Streit um Merkels Aussage: "Wir schaffen das!"

Kommentar: Mehr Mut, Herr Seehofer

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Wolfgang de Ponte.

München - Der Streit um Angela Merkels Aussage "Wir schaffen das!" geht weiter. Ein tz-Kommentar von Wolfgang de Ponte.

„Wir schaffen das!“ Bundeskanzlerin Angela Merkel bleibt dabei, Deutschland und seine Bürger werden die Flüchtlingskrise bewältigen! Und was macht Ministerpräsident Horst Seehofer? Er zieht sich beleidigt in seine Ecke zurück, schmollt und verkündet, dass er sich diesen Satz beim besten Willen nicht zu eigen macht. Damit trifft er durchaus das Gefühl der Menschen, greift ihre Sorgen auf, ihre Bedenken. Das tut gut. Die Bürger wollen gehört und verstanden werden. Aber Seehofer sollte nicht vergessen, dass er der Ministerpräsident ist! Und damit ein Amt innehat, von dem man sich Lösungen nicht nur erhoffen, sondern auch erwarten darf. Wohlgemerkt Lösungen und keine Schlagworte und Parolen: Die schnellere Abschiebung nicht anerkannter Asylbewerber, hartes Durchgreifen bei Missbrauch der Gastfreundschaft, mehr Sicherheit, mehr Polizei. Aber Mut ist etwas anderes. Es gibt viele Bayern, die verlieren nicht viele Worte, sondern die packen an. Denn Integration ist Arbeit und kein Zuckerschlecken. Dazu müssen die Flüchtlinge ihren Teil leisten – und den dürfen wir zu Recht auch einfordern. Aber ohne unsere Hilfe wird es nicht gehen. Deshalb brauchen wir ein gesellschaftliches Klima, das Menschen, die anpacken, ermutigt und stärkt. In Bayern war das eigentlich immer selbstverständlich. Man hilft sich, man unterstützt sich und akzeptiert sich in seiner Unterschiedlichkeit. Mia san mia und schaffen das! Notfalls halt ohne Seehofer.

Wolfgang de Ponte

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