Wilde Gerüchte

Britische Medien: München als Nuklear-Ziel - Putin holt Russen heim

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Der "Daily Star" hat eine Karte veröffentlicht, die taktische Ziele russischer Atomraketen in Europa zeigen soll. Darunter auch München.

München - Wilde Gerüchte: Präsident Putin holt laut britischen Medienberichten Russen wegen Kriegsgefahr aus Europa heim. Ziel für einen russischen Atomschlag soll auch München sein.

Alarmstufe Rot? Oder eine Riesen-Ente? Britische Boulevardzeitungen berichten, dass Russlands Präsident Wladimir Putin russische Beamte angewiesen habe, ihre Angehörigen aus Europa ausfliegen zu lassen. Sie sollen wegen der Gefahr eines möglichen Krieges in Sicherheit gebracht werden.

Wie die Boulevardblätter "Daily Mail" und "Daily Star" vermelden, sei an "Politiker und hochrangige Beamte" aus dem Kreml die Weisung ergangen, ihre Angehörigen "heim ins Mutterland" zu bringen. Wer diese Anordnung ignoriere, setze sein berufliches Fortkommen aufs Spiel. Die Briten-Blätter berufen sich dabei auf die russische Website znak.com. Diese habe vermeldet, dass Putin Verwaltungsbeamte, Leiter von regionalen Verwaltungen, Abgeordnete  und Angestellte von Regierungsfirmen angewiesen habe, ihre Kinder umgehend aus Schulen im Ausland (gemeint ist: in Europa) zu holen. Der genaue Grund für diesen Befehl sei unklar.

Kreml-Kritiker: Teil der Vorbereitung auf "großen Krieg"

Allerdings zitiert der "Daily Star" den russischen Politikwissenschaftler und Kreml-Kritiker Stanislaw Belkowski mit der Warnung: "Das ist Teil eines Maßnahmenpakets, um die Eliten auf einen 'großen Krieg' vorzubereiten." Möglicherweise wolle der Kreml mit der Heimholungs-Aktion aber auch die jungen Russen im Ausland dem westlichen Einfluss entziehen. 

Die englischen Medien weisen darauf hin, dass sich die Spannungen zwischen Russland und dem Westen gerade in den vergangenen Tagen und Wochen verstärkt hätten. So habe Präsident Putin eine geplante Frankreich-Reise abgesagt. Zuvor hatte sein französischer Kollege François Hollande nach Bombenangriffen der russischen Luftwaffe am Dienstag auf die syrische Stadt Aleppo offen gelassen, ob er Putin überhaupt empfangen werde.

Russland und Frankreich waren zudem am Wochenende im UN-Sicherheitsrat heftig aneinandergeraten. Zunächst hatte Russland sein Veto gegen einen von Frankreich vorgelegten Resolutionsentwurf eingelegt, in dem ein sofortiges Ende der Luftangriffe auf Aleppo gefordert wurde. Kurz darauf wurde ein russischer Entwurf abgelehnt, der zwar ein Ende der Kämpfe forderte, aber die Luftangriffe nicht ausdrücklich erwähnte.

Allerdings hat Russland trotz der Spannungen mit Frankreich wieder den Dialog mit den USA aufgenommen. Russlands Außenminister Sergej Lawrow will sich am 15. Oktober zu Gesprächen mit seinem US-Kollegen John Kerry in Lausanne (Schweiz) treffen. Mittlerweile hat Putin auch wieder betont, dass die Beziehungen zu seinem Kollegen François Hollande nach wie vor gut seien. "Frankreich ist einer unserer wichtigsten Partner in Europa“, sagte er der Agentur Tass zufolge.

"Daily Star": München im Visier russischer Atomraketen

Der "Daily Star" hat außerdem eine Karte veröffentlicht, die taktische Ziele russischer Atomraketen in Europa zeigen soll. Laut den russischen Plänen für einen Dritten Weltkrieg sollen Atomwaffen auch auf drei Ziele in Deutschland gerichtet sein. So soll München Ziel eines nuklearen Angriffes sein. Ebenso soll der Kreml im Kriegsfall auch Atomraketen auf Nordbayern und Ostdeutschland abfeuern.

Wie ernst ist die Lage wirklich? Vermutlich betreiben die britischen Boulevardmedien eine hysterische Panikmache. Mittlerweile hat auch der dem Kreml hörige TV-Sender "Russia Today" diese Berichte aufgegriffen. Das Putin-Medium wirft "Daily Mail" und "Daily Star" eine "Dritte-Weltkriegs-Raserei" vor. Kreml-Sprecher Dmitry Peskov erklärt gegenüber dem Sender, dass er noch nie von einer Anweisung gehört habe, wonach hochrangige Russen ihre Angehörigen aus Europa abziehen sollen. Zudem sei die Quellenlage jener russischen Website, auf die sich die Briten-Blätter beziehen, ziemlich mau. Konkret ausgedrückt: Znak.com nennt nicht einen Namen.  

Außerdem sei das Zitat des Kreml-Kritikers über Vorbereitungen auf einen "großen Krieg" aus dem Zusammenhang gerissen. Belkowski habe sich auf eine großangelegte Zivilschutzübung in Russland bezogen, die laut "Russia Today" allerdings in jährlichen Abständen abgehalten werde.

Vielleicht kann man den Briten-Blättern die Panikmache auch ein wenig nachsehen. Möglicherweise fallen den Blattmachern momentan keine spektakulären Nazi- und Hitler-Geschichten ein, die sonst gerne in den Boulevardzeitungen abgedruckt werden. Dann muss halt das Gespenst eines Dritten Weltkriegs mit Russland für Geschichten herhalten...

fro

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