Eine Milliarde Überschuss aus 2015

Söder freut sich über viel Geld im Haushalt - trotz Flüchtlinge

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Markus Söder mit neuen Fünf-Euro-Münzen: Bayern schwimmt im Geld.

München - In Sachen Geld findet sich Finanzminister Söder in glücklicher Lage: Die Einnahmen des Freistaats sind trotz Flüchtlingskrise beträchtlich höher als die Ausgaben. Doch etwas trübt die Bilanz.

Trotz Flüchtlingskrise ist die Finanzlage der Staatsregierung unverhofft gut - doch die Ausgaben für den Länderfinanzausgleich schießen ebenfalls nach oben. „Wir schließen das Jahr 2015 mit einem Überschuss von über einer Milliarde Euro ab“, sagte Finanzminister Markus Söder (CSU) am Freitag. „Die Haushaltslage Bayerns stellt sich trotz der extremen Belastung durch die Asylausgaben positiv dar.“ Der Haushaltsabschluss hat die vorläufige Schätzung des Finanzministeriums bestätigt, die Söder im März bekannt gegeben hatte.

Steuereinnahmen stiegen um 10 Prozent 

Im ersten Quartal seien die Steuereinnahmen um zehn Prozent gestiegen. Die Kehrseite der Medaille: „Leider bedeutet das auch, dass unsere Zahlungen in den Länderfinanzausgleich ebenfalls um zehn Prozent steigen werden“, sagte Söder. In diesem Jahr werde Bayern 60 Prozent des gesamten Länderfinanzausgleichs zahlen. „Es werden deutlich über fünf Milliarden Euro werden“, sagte Söder. Am großen Ziel der Tilgung der bayerischen Staatsschulden bis zum Jahr 2030 hält die Staatsregierung fest.

700 Millionen für Asyl

Dabei haben die hohen Ausgaben für die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge deutliche Spuren im Staatshaushalt hinterlassen: „Der Überschuss wäre noch höher, wenn wir nicht 700 Millionen noch einmal für Asyl hätten ausgeben müssen“, sagte Söder. Mit der einen Milliarde Überschuss will der Finanzminister das Sparguthaben des Freistaats auffüllen: „Dieses Geld wollen wir zurücklegen, so dass wir Ende des Jahres 2016 3,4 Milliarden Euro in der Rücklage haben werden.“ Das ist etwas höher als im März erwartet.

Schuldenfrei bis 2030

Auch wenn die Asylzahlen jetzt im Moment zurückgingen, „ist es noch zu früh für Entwarnung“, sagte Söder. „Vor einem Jahr hatten wir um diese Zeit auch noch vergleichsweise niedrige Zahlen. Und wir müssen den nächsten Doppelhaushalt 2017/18 vorbereiten, den wir bei der Kabinettsklausur in St. Quirin beschließen wollen.“

Es gebe keinen Anlass für Jubelsprünge, sagte der CSU-Politiker. „An unseren Haushaltszielen halten wir fest: Wir nehmen keine neue Schulden auf, sondern tilgen. Es bleibt beim Ziel, 2030 schuldenfrei zu sein.“

dpa

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