Machtkampf schadet der AfD: Sinkflug in den Umfragen

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Jörg Meuthen betont, er trenne Patriotismus streng von Nationalismus. Foto: Christoph Schmidt

Die Rivalität zwischen Meuthen und Petry schadet der AfD. Das sieht man nicht nur parteiintern so, sondern das zeigen auch die Umfragen. Wer weiß: Vielleicht schüttelt die AfD bald schon eine neue Führungsgestalt aus dem Ärmel?

Berlin (dpa) - Die von Führungskämpfen geschüttelte AfD sackt in der Wählergunst weiter ab. In einer aktuellen Forsa-Umfrage kommt die Partei auf acht Prozent.

Das ist ein Punkt weniger als in der Vorwoche und ihr niedrigster Wert in diesem Jahr, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage im Auftrag des Magazins "Stern" und des Fernsehsenders RTL hervorgeht.

Dass die AfD trotz der internen Streitigkeiten eine Zukunft hat, bezweifeln laut Forsa inzwischen 61 Prozent aller Wahlberechtigten, aber nur 14 Prozent der AfD-Anhänger.

Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen warb unterdessen um Verständnis. In einem Brief, der in der Nacht zum Mittwoch an alle AfD-Mitglieder bundesweit ging, schrieb der Parteichef: "Unser Ziel ist nicht und war nie die Spaltung der AfD." Und er hält fest: "Wir haben keine neue Partei gegründet und haben dies auch nicht vor."

Meuthen stellt in dem Brief seine Version der Ereignisse in der Causa Wolfgang Gedeon dar, die vergangene Woche zu einer Aufspaltung der baden-württembergischen AfD-Landtagsfraktion geführt hatte. "Wir möchten Ihnen darlegen, warum wir so gehandelt haben, wie wir es getan haben und warum wir so handeln mussten", schreibt er.

Meuthen und 13 weitere Abgeordnete hatten die Fraktion verlassen, weil eine für den Fraktionsausschluss Gedeons notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit nicht zustande gekommen war. Zwei Gutachter hatten zuvor Äußerungen Gedeons als antisemitisch eingestuft.

Den Inhalt des Schreibens hat Meuthen mit seinen 13 Mitstreitern im Landtag abgestimmt, aber nicht mit der Co-Vorsitzenden Frauke Petry. Petry hatte auf dem Höhepunkt der Krise in Stuttgart versucht, zu vermitteln, dabei allerdings eine andere Linie vertreten als Meuthen.

Die AfD hat wegen der Antisemitismusvorwürfe ein Parteiausschlussverfahren gegen Gedeon eingeleitet. Der Landesverband Baden-Württemberg habe diesen Schritt am Dienstagabend unternommen, sagte Meuthen im Landtag in Stuttgart. Gedeon hatte sich erst geweigert, die AfD-Fraktion zu verlassen - später, nachdem Petry überraschend in Stuttgart aufgetaucht war, aber eingelenkt.

Der Landtag lässt jetzt per Gutachten klären, ob es zwei AfD-Fraktionen im Parlament geben kann. Gedeon und die Meuthen-Gruppe sind derzeit fraktionslos. Der SPD-Fraktionschef im Stuttgarter Landtag, Andreas Stoch, sagte an die Adresse der AfD: "Machen Sie ihre Streitigkeiten woanders aus. Kleine Kinder gehen dafür in den Sandkasten."

Pressetext zu den Umfragen

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