EU-Staaten sollen mehr Flüchtlinge aufnehmen

Seehofer: "Europa muss seiner großen Verantwortung endlich gerecht werden"

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Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer.

Berlin - Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hat andere EU-Staaten eindringlich aufgefordert, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. „Deutschland allein kann die Folgen dieser Völkerwanderung nicht bewältigen."

Hier seien Europa und die Welt gefordert, sagte der CSU-Chef der „Passauer Neuen Presse“ (Donnerstag). „Europa muss klotzen, nicht kleckern, und seiner großen Verantwortung endlich gerecht werden. Wir stehen vor einer humanitären Herausforderung von weltpolitischem Rang. Und die EU-Partner erfüllen ihre Aufgaben derzeit nicht.“

Frankreich etwa warf Seehofer Egoismus vor. „Frankreich nimmt gerade einmal so viele Flüchtlinge auf wie bei uns ein Landkreis im Allgäu. Das verstehen die Menschen nicht mehr. Das ist egoistisch. Wenn es schwierig wird, gibt es in Europa keine Solidarität mehr.“ Er setze aber auf die Kraft der Argumente. „Es wäre schon ein Erfolg, wenn eine Gruppe einiger starker EU-Partner hier vorangeht und mehr Flüchtlinge aufnimmt. Andere werden dann nachziehen.“

Seehofer erneuerte seine Kritik an der Entscheidung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Flüchtlinge von der ungarischen Grenze unbürokratisch einreisen zu lassen. „Ich hätte am vorletzten Wochenende natürlich nicht die Entscheidung getroffen, die Flüchtlinge aus Ungarn nach Deutschland einreisen zu lassen. Ich bleibe dabei: Das war ein Fehler, der sich nicht wiederholen darf“, sagte der CSU-Chef.

Alle aktuellen Informationen zur Flüchtlingskrise finden Sie in unserem Nachrichten-Ticker.

dpa

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