Nach dem Putschversuch in der Türkei

Erdogan lässt tausende Einrichtungen schließen

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Der türkische Präsident Erdogan bei seiner ersten Rede im Parlament seit dem Putschversuch.

Istanbul - Erdogan hat den Ausnahmezustand ausgerufen und spielt weite mit seiner neuen Macht: Er ordnete an, tausende Einrichtungen zu schließen, auch Schulen und Gewerkschaften.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat nach dem Putschversuch und der Ausrufung des Ausnahmezustands die Schließung von 2341 Einrichtungen im Land angeordnet. Darunter seien Schulen, gemeinnützige Institutionen, Gewerkschaften und medizinische Zentren, teilte die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag mit. Das Schließungsdekret ist lokalen Medien zufolge das erste dieser Art, seit Erdogan am Donnerstag den Ausnahmezustand ausgerufen und sich damit zusätzliche Machtbefugnisse gesichert hatte. Das von Erdogans konservativer AKP-Partei dominierte Parlament muss das Dekret noch prüfen.

Einrichtungen haben angeblich Kontakt zur Gülen-Bewegung

Regierungsvertretern zufolge haben alle von der Schließung betroffenen Einrichtungen Verbindungen zur Gülen-Bewegung. Erdogan beschuldigt den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen und dessen Anhänger, den Putschversuch in der Türkei in der Nacht zum 16. Juli angezettelt zu haben. Die Regierung hatte angekündigt, den öffentlichen Dienst von Gülen-Anhängern zu „säubern“.

Nach dem gescheiterten Putsch wurden bislang mehr als 10.000 Menschen festgenommen. Mit Ausrufung des 90-tägigen Ausnahmezustands wurden 37.500 Polizisten und zivile Angestellte entlassen, darunter viele Mitarbeiter des Bildungsministeriums. 21.000 Lehrern wurde die Berufslizenz entzogen. 600 weitere Schulen sollten geschlossen werden, hieß es vom Bildungsministerium.

Alle Entwicklungen rund um den Putsch-Versuch und seine Folgen in der Türkei lesen Sie in unserem News-Blog.

dpa

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