Rekord bei öffentlichen Bildungsausgaben

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Wiesbaden - Für Bildung hat der deutsche Staat noch nie so viel Geld eingeplant wie in diesem Jahr. Die Etats von Bund, Ländern und Gemeinden sehen zusammen 102,8 Milliarden Euro vor.

Darunter fallen Kitas, Schulen, Jugendarbeit, Hochschulen, Bafög, Volkshochschulen und Berufsakademien. Das sind 4,5 Prozent mehr als im Haushaltsjahr 2009, als 98,3 Milliarden Euro veranschlagt wurden, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Nach Ansicht der Bildungsgewerkschaft GEW gibt Deutschland aber nach wie vor viel zu wenig Geld für Bildung aus.

Dank des Geldes aus den Konjunkturpaketen seien die öffentlichen Bildungsausgaben 2009 und 2010 leicht gestiegen, sagte der GEW- Vorsitzende Ulrich Thöne laut Mitteilung in Frankfurt am Main. Dieses Geld falle 2011 aber wieder weg. Die geplanten Einsparungen in den Länderhaushalten führten zu weiteren Einschnitten. Im internationalen Vergleich, wo mit etwas anderen Positionen gerechnet und auch einige private Ausgaben einbezogen werden, lag Deutschland bei den Bildungsausgaben zuletzt (2007) unter dem OECD- Durchschnitt.

Danach ließ sich Deutschland seine Bildungseinrichtungen vom Kindergarten über die Schule bis zur Hochschule und Berufsbildung 114,2 Milliarden Euro kosten. Das waren 4,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes - und damit ein Prozentpunkt weniger als der Durchschnitt der wirtschaftlich starken, in der OECD zusammengeschlossenen Länder. Wie weit Deutschland bei den Bildungsausgaben hinterherhinke, werde erst im internationalen Vergleich richtig deutlich, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). “Um auf das internationale Durchschnittsniveau zu kommen, müssten die Bildungsausgaben jährlich um rund 40 Milliarden Euro steigen.

Von führenden Bildungsstaaten wie Dänemark wäre Deutschland dann aber immer noch meilenweit entfernt.“ Thöne schlug vor, die Steuern für Spitzenverdiener und auf Unternehmensgewinne zu erhöhen sowie die Vermögensteuer wieder einzuführen, um zusätzlich Geld für Bildung zu bekommen. Die öffentlichen und privaten Gesamtausgaben für Bildung, Forschung und Wissenschaft beziffern die Statistiker für das Jahr 2007 in einer dritten Berechnung auf mehr als 204 Milliarden Euro. Dies habe einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 8,4 Prozent entsprochen. Tendenz steigend: Im Jahr 2008 waren es nach vorläufigen Berechnungen rund 215,3 Milliarden Euro oder 8,6 Prozent des BIP. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor.

dpa

Zurück zur Übersicht: Politik

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser