Usedom ist keine Alternative mehr

Nach Wahlergebnis in "MeckPomm": Empörter Urlauber storniert Reise

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Das Wahlergebnis in Mecklenburg-Vorpommern war ausschlaggebend dafür, dass eine Person aus Berlin ihren Urlaub dort stornierte.

Berlin - Auf Fotos sieht es an der Ostsee so schön aus. Trotzdem kommt die Insel Usedom für einen empörten Berliner als Urlaubsziel nicht mehr in Frage. Der Grund dafür ist politischer Natur. Berechtigter Ärger oder übertriebener Aktionismus?

"Ich mag die Ostseelandschaft sehr," so beginnt das außergewöhnliche Schreiben einer Person aus Berlin an einen Hotelbetrieb aus Usedom. Der Brief, in dem sie ihre Stornierung mit dem Wahlergebnis in "MeckPomm" begründet, sorgt derzeit im Netz für Wirbel: 5450 Mal geteilt, 688 Kommentare. Kein Wunder - denn das Thema polarisiert.

"Nachdem ich gestern die detaillierten Ergebnisse für die Insel Usedom gesehen habe, bleibt mir (außer dem Brechreiz) nichts anderes übrig." Der/die Absender/in könne und wolle sich und seinen/ihren mitreisenden Freunden nicht zumuten, sich zwei Kilometer Luftlinie von Peenemünde entfernt aufhalten zu müssen. Dort hatten die AfD und die NPD zusammen insgesamt 52,4 % der Wählerstimmen erreicht. Zu viel, findet zumindest die Person hinter der Stornierung.

Auf ein "schwimmendes Ferienhaus, das unvergleichbare Wohlfühlambiente, den lichtdurchfluteten Wohnbereich" und noch vieles mehr verzichtet sie offenbar gerne, um bloß nicht in der Nähe von AfD- und NPD-Wählern Urlaub machen zu müssen Diese unterstützen ihrer Ansicht nach das "populistische, rassistische, antisemitische, antidemokratische (...)" Wahlprogramm der beiden Parteien. Die Person wähnt sich selbst offenbar auf der richtigen Seite, Usedom scheint ihrer Auffassung nach falschen Mächten verfallen zu sein. Schlussformel: "Mit demokratischen Grüßen".

Auf Facebook gibt es für solch klare Worte Anerkennung von anderen Usern: 

Deutlich mehr Menschen jedoch äußern sich kritisch oder gar spöttisch zu der ausführlichen Begründung des "Doch-nicht-Urlaubers":

Fest steht, dass der oder die Unbekannte mit ihrem Post einen Nerv getroffen hat. Wühlt man sich durch die Kommentare neben dem Post, sieht man deutlich die großen Unterschiede im Verständnis von Demokratie.

Ob Wahlergebnisse wie das in Mecklenburg-Vorpommern, bei denen die AfD starke Ergebnisse erzielte, dem Tourismus in den jeweiligen Regionen schadet, lässt sich noch nicht mit Sicherheit sagen. In Dresden gab es während der Pegida-Debatte die selben Diskussionen.

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