Anwälte der Terroropfer fordern Aufklärung

Satz in rechtem Magazin macht stutzig: Wusste Verfassungsschutz vom NSU?

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Die Angeklagte Beate Zschäpe unterhält sich am Mittwoch im Gerichtssaal mit ihrem Anwalt Mathias Grasel.

München - "Vielen Dank an die NSU, es hat Früchte getragen." Was hat es mit diesem Satz in einem Magazin der rechten Szene auf sich? Die Opfer des NSU-Terrors fordern Aufklärung.

Mehrere Anwälte von NSU-Terroropfern haben am Donnerstag die Ladung eines Beamten des Bundesverfassungsschutzes als Zeuge im NSU-Prozess verlangt. Der Beamte hatte unter dem Tarnnamen „Sebastian Egerton“ bereits vor dem ersten NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages ausgesagt. Dort hatte er bestritten, vor dem Auffliegen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ im November 2011 von einer Gruppe dieses Namens oder dem Kürzel NSU gehört zu haben.

Rechtsanwältin Antonia von der Behrens nannte diese Aussage unglaubwürdig. Der Beamte habe eine im Jahr 2002 erschienene Fan-Zeitschrift aus der Szene ausgewertet, die eine Geldspende des abgetauchten NSU-Trios erhalten haben soll. Dafür habe die Redaktion einen Gruß abgedruckt, der lautete: „Vielen Dank an den NSU, es hat Früchte getragen.“

Die Bundesanwaltschaft widersprach der Ladung „Egertons“. Seine Vernehmung sei für die Beweisaufnahme im NSU-Prozess nicht relevant. Das Gericht hat über den Antrag noch nicht entschieden. Im NSU-Prozess ist Beate Zschäpe die Hauptangeklagte. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr Mittäterschaft bei den zehn überwiegend rassistisch motivierten Morden des NSU vor.

Vor dem Oberlandesgericht München wird seit Mittwoch der Prozess um die Morde und Terroranschläge des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) fortgesetzt. Am Mitttwoch wurde bekannt, dass die Hauptangeklagte Beate Zschäpe ihren Fingerabdruck auf einen verdächtigen Zeitungsartikel hinterlassen hatte.

dpa

Die rechte Terrorzelle - Chronologie der Ereignisse in Bildern

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