Ultimatum für Guttenberg

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Bayreuth - Die Uni Bayreuth hat Verteidigungsminister Guttenberg aufgefordert, binnen zwei Wochen zu den Plagiatsvorwürfen bei seiner Doktorarbeit Stellung zu nehmen. Der Minister sagte unterdessen einen Wahlkampftermin ab.

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Das sagte Uni-Präsident Rüdiger Bormann am Donnerstag in Bayreuth. Es gebe keine Hinweise darauf, dass das Promotionsverfahren nicht ordnungsgemäß verlaufen sei. “Wir haben sehr strenge Qualitätsmaßstäbe“, betonte Bormann. “Wir sind gut beraten, diese einzuhalten.“ Der Präsident geht davon aus, dass zu Guttenberg eine ehrenwörtliche Erklärung abgegeben hat, die Arbeit selbstständig verfasst und alle Quellen offengelegt zu haben. Der Minister soll an mehrerer Stellen seiner 475 Seiten starken Doktorarbeit “Verfassung und Verfassungsvertrag“ an der juristischen Fakultät fremde Textpassagen ohne Quellenangabe verwendet haben.

Zu möglichen Konsequenzen wollte sich Bormann nicht äußern. Dies sei Aufgabe der vierköpfigen Kommission zur Selbstkontrolle der Wissenschaft an der Universität. Diese werde aber erst den Eingang der Stellungnahme des Ministers abwarten und dann die Vorwürfe nach strengen Maßstäben prüfen. Bormann versicherte: “Wir werden sehr professionell mit der Sache umgehen und lassen uns nicht unter Zeitdruck setzen.“ Die möglichen Konsequenzen reichen von der Aufforderung, die Doktorarbeit nachzubessern, bis hin zur Aberkennung des Doktortitels.

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Guttenberg sagt Wahlkampftermin ab

Etwa 600 CDU-Anhänger haben am Donnerstagabend in Sachsen-Anhalt unerdessen vergebens auf Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gewartet. Der mit Plagiatsvorwürfen konfrontierte Politiker wollte ursprünglich nach seinem Kurzbesuch in Afghanistan zu einem Wahlkampftermin nach Barleben bei Magdeburg kommen.

Der stellvertretende CDU-Fraktionschef Holger Stahlknecht sagte zu den Wartenden, das Ministerbüro habe um 18.25 Uhr angerufen und mitgeteilt, dass “Guttenberg in Berlin unabkömmlich ist“. Guttenberg sei erst gegen 17.00 von seinem Kurztripp nach Afghanistan wieder in Berlin gelandet.

Sowohl Stahlknecht als auch der CDU-Spitzenkandidat, Wirtschaftsminister Reiner Haseloff, sagten, sie hätten den ganzen Tag mit dem Ministerbüro im Kontakt gestanden. Die Absage sei offenbar eine Ad-hoc-Entscheidung gewesen. Die Veranstaltung sei lange vorbereitet worden und sollte einer der Höhepunkt im CDU-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt sein, sagte Haseloff mit Bedauern.

dpa/dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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