hat uns für ihre Zwecke missbraucht

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Dieses Bild postete Pegida BW-Bodensee auf Facebook. Mittlerweile ist die Seite aber nicht mehr einzusehen.

München - Die Facebook-Seite von Pegida BW-Bodensee ist zumindest für Nicht-Mitglieder nicht mehr einzusehen. Ferrero bedauert die Kommentare des fremdenfeindlichen Bündnisses gegen die EM-Aktion des Unternehmens.

Ein Tag in den meisten großen Medien des Landes genügt dem Pegida-Ableger Baden-Württemberg-Bodensee offenbar. Denn am Tag nach dem Beben, das der Post zweier Kinder-Schokoladen-Packungen aus dem Hause Ferrero auslöste, ist der Post auch schon wieder verschwunden - besser gesagt, die ganze Seite. Zu sehen waren Kinderfotos der DFB-Stars Ilkay Gündogan und Jerome Boateng auf Kinder-Schokoladen-Packungen. Der Text über dem Post hieß: „Vor Nichts wird Halt gemacht. Gibt’s die echt so zu kaufen? Oder ist das ein Scherz?“

Sind die Kommentare der eigenen User selbst Pegida nun zu peinlich geworden? Es scheint so. Denn will man am Mittwoch auf die Seite der Organisation, meldet Facebook: "Leider ist dieser Inhalt derzeit nicht verfügbar."

Das war am Dienstag noch ganz anders, als sich Petya P. etwa echauffierte: "Bitte nicht.... schon fake, oder??". "Die versuchen einem echt, die Scheiße als normal unterzujubeln, armes Deutschland", regte sich Sebastian G auf. Und Josef B. kündigte an: "Kauf ich nicht mehr." Solche Kommentare der Entrüstung fanden sich unter dem Foto zuhauf.

Ferrero distanziert sich von Pegida

Der Gipfel: Es scheint fast, als hätte Pegida BW-Bodensee mit diesem Bild absichtlich seine gut 14.000 Gruppenmitglieder provozieren wollen. Denn ausgerechnet der linke Teil der Kinder-Schokoladen-Verpackung ist auf dem Bild abgeschnitten. Dort, wo Ferrero auffällig darauf hinweist: „Unsere Fußball-Stars als Kinder! Na, erkannt?“

Ferrero distanzierte sich bereits am Dienstag von der Hetze. Am Mittwoch legte das Süßwaren-Unternehmen auf Nachfrage unserer Online-Redaktion nach: "Um dies noch einmal zu unterstreichen: Ferrero ist strikt gegen jegliche Form von Diskriminierung oder Fremdenfeindlichkeit. Auch distanziert sich Ferrero ausdrücklich von den seitens Pegida getroffenen Äußerungen sowie der darin zum Ausdruck kommenden politischen Gesinnung."

Die Fußball-Europameisterschaft stelle, so Ferrero, für das Unternehmen einen Anlass dar, "Fans unserer Marken besondere Momente mit unseren Produkten zu bieten. Umso mehr bedauern wir es, wenn Gruppierungen eine unserer Marken für ihre politischen Zwecke missbrauchen."

Das Ende vom Lied: Unsere Nationalspieler bleiben in den Verkaufsregalen. 

mm/tz

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