Ölimporte: USA setzen Seoul unter Druck

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Der Iran hat mit einer Blockade von Öltransporten im Persischen Golf gedroht, falls die wegen des Atomstreits verhängten Sanktionen gegen das Land ausgeweitet werden sollten

Seoul - Die USA machen Druck: Südkorea soll weniger Öl aus dem Iran kaufen und die Geschäfte mit der iranischen Zentralbank beenden. Viele Südkoreaner machen sich Sorgen.

Die USA drängen ihren Verbündeten Südkorea, die Ölimporte aus dem Iran zu reduzieren. Damit will die US-Regierung ihre verschärften Sanktionen gegen die Führung in Teheran durchsetzen. „Wir rufen alle unsere Partner auf, um mit uns zusammenzuarbeiten und Druck auf die iranische Regierung auszuüben“, sagte der Sonderberater der US-Regierung, Robert Einhorn, am Dienstag in Seoul. Zweck sei es, den Iran zu ernsthaften Verhandlungen über sein Atomprogrammzu bewegen.

Südkoreas Ölimporte waren von 8,3 Prozent im Jahr 2010 auf 9,7 Prozent von Januar bis November des vergangenen Jahres gestiegen. Viele Südkoreaner sind besorgt, dass die neuen US-Sanktionen der eigenen Wirtschaft schaden könnten.

Diese Länder haben Atomwaffen

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Offiziell hat Südkorea bislang noch keine Zusage gemacht, dem Aufruf der US-Regierung zu folgen. Nach Berichten südkoreanischer Medien erwägt die Regierung jedoch, die Abhängigkeit des Landes von Öleinfuhren aus dem Iran schrittweise zu verringern. „Es gibt aber Differenzen zwischen beiden Seiten, was das Niveau der möglichen Reduzierung von Ölimporten aus dem Iran betrifft“, zitierte die nationale Nachrichtenagentur Yonhap einen hochrangigen Regierungsbeamten.

Die Länder sollten nicht nur ihre Ölimporte aus dem Iran verringern, sondern auch ihre Finanzgeschäfte mit der Zentralbank des Landes beenden, sagte Einhorn. Der Berater im US-Außenministerium betonte jedoch auch, dass sich Washington der wirtschaftlichen Interessen seiner Verbündeten in dieser Frage sehr bewusst sei.

Strafen für Geschäfte mit Zentralbank

Die USA drohen ausländischen Firmen Strafen an, wenn sie Geschäfte mit der iranischen Zentralbank machen. Diese wickelt nahezu den gesamten Ölexport des Landes ab. Dadurch sehen sich US-Verbündete in der asiatischen Region in einer schwierigen Lage. Japan hatte in der vergangenen Woche zugesagt, die Ölimporte aus dem Land weiter zurückzufahren.

Der stellvertretende südkoreanischen Außenminister Kim Jae Shin bekräftigte bei einem Treffen mit Einhorn, dass Südkorea die internationalen Bemühungen um eine Beilegung des Atomstreits mit dem Iran unterstützen werde.

dpa

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